Blood in Blood out - Taylor Hackford (1993)

Moderator: jogiwan

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dr. freudstein
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Blood in Blood out - Taylor Hackford (1993)

Beitrag von dr. freudstein »

Bound by Honor.jpg
Bound by Honor.jpg (24.34 KiB) 193 mal betrachtet

Alternativtitel: Verschworen auf Leben und Tod

Originaltitel: Bound by Honor

Herstellungsland: USA / 1993

Regie: Taylor Hackford

Darsteller: Jesse Borrego, Benjamin Bratt, Enrique Castillo, Damian Chapa, Delroy Lindo, Thomas F. Wilson u.a.

Story:
Nur der Starke überlebt. Gangs und Banden regieren, es herscht das Gesetz der Straße. Diese Lektion haben die Freunde Miklo, Paco und Cruz, Mitglieder der `Vatos Locos`, früh gelernt. Mit Blut haben sie ihren Bund besiegelt. Aber das Leben weist jeden an seinen Platz: Polizist, Dealer, Junkie. Doch so unterschiedlich ihre Karrieren verlaufen, so fortdauernd sind die Bande des Blutes ...

http://www.ofdb.de/film/1152,Blood-In-B ... en-und-Tod
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Blap
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Re: Blood in Blood out - Taylor Hackford

Beitrag von Blap »

Knappe 7/10, mehr wird durch die eher mittelprächtige Besetzung der Hauptrollen verhindet. Zumindest habe ich diesen Eindruck 2005 notiert.
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dr. freudstein
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Re: Blood in Blood out - Taylor Hackford

Beitrag von dr. freudstein »

Echt? Mich hat eigentlich gar nix daran gestört, ich find den Film klasse :thup:
Werd mal noch nen Text zusammenbasteln.
10/10
dr. freudstein
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Re: Blood in Blood out - Taylor Hackford

Beitrag von dr. freudstein »

Diesen Film habe ich schon etliche Male gesehen und mich begeistert er jedes Mal.
Die Latino-Kultur mit ihrer Musik, der ausdrucksstarken Sprache und der Film ist trotz Überlänge niemals langweilig, man kann den locker in einem Rutsch durchgucken.

Hier geht es um das Blutband zwischen Familie, Straßengangs und Knastbanden, welches zu Aufopferung, Mord, Verzweiflung, Leid, Schwüren etc. führt.

Besonders das Halbblut Miklo hat es schwer, sich in der Latino Szene durchzusetzen, dessen er so gerne angehören würde, weil er sich mehr mit dem Blut seiner Mutter verbunden fühlt als mit dem seines weissens Vater. So unternimmt er sämtliche Anstrengungen auf der Straße, in der Familie und im Knast, um sich Respekt und Anerkennung zu verschaffen. Dadurch gerät er immer tiefer in den Strudel von Kriminalität, Gewalt und erkämpft sich den obersten Platz in der Knastorganisation La Honda und das als Hellhäutiger mit blauen Augen.
Durch einen Angriff auf eine andere rivalisierende, konkurrierende Straßengang verdiente er sich seine Handtätowierung (Plaka?, sorry, die ganzen Begriffe und Ausdrücke weiß ich nicht zu schreiben), er gehört von nun an dazu und muß für jeden anderen einstehen. Besonders seinem Cousin Paco möchte er sich beweisen, weil dieser sein großes Vorbild ist. Und letztendlich scheint dieser auch verantwortlich zu sein für den Weg Miklos, was Paco aber erst durch Cruz gewahr wird am Ende des Films.

Die gegnerische Gang mit dem Anführer Spider schwört auf Rache für Miklos Aktion und bricht dem Cruz seine Rückenwirbel. Daraufhin kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung, wobei Spider sein Leben lassen mußte und Miklos in den Knast führt.
Von nun an trennen sich die Wege der Familienmitglieder
Miklos geht für fast 10 Jahre in den Bau, wo er sich den Respekt der La Honda erkämpfen muß und das auch dank seiner Hautfarbe letzten Endes auch schafft.

Cruz, von Schmerzen gezeichnet (sein Rücken macht ihm stets zu schaffen), die er mit Drogen, letzten Endes durch Heroin bekämpft und seine Karriere als talentierter Maler gehörig zusetzt und druch Unachtsamkeit auch das leben seines kleinen Bruders fordert, weshalb er für Jahre von der Familie verstoßen wurde.

Sein Halbbruder Paco verschlug es als Alternative zum Knast zur Marine und danach zur Drogenpolizei, weil er aufgrund des Drogentodes seines kleinen Bruders den Drogen den Kampf angesagt hat.
Dadurch gerät er natürlich auch an die Fronten mit Cruz, dem Drogensüchtigen und Miklas, dessen Geschäfte im Knast und während der Bewährungszeit auch durch Drogen bestimmt sind.

So reißt die Verbindung niemals ab, nur leider auf unterschiedliche Weise führt es die 3 immer wieder zusammen.

Miklos entfacht einen Bandenkrieg, der sowohl im Knast als auch auf der Straße statt findet.
Cruz, geplagt von Schuldgefühlen an dem Tod seines kleinen Bruders und zwischen den Fronten
und Paco, der Gerechtigkeit verschrieben, muß gegen Miklos als Polizist kämpfen und letztendlich muß er einsehen, daß er sich genauso an dem ganzen Verlauf verantwortlich fühlen muß.

Ein Ethno Epos mit viel Dramatik, Rassenkonflikten im Schmelztiegel USA, durch Drogen erkämpfte Vorherrschaft, welches einem stark berührt und ich mir immer wieder ansehen mag.

Volle Punktzahl
10/10
Bin auf gegenteilige Meinungen gespannt.
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Blap
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Re: Blood in Blood out - Taylor Hackford

Beitrag von Blap »

Ich kann deine Ansicht durchaus nachvollziehen. Mir hat der Film auch gut gefallen, trotz der teils mittelprächtigen Darsteller. Bekannterweise habe ich mit miesem Schauspiel keine Probleme, jedoch hätte dieser Film talentiertere Akteure gut gebrauchen können.

"Eigentlich" (ein schreckliches Wort) ist der Streifen ein typischer Beitrag zum Thema "Kleine Arschlöcher haben grosse Probleme und schieben es auf ihre schwere Kindheit". Für Stoffe dieser Gangart habe ich sonst nicht viel übrig, dass mir "Blood in Blood out" dennoch gefällt, spricht vermutlich für die Qualität des Werkes. Mir fehlt allerdings die emotionale Bindung, ich respektiere den Film, er kommt jedoch nicht in meinem Herz an.

Fazit: Von mir noch immer nicht mehr als 7/10 (gut), aber ich möchte nicht gegen deinen Standpunkt argumentieren.

:prost:
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dr. freudstein
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Re: Blood in Blood out - Taylor Hackford

Beitrag von dr. freudstein »

Klar, der Film kommt nicht bei jedem so an, ziemlich weit oben (ab7/10) wird er aber wohl bei den meisten liegen, denke ich.
Kommt eben immer die Empfindungsweise drauf an. Normalerweise brauche ich diese Art von Filmen auch nicht permanent, lediglich DIE LETZTE KRIEGERIN erreicht bei mir ebenfalls die Höchstnote.

Aber danke für deine Meinung, die ich ebenfalls respektiere und nachvollziehen kann :prost:
Sind wir denn die einzigen, die den Film kennen oder mag/kann keiner was zu schreiben?
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McBrewer
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Re: Blood in Blood out - Taylor Hackford

Beitrag von McBrewer »

Blood in Blood out ist Jahrelang wohl irgendwie an mir vorbei gegangen, obwohl ich Mitte der 90iger dem Gang-Milieu Thema durchaus sehr angetan war.
Erst als ich vor einigen Jahren die deutschsprachige Buena Vista LaserDisc in einem Konvolut erworben habe ist mir die Existenz des Films bewusst geworden. Aber es dauerte noch einige Zeit, bis ich nun endlich eine Blick in dieses Epos - Angesichts der über 170 min. - schaffte.
und so beginnt der Film mit dem Weg der drei Freunde Mitte der 70iger, wie sie zusammen den Alltag in der Vorstadt von LA meistern, bis sich die Wege wieder trennen, der eine muss in den Knast, der andere wird drogensüchtiger Künstler & der dritte Polizist.
Und so springt der Film gekonnt zwischen dem Leben der Drei hin & her, wobei relativ viel Platz dem weißen Miklas im Knast zugesprochen wird.
Neben den, mir unbekannten, Hauptdarstellern erkennt man aber dann doch noch einmal Ving Rhames, Danny Trejo oder Billy Bob Thornton in Nebenrollen.
Das alles ist auch recht nett anzuschauen, nur fehlt mir heutzutage der Bezug, obwohl der Film natürlich Inszenatorisch gut gemacht ist, da gibt es nichts zu meckern. Aber hätte ich den Film wahrscheinlich damals, kurz nach erscheinen, erstmalige gesehen...meine subjektive Bewertung würde dann wohl eine Höchstnote erreichen.
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