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Macabre - William Castle (1958)
Verfasst: Di 22. Nov 2011, 21:45
von buxtebrawler
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- 212480_f.jpg (63.73 KiB) 160 mal betrachtet
Originaltitel: Macabre
Herstellungsland: USA / 1958
Regie: William Castle
Darsteller: William Prince, Jim Backus, Christine White, Jacqueline Scott, Susan Morrow, Philip Tonge, Jonathan Kidd, Dorothy Morris, Howard Hoffman, Ellen Corby, Linda Guderman, Voltaire Perkins
Ein amerikanischer Kleinstadtarzt versucht durch kriminelle Machenschaften an sein Erbe zu gelangen. Aus Rache wird seine Tochter entführt und lebendig begraben. Ihm bleiben nur noch fünf Stunden Zeit, sie zu befreien, bevor sie grausam erstickt! (Quelle: Subkultur-Entertainment)
Quelle:
www.ofdb.de
Re: Macabre - William Castle
Verfasst: Di 22. Nov 2011, 21:48
von buxtebrawler
Mit "Macabre" wird endlich mal wieder ein William-Castle-Titel veröffentlicht - Subkultur-Entertainment bringt ihn als #5 seiner "Drive-In Classics"-Reihe. Soll am 15.12.2011 erscheinen und ist glaube ich seit gestern vorbestellbar.
Wird 'ne Doppel-DVD. Ich zitiere das Label:
Für diesen Film erhielten die Besucher eine "Dead by Fright" Versicherung von 1000 Dollar.
Doppel-DVD Edition, inkl. der mehrfach preisgekrönten Dokumentation "SPINE TINGLER! - The William Castle Story" in Spielfilmlänge.
Disc: 1
- Laufzeit: ca. 68 Minuten
- Bild: 1.85:1 Anamorph
- Ton: Deutsch + Englisch Mono
Extras:
- Bildergalerie
- Super-8 Fassung
- Original Trailer
- Deutscher Trailer
- Deutsche Kinofassung
- Keep Case im Hochglanzschuber
- Booklet
- Limitiert auf 1500 Stück
Disc 2:
- Dokumentation: SPINE TINGLER! - The William Castle Story
- ca. 82 Minuten. Englisch 2.0 mit deutschen Untertiteln.
Re: Macabre - William Castle
Verfasst: Fr 6. Jan 2012, 12:18
von Onkel Joe
Gestern Macabre gesichtet, ganz nett 6/10 aber die Dokumentation: SPINE TINGLER! die Subkultur da mit zur DVD Vö. gepackt hat, die ist SUPER !!Alleine die ist schon den Kauf wert, von mir gibts für die Doku. 9/10.
Für Castle Fans unverzichtbar
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, ...SCHREI wenn der Tingler kommt
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Re: Macabre - William Castle
Verfasst: So 22. Jan 2012, 22:31
von sid.vicious
Produktionsland: USA
Produktion: William Castle, Howard W. Koch, Aubrey Schenck
Erscheinungsjahr: 1958
Regie: William Castle
Drehbuch: Robb White / Theo Durrant (Roman: The Marble Forest)
Kamera: Carl E. Guthrie
Schnitt: John F. Schreyer
Spezialeffekte: Irving Block, Louis DeWitt, Jack Rabin
Budget: ca. 90.000$
Musik: Les Baxter
Länge: ca. 68 Minuten
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: William Prince, Jim Backus, Christine White, Jacqueline Scott, Susan Morrow, Philip Tonge, Jonathan Kidd, Dorothy Morris, Howard Hoffman, Ellen Corby, Linda Guderman, Voltaire Perkins
Der Arzt Doctor Rodney Barrett erfährt per Telefon, dass seine kleine Tochter entführt wurde und man sie lebendig begraben hat. Rodney Barrett hat 5 Stunden Zeit um das Mädchen zu finden, bevor dieses erstickt.
Nett anzusehendes B-Movie aus den 50er Jahren, das auf klassische, mit Nebel und Regen gepaarte Außenaufnahmen setzt, wie auch auf die Momentaufnahme. Gerade diese Momentaufnahmen sind sehr entscheidend in Castles Film. Der Zuschauer wird im Dunklen gelassen und man versucht ihn so einzubinden, dass er in gewissen Situationen einen angepeilten Schock bekommt. Zur damaligen Zeit mit Sicherheit erfolgreich, für ein heutiges Publikum allerdings nicht geeignet. Nostalgiker und Liebhaber alter Gruselfilme, Filme die mit ihrem schwarz/ weiß Flair sämtliche Bonbonfarbenden Bilder der Hollywood Maschinerie trotzen, werden hier gut unterhalten.
Die Art und Weise wie Castle vorgeht ist zwar vereinzelnd ein wenig holprig und leicht unlogisch, aber dieses kann man auf Grund der schönen Atmosphäre und ihrem verabreichendem Wohlfühlfaktor locker verschmerzen. Einige Situationen sind liebevoll im Detail gestaltet und selbst die Credits am Ende werden mit einem guten und unterhaltsamen Kommentar versehen.
Macabre ist ein Film, der einiges an Freude bereitet, wenn man seine Ansprüche von Beginn an zurückschraubt und nicht jede Situation überbewertet.
Fazit: Unterhaltsames 20:15 Uhr Gruselkino für einen kalten Winterdonnerstag.
7/10 (1 Punkt Nostalgiebonus)
Re: Macabre - William Castle
Verfasst: Fr 27. Apr 2012, 15:16
von buxtebrawler
Der im Jahre 1958 veröffentliche Spielfilm „Macabre“ war nach vielen Auftragsarbeiten das erste wirklich eigene Projekt von US-Regisseur, -Produzent und Marktschreier William Castle („House on Haunted Hill“, „Schrei, wenn der Tingler kommt“). Noch viel mehr ein Kriminalfilm mit Grusel-Stilelementen denn Horrorfilm, entwickelte Castle für „Macabre“ bereits seine ausgetüftelte Vermarktungsstrategien, die als „Gimmicks“ in die Filmgeschichte eingingen und Castle zu ungeheurer Popularität verholfen. In diesem Falle schloss Castle eine Versicherung ab, die jeden, der beim Kinobesuch an einem Herzschlag stirbt, mit 1.000 Dollar absichert.
Erzählt wird eine verschachtelte Geschichte um Kleinstadtarzt Dr. Rodney Barrett (William Prince), der sowohl seine Ehefrau als auch seine Schwägerin verloren hat. Die Dorfgemeinschaft gibt ihm die Mitschuld an deren Ableben. Eines Tages erhält er zu allem Überfluss einen anonymen Anruf, der ihn darüber in Kenntnis setzt, dass seine 5-jährige Tochter entführt und lebendig begraben wurde und nur noch Luft für fünf Stunden hat. Zusammen mit seiner Sprechstundenhilfe begibt sich Barrett auf die verzweifelte Suche nach seiner Tochter…
„Macabre“ sieht man sein karges Budget, für das Castle dennoch sein Haus verpfänden musste, sofort an. In recht deutlich als solche erkennbaren Studiokulissen spielt sich die Handlung ab, oftmals behaftet mit dem Charme einer Theaterinszenierung. Eine Wonne jedoch ist die Einbettung von typischen Gruselfilm-Elementen, an Kunstnebel wird nicht gespart, der Friedhof ist zentraler Ort des Geschehens, Skelette und Knochen sind obligatorisch, die Stimmung bemüht düster und einige Schrecksekunden und Ideen tatsächlich makabrer Natur. Etikettenschwindel kann man dem guten William also nicht vorwerfen.
„Macabre“ besitzt noch nicht ganz die Klasse folgender Castle-Werke. Mit seinen Rückblenden und der Vielzahl in den Raum geworfener Namen von Charakteren, die man erst später kennenlernt, gerät der Erzählfluss, der letztlich in einer bösen Pointe mündet, bisweilen ins Stocken. Die Darsteller drohen spätestens während der Friedhofsaufnahmen vom Interieur erstickt zu werden und spielen mit für die Zeit und diese Art von Filmen typischer Theatralik dagegen an. Ein bekannterer Name dürfte der des Hauptdarstellers William Prince sein, der in zahlreichen TV-Serien sowie Filmen wie „Die Frauen von Stepford“, „Network“ und „Achterbahn“ mitwirkte. Der düstere „Comic noir“-Touch indes behält stets die Oberhand und weiß zu gefallen: Castle verbindet den Noir-Fatalismus mit dem Stil comicartiger Moritaten.
Nun wird sich aufgrund dieses Films ganz sicher niemand zu Tode erschrecken, ein an der Geschichte des Event-Kino-B-Movies im Allgemeinen und insbesondere natürlich an Castles Œuvre im Speziellen interessiertes Publikum wird aber seine Freude an diesem Grundstein für die hiermit losgetretene Erfolgsgeschichte des kurzweiligen, augenzwinkernden, unschuldig-naiven Genrefilms des sympathischen Filmmachers haben.
Re: Macabre - William Castle
Verfasst: Sa 28. Apr 2012, 11:59
von Onkel Joe
Da du lieber Buxte ja ein großer Fan von Castle bist, solltest du dir von Joe Dante "Matinee"anschauen
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Mehr oder weniger ist das eine Hommage an William Castel und die großartige Zeit die das Kino ein wenig veränderte.
Re: Macabre - William Castle
Verfasst: Sa 28. Apr 2012, 15:26
von buxtebrawler
Onkel Joe hat geschrieben:Da du lieber Buxte ja ein großer Fan von Castle bist, solltest du dir von Joe Dante "Matinee"anschauen
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Mehr oder weniger ist das eine Hommage an William Castel und die großartige Zeit die das Kino ein wenig veränderte.
Danke für den Tipp!
Re: Macabre - William Castle
Verfasst: Sa 12. Feb 2022, 08:00
von sergio petroni
Doktor Barrett hat es als Arzt in seinem kleinen Heimatkaff nicht einfach. Seine Frau starb bei
der Geburt der Tochter. Jetzt ist auch noch seine Schwägerin Nancy verstorben. Barretts Schwiegervater
hat die Beerdigung seiner Tochter Nancy auf Mitternacht angesetzt. Zu allem Überfluß ist plötzlich
auch noch Barretts inzwischen fünfjährige Tochter Alice verschwunden. Eine ominöse Stimme
am Telefon behauptet, Alice wäre lebendig begraben und hätte noch Luft bis Mitternacht.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.....
"Macabre" war eigentlich der erste "echte" William-Castle-Film. Von ihm produziert fand auch
zum ersten Mal ein Castle-Gimmick Verwendung. In diesem Fall ging es um eine 1000-Dollar-
Versicherung, die die Angehörigen von während des Films im Kino Verstorbenen erhalten sollten.
Interessanterweise war diese Versicherung kein Gimmick, sondern echt. Castle handelte in London
bei Lloyd's eine Police aus, mit der tatsächlich bis zu drei Todesfälle abgedeckt gewesen wären.
Tatsächlich fand die Police glücklicherweise keine Verwendung. Dieser Vermarktungsgag trug sicherlich
zum Erfolg des Streifens bei. Allerdings hat auch der Film selbst einiges zu bieten.
Die Story weiß zu fesseln und nimmt die ein oder andere Wendung, die teilweise in Rückblenden
aufgedröselt wird.
Einerseits gelingen Castel tolle atmosphärische Bilder auf dem nächtlichen Friedhof,
zum anderen sorgt die Nebenhandlung um die blinde Nymphomanin für amüsante Momente.
Und bei knackigen 70 Minuten kommen keinerlei Längen auf.
7/10