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Der Höllentrip - Ken Russell (1980)

Verfasst: Fr 16. Dez 2011, 01:10
von untot
altered_states.jpg
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Originaltitel: Altered States

Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 1980

Regie: Ken Russell


Darsteller: William Hurt, Blair Brown, Bob Balaban, Charles Haid, Thaao Penghlis, Miguel Godreau,
Dori Brenner, Peter Brandon, Charles White-Eagle, Drew Barrymore, Megan Jeffers, Jack Murdock....

Inhalt:
Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens unternimmt der Wissenschaftler Eddie Jessup Selbstversuche, zunächst im Wassertank, dann mit einem Halluzinationen erzeugenden Pilz. Die wiederholte Kombination beider führt dazu, dass die Halluzinationen außer Kontrolle geraten und sich Jessups Körper zeitweilig zu früheren, affenartigen Stadien zurückentwickelt. Weil man ihm keinen Glauben schenken will, lässt er sich auf ein weiteres Experiment ein, um die Macht des Geistes über den Körper zu beweisen.

Fazit:
Eigentlich nicht ganz meine Art von Filmen, aber da er von Ken Russel ist, musst ich den natürlich sehen.
Das Thema ist interessant, aber wie gesagt nicht meins, aber eingefangen wurde es in wirklich schönen, kraftvollen Bildern, die Darsteller sind gut, allem voran natürlich William Hurt, der hier wirklich grandios ist, als besessener Wissenschaftler.
Was hat mir also nicht gefallen, hmm, der Film dauerte eine gefühlte Ewigkeit für mich und machte mir einfach ne miese Stimmung und obwohl mein Kopf sagte, wunderbare Filmkost, sagte der Bauch genau das Gegenteil, so sind die eben manchmal!! :kicher:
Trotzdem muss man einem solchen Film seinen Tribut zollen, das tu ich auch....

7/10

Re: Der Höllentrip - Ken Russell

Verfasst: Fr 9. Aug 2013, 09:02
von jogiwan
Interessantes, sehr gut gespieltes und auch optisch sehr schick zurechtgemachtes Drama über einen Forscher auf Abwegen, der für neue, wissenschaftlichen Erkenntnisse auch vor drastischen Schritten nicht zurückschreckt. Was als Experiment im Isolationstank beginnt, geht ja dank bewusstseinserweiternden Drogen bald in eine gänzlich entartete Richtung und neben dem Geist beginnt sich auch das Fleisch zu wandeln. Ich würde Ken Russels "Der Höllentrip" ja noch am ehesten mit frühen Cronenberg und Jodorowsky-Filmen vergleichen, wobei der Streifen trotz grotesker Bilderwelten, Körperhorror und tollen Special-Effekts nicht in die Horror-Richtung geht und auch nicht so abgehoben psychedelisch daherkommt. Obwohl "Altered States" auch eher seinen getriebenen Forscher in den Mittelpunkt stellt, der mit seinem manischen Verhalten auch sein Umfeld in den Abgrund reißt, bietet der vielseitig interpretierbare Streifen über Bewusstseinserweiterung, Transzendenz und dem "Sinn und Ursprung des Lebens" aber noch immer genug Schauwerte um neben dem Drama-Fan auch das Genre-Publikum bei Laune zu halten.

Re: Der Höllentrip - Ken Russell

Verfasst: Mo 2. Sep 2013, 16:07
von jogiwan
hier ein paar Shots vom Bilderrätsel:
 ! Nachricht von: buxtebrawler
Entfernt, da beim Bildhoster nicht mehr verfügbar.

Re: Der Höllentrip - Ken Russell

Verfasst: Di 3. Sep 2013, 12:06
von untot
Verdammt ich wusste ich hatte den Film schon gesehen!!! :palm:

Re: Der Höllentrip - Ken Russell

Verfasst: Di 3. Sep 2013, 12:13
von buxtebrawler
Die Screenshots sehen absolut großartig aus. Schade, dass die deutsche DVD vergriffen ist.

Re: Der Höllentrip - Ken Russell

Verfasst: Di 3. Sep 2013, 12:32
von Adalmar
Ich habe jetzt über amazon.co.uk mal die günstige US-BD geordert.

Re: Der Höllentrip - Ken Russell (1980)

Verfasst: Mi 2. Sep 2020, 13:40
von buxtebrawler
„Wir haben Trillionen unbenutzter Gene in uns!“

Der britische Ausnahmeregisseur Ken Russell („Die Teufel“) wagte sich am Ende der 1970er an die Verfilmung des Romans „Die Verwandlungen des Edward J.“ aus der Feder des US-amerikanischen Autors Paddy Chayefsky. Das Ergebnis ist das Science-Fiction-Horror-Drama „Der Höllentrip“, das 1980 in die Lichtspielhäuser fand.

„Wir sind jenseits von Materie und Energie!“

Psychophysiologe Professor Eddie Jessup (William Hurt, „Der Augenzeuge“) arbeitet an einem kühnen Unterfangen: Alle Phasen der menschlichen Evolution möchte er selbst nachempfinden, in seinem Unterbewusstsein aktivieren. Zusammen mit seinem Kompagnon Mason Parrish (William Hurt, „Dreckige Hunde“) führt er entsprechende Experimente mit einem Isolationstank durch. Von einem ersten positiven Verlauf angefixt reist er nach Mexico, um an einem indianischen Drogenritual teilzunehmen. Die Folgen sind fatal: Zurück in seiner Heimat verwandelt er sich in einen primitiven Urzeitmenschen und erwacht unbekleidet in einem Zoo. Zwar hielt diese Verwandlung nicht lange an, doch Eddie ist eher fasziniert denn abgeschreckt und möchte zum Entsetzen seiner die Veränderungen erschrocken mitansehenden Frau Emily (Blair Brown, „Die Chorknaben“) die Experimente weiter vertiefen…

„Er hat sich mit Gott versöhnt!“

Wer oder was ist Gott, was genau ist die Schöpfung – tragen wir sie nicht in jeder einzelnen Körperzelle in uns? Keine Ahnung, eventuell eher nicht, aber Jessup will es genau wissen und dank Russells Film können wir daran teilhaben. Ein Sprecher aus dem Off weiß von einem Experiment aus dem Jahre 1967 zu berichten, das einem sogleich präsentiert wird. Zunächst weiß man nicht, um was es sich dabei genau handelt und es wird mit vielen medizinischen Fachbegriffen um sich geworfen. Mit zunehmendem Erkenntnisgewinn auf beiden Seiten jedoch vermengt Russell Elemente des Körperhorrors mit der Visualisierung bizarrer Visionen und antireligiöser Motive, für die er seinerzeit berüchtigt war, hier unter der Prämisse einer Mad-Scientist-Thematik.

Als Affenmensch hinkt Jessup nun zwar einige Evolutionsstufen hinterher, dafür ist er aber überaus athletisch. Gut, heutzutage gibt es einfachere Wege, sich zurückentwickeln, angefangen beim Nachmittagsprogramm der Privatsender über Bildung aus der Springerpresse bis hin zum Wählen der AfD, doch das ist weit weniger spannend als der sehr originelle Ansatz dieses Films. Völlig abgefahrene, spacige Tripszenen gehen Hand in Hand mit Spezialeffekten, von denen sich ganz bestimmt Stuart Gordons Team für „From Beyond“ inspirieren ließ. Darüber hinaus gibt es coole frühe Digitaleffekte zu sehen und Blair Brown bringt einen leichten Erotikfaktor ein.

Eigentlich ist „Der Höllentrip“ ein Liebesfilm – denn, Hand aufs Herz: Sind es nicht eigentlich immer die Frauen, die uns Cis-Männer davor bewahren, zu Affenmenschen zu mutieren? Dass sich Autor Chayefsky von Roberto Mauris Film „Nackt unter Affen“ inspirieren ließ, ist jedoch nicht mehr als ein Gerücht.