Bride of Re-Animator – Brian Yuzna (1990)
Verfasst: Mo 5. Sep 2011, 08:43
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Originaltitel: Bride of Re-Animator
Land: USA
Jahr: 1990
Regie: Brian Yuzna
Darsteller: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, David Gale,…
Handlung:
Weil seine Studien ja bisher ach so viele Früchte getragen haben, geht unser geliebter Herbert West zum nächsten Schritt über, nämlich irgendwelche Körperteile aneinander zu fügen und diese wiederzubeleben. Er plant sein Meisterstück, die Erschaffung der perfekten Frau, als er eine unliebsame Störung vom Kopf seines alten Rivalen Dr. Hills und dessen Zombies erfährt…
Kritik:
Die Fortsetzung des „Re-Animator“ hat einige Aspekte, die ich am Original geliebt habe, behalten, ist aber weit von der Vollkommenheit seines Vorgängers entfernt. Der Produzent des ersten Teils, Brian Yuzna, übernahm diesmal die Regie und man merkt deutlich, dass er sich eher darauf versteht durch gut vermarktbare Elemente mehr den Kaufzwang der Massen als ihr Bedürfnis nach stimmigen Filmen zu befriedigen.
So bekommen wir viele Kleinigkeiten, die gut auf dem Poster aussehen würden, im Film selbst aber entweder unnötig oder albern erscheinen. Genannt sein hier die Stop-Motion Kreaturen, die West aus diversen Körperteilen erschaffen hat (ich beschwere mich zwar nur sehr ungern über die Verwendung von Stop-Motion und an den Effekten kann ich hier auch nichts tadeln, aber ihr Rolle in der Handlung wird so komisch dargestellt, dass diesen Dingen manchmal ganze Szenen gewidmet werden, sie die restliche Zeit aber vollkommen außer Acht gelassen werden), sowie ein abgetrennter Kopf mit montierten Fledermausflügeln, die das Gewicht erstaunlich gut in die Luft heben.
Die Schnitttechnik ist ein wenig verwirrend und amateurhaft und viele Szenen bestehen nur aus langweiligem Schuss-Gegenschuss-Verfahren. Aber immerhin ist das Set nett ausgeleuchtet, mit gleißendem farblosen oder bunten Licht wird sehr viel gearbeitet, was den absichtlich übertriebenen Charakter der Drehorte zu meinem Vergnügen steigerte.
Das Beste an „Bride of Re-Animator“ ist natürlich Jeffrey Combs, der als Herbert West wieder auftritt, immer noch unverschämt, immer noch kalt und emotionslos und immer noch dafür liebenswert. David Gale lässt sich (teilweise) wieder blicken, leider nur in kurzen Auftritten.
Auch Bruce Abbott begegnet uns in der selben Rolle wieder, diesmal habe ich jedoch ein paar Probleme mit seinem Charakter. Im ersten Teil verband ihn mit der Dekanstochter eine innige außergewöhnliche Liebesbeziehung, welche das Pärchen in unsere Herzen schloss und uns um ihr Leben bangen ließ, was dem Film sehr viel Spannung verlieh. Diesmal trauert Abbotts Charakter der innigen außergewöhnlichen Liebesbeziehung mit der Dekanstochter nach, führt aber auch innige außergewöhnliche Liebesbeziehungen mit irgendeiner anderen Frau, die er trifft, irgendeiner seiner Patientinnen und der Verbindung verschiedener seiner Liebschaften, nämlich der Braut des Re-Animators selbst. Dies macht die Romanzen der Person nicht mehr außergewöhnlich, er und seine Freundinnen sind mir nicht mehr sympathisch, ich bange nicht mehr um ihr Leben und das nimmt dem Film ein wenig Spannung weg.
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