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Darsteller: Al Pacino, Paul Sorvino, Karen Allen, Richard Cox, Joe Spinell
Story:
Zahlreiche brutale Morde in der Homosexuellenszene von New York veranlassen die Polizei, einen Undercovermann in diese Halbwelt aus Schwulensex, SM und Bondage einzuschleusen. Der Streifenpolizist Steve Burns (Al Pacino) übernimmt diesen Job, kann aber noch nicht ahnen, wie schwer es ist, sich in der Szene zurechtzufinden. Außerdem leidet seine heterosexuelle Beziehung zu seiner Freundin Nancy (Karen Allen) unter dem Einsatz. Langsam findet er eine Spur des Killers... (quelle: ofdb.de)
wiki hat geschrieben:
Der Film löste bereits während der Dreharbeiten heftige Kontroversen in der gay community aus, weil befürchtet wurde, dass „die Schwulen“ zu negativ dargestellt würden und das zum Verlust der neuerreichten Freiheiten führen könnte. Daher wurden die Dreharbeiten durch massiven Aufmarsch, Lärmbelästigung und sogar Störung der Außendrehs mit Lichtreflexionen unter Verwendung von Spiegeln gestört, wie Regisseur Friedkin im Bonusmaterial der DVD berichtet. Andererseits erhielt die Produktion aber auch viel Unterstützung und drehte mit „echten“ Laiendarstellern in den realen Clubs und Lokalen und ist eine realistische Abbildung der Verhältnisse kurz vor Ausbruch der AIDS- Epidemie.
Für mich ein sehr guter Thriller mit starken Bildern. Nicht zuletzt dass die traditionelle Suche nach der Identität des Mörders als Motiv hier stark unterlaufen wird (so habe ich das zumindest in Erinnerung) gehört für mich zu den sehr interessanten Aspekten des Films. Und es ist natürlich auch toll, wenn Joe Spinell finster in die Kamera guckt. Pacino ist ohnehin einer meiner Lieblingsdarsteller, auch wenn das nicht unbedingt seine gewaltigste Rolle ist, dafür ist sie etwas zu passiv angelegt.
In New York geht ein sadistischer Serienkiller um, der sich seine Opfer in der schwulen SM-Szene sucht. Captain Edelson (Paul Sorvino) will per Undercovereinsatz zu einem Ermittlungserfolg gelangen, er bietet dem aufstrebenden Polizisten Steve Burns (Al Pacino) den Job an. Nach und nach taucht Burns immer tiefer in die bizarre Welt der homosexuellen Lederbars ein. Dies belastet seine Beziehung zu seiner Freundin Nancy (Karen Allen), die er nicht über seinen Auftrag in Kenntnis setzen darf. Weitere Morde geschehen, eine vermeintlich heisse Spur erweist sich als Fehlgriff. Als Burns jedoch glaubt den wahren Täter endlich ausgemacht zu haben, geht er zwecks Lösung des Falls auf Ganze...
Regisseur William Friedkin sorgte 1973 mit "The Exorcist" für jede Menge Aufsehen, der Film gilt längst als einer der grossen Klassiker aus den siebziger Jahren. 1980 schlug "Cruising" hohe Wellen, noch heute unterstellt man dem Werk hin und wieder eine feindselige Einstellung gegenüber Schwulen. Ich teile diese Ansicht nicht, mir ist eine solche Auslegung des Stoffes gar rätselhaft. Die Hauptfigur gerät in einen Sog, ausgeübt durch das reichlich abgedrehte Umfeld der Lederbars. Pacino trägt aber zu keiner Zeit so etwas wie Ekel oder gar Hass zur Schau, er wirkt eher wie eine Person die mit grossen Augen eine völlig neue, bisher unbekannte, vielleicht unvorstellbare Welt entdeckt. Dann sollte man nicht vergessen, dass der Film sich überwiegend nur auf einen Teil der Schwulenszene bezieht, eben auf die Freunde von Leder und SM. Das Werk nutzt dieses vermeintlich provokante Umfeld für seine Zwecke, prangert das Treiben aber nicht an. Genauso hätte man die Handlung in die Hetero-SM Szene verlagern können. Zusätzlich installierte Friedkin auch noch die Figur Ted Bailey (Don Scardino). Dieser Ted Bailey ist der Nachbar von Pacinos Figur, ein junger Homosexueller, der sehr freundlich und sympathisch gezeichnet ist, fernab von den harten Jungs in den Bars. Al Pacino legt einen gewohnt guten Auftritt hin. Auf den ersten Blick wirkt seine Darbietung fast ein wenig unscheinbar, doch das stellt sich beim zweiten Blick als Glücksgriff heraus. Pacino spielt mit viel Sensibilität, nimmt sich -für seine Verhältnisse- zurück, explodiert bei Bedarf genau auf den Punkt. Die übrigen Mitwirkenden gehen fast ein wenig unter, obwohl sie durch die Bank sehr überzeugend auftreten. Hier dominieren allerdings die Atmosphäre und die von Pacino verkörperte Figur. Ein paar Worte seinen den Nebendarstellern verdientermaßen gegönnt. Paul Sorvino kennt man auch zahlreichen Produktionen, meist wird er für Nebenrollen angeheuert. Sein Captain Edelson verbreitet stets einen Anflug von Schwermut, den er mit traurigen Augen zum Ausdruck bringt. Don Scardino gibt als Gegenpart zu den Lederburschen eine freundliche Vorstellung ab, Karen Allens Spiel bleibt ebenfalls ohne Fehl und Tadel. Nicht zu vergessen Joe "Maniac" Spinell, der einmal mehr eine perfekte Leistung als Widerling abliefert.
"Cruising" mag für einen Thriller nicht unbedingt den cleversten Plot bieten, grosse und packende Überraschungen sucht man eher vergeblich. Die grosse Stärke des Films sind sein erstklassiger Hauptdarsteller -der von den übrigen Mitwirkenden solide unterstützt wird- sowie die intensive, düstere Atmosphäre. Friedkin versteht es diese Atmosphäre atmen zu lassen, so sind dann auch die Morde nicht besonders ausufernd brutal inszeniert, kommen aber bedrohlich und fast verstörend daher. Obwohl es wie erwähnt an Wendungen mangelt, lässt "Cruising" durch sein gelungenes Ende der Phantasie des Zuschauer Raum, was ich sehr begrüsse! Wer sich gern einen guten Thriller zu Gemüte führt, tätigt mit diesem Film ohne Zweifel einen guten Griff. Die hier als "Atmosphärenverdichter" genutzte Halbwelt erweist sich als Glücksgriff, dem Film deswegen Feindlichkeit gegen Schwule zu unterstellen, halte ich für eine kurzsichtige Absurdität.
Die DVD aus dem Hause Warner präsentiert den Streifen in guter Qualität. Im Bonusmaterial kommen Friedkin und andere Mitwirkende zu Wort, leider ist Al Pacino nicht mit dabei, schade. Insgesamt kann man mit der Veröffentlichung zufrieden sein, auch wenn die Nachbearbeitung des Materials teils zu einer leichten Verfälschung einiger Szenen führte. Hier müsste man zum direkten Vergleich die ursprüngliche Version heranziehen, um wirklich beurteilen zu können, ob das Werk dadurch beschädigt wurde.
Berüchtigter Thriller im schwulen S/M-Milieu, den ich ja gar nicht so progressiv in Erinnerung hatte, als sich "Cruising" mir bei meiner gestrigen Sichtung präsentiert hat. Der Streifen ist auch mehr als nur ein handelsüblicher Thriller und zeigt das Abtauchen eines Polizisten in eine bislang ungeahnte Subkultur, die den Herrn dann auch nachhaltig verändert und wohl auch nicht mehr loslässt. Friedkin portraitiert dabei eine schwule und hedonistische Subkultur kurz vor Ausbruch der Aids-Epidemie, die so nicht mehr existiert und ist so sicher auch als Zeitdokument sehr interessant. Der Thriller-Anteil hingegen ist eher zu vernachlässigen und da auch die Existenz des Killers von Anfang an klar ist, kommt so etwas wie Spannung nicht wirklich auf. Der Streifen ist aber sehr packend gemacht, besticht durch einen großartigen Hauptdarsteller, sowie restlichem Cast und das Ende hat mir ebenfalls gut gefallen. Sicher einer der ungewöhnlicheren Mainstream-Thriller, aber wo hab ich nur mein Leder-Käppi!
Mir hat Cruising sehr gut gefallen, besonders das hin und her gerissen sein des Hauptdarstellers!
Einerseits Unverständnis, angewidert sein und doch eine gewisse Faszination und vielleicht auch eine unterdrückte Lust an Kerlen.
Das Ende macht mir echt Gänsehaut, der Blick in den Spiegel und das Wissen das es nie mehr so sein wird wie zuvor.
Starker Film, starker Pacino!
Hm.....ich hab diesen Film einmal auf VHS gesichtet, das Tape war ziemlich runter und ich weiß nun gar nicht ob der Film selbst mir nicht gefallen hat oder aber ob mir die Quali des Tapes nen strich durch die Rechnung gezogen hat.
In vernünftiger Qualität sollte man den schon sehen, damit die Bilder wirken können. Die Farbgebung bei den Nachtszenen ist z. B. schon ziemlich wichtig. Die deutsche DVD ist da schon sehr gelungen.