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Hexe der Liebe - Damiano Damiani (1966)
Verfasst: Di 10. Jul 2012, 18:35
von jogiwan
Hexe der Liebe
Originaltitel: La Strega in amore
Alternativtitel: Aura / The Witch in Love
Herstellungsland: Italien / 1966
Regie: Damiano Damiani
Darsteller: Richard Johnson, Rosanna Schiaffino, Gian Maria Volonté, Sarah Ferrati, Margherita Guzzinati, Ivan Rassimov
Story:
A historian goes to a castle library to translate some ancient erotic literature. While there he discovers what he believes to be supernatural forces at work. (quelle: imdb.com)
Re: Hexe der Liebe - Damiano Damiani (1966)
Verfasst: Fr 29. Jul 2022, 16:22
von jogiwan
demnächst von Arrow in der "Gothic Fantastico"-Box:

- gothic fantastico.PNG (864.56 KiB) 907 mal betrachtet
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Re: Hexe der Liebe - Damiano Damiani (1966)
Verfasst: Do 21. Sep 2023, 21:07
von Nello Pazzafini
WAS für ein Meisterwerk!!!!!! War für mich eine Erstsichtung und ich war in jeder Beziehung schockverliebt! Da stimmt wirklich alles und es gibt demnächst eine weitere Sichtung von diesem beeindruckenden Werk! Ich bin mit Damiano ´s bekanntem Ouvre sehr vertraut aber diese Seite kannte ich noch nicht von ihm. GROSSES KINO!
Re: Hexe der Liebe - Damiano Damiani (1966)
Verfasst: So 26. Jan 2025, 15:59
von sergio petroni
Sergio (Richard Johnson) lebt in Rom und wechselt die Jobs und die Frauen wie es ihm paßt.
So ist er auch offen für ein Angebot einer älteren Dame, ihre Bibliothek durchzuforsten und auf
Vordermann zu bringen. Consuelo lebt in einem riesigen innerstädtischen, palastähnlichem
Anwesen; Geld scheint für sie kein Problem zu sein. Richard nimmt das Jobangebot an, als er Aura,
der verführerischen Tochter von Consuelo ansichtig wird. Richard verliebt sich in Aura, bemerkt aber
zugleich, daß am seinem neuen Arbeitsplatz nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Als dann Sergios Vorgänger (sowohl im Job als auch als Auras Liebhaber)
Fabrizio (Gian Maria Volonte) auftaucht, beginnt ein seltsames Gefühlswirrwarr.
Je mehr Sergio das riesige, den Verfall anheimgegebene Anwesen verlassen will,
desto schwerer fällt es ihm.
Die Buchvorlage "Aura" von Carlos Fuentes kenne ich nicht. Die Verfilmung von Damiani ist
jedenfalls toll. Die Kameraarbeit und der Score nehmen einen sogleich gefangen. Hinzu kommt
das hervorragende Schauspiel aller Beteiligten sowie eine unheimliche Grundstimmung,
die den Zuschauer durch den ganzen Film trägt. Rosanna Schiaffino als Aura ist wirklich
umwerfend, und man(n) kann sich irgendwie mit den Gefühlswelten von Fabrizio,
dem offenbar von Aura ausgelaugten Ex-Lover und von Richard, der Aura wider
besseres Wissen verfallen ist, identifizieren.
Sehr schöne Entdeckung!
8/10
Re: Hexe der Liebe - Damiano Damiani (1966)
Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 16:46
von Arkadin
Damiano Damiani begibt sich in das phantastische Genre. Ich hatte ja immer gedacht, "Die verliebte Hexe" wäre eine romantische Komödie, so ein wenig in Richtung "Meine Braut ist übersinnlich". Aber weit gefehlt. Der Film ist sehr ernsthaft und von echter Liebe keine Spur. Eher Obsession. Richard "Das Schiff kann auslaufen" Johnson ist ein ziemlich ekliger Playboy, der überall seine Mädchen hat und die alle betrügt und das Blaue vom Himmel verspricht, während er schon auf dem Weg zur nächsten Eroberung ist. Und dabei findet er sich natürlich megacool. Sein "Jagdfieber" führt ihn dann zu einer älteren Frau, von der er glaubt, sie wäre natürlich auch scharf auf ihn. Zu seiner großen Verwunderung (und Unglauben) versichert diese ihn aber, sie suche nur einen Bibliothekar, da der jetzige "sich wie der Herr im Haus" aufführen würde. Da der gute Richard noch immer an einen Flirt glaubt und ihm die Dame natürlich viel zu alt ist, will er das Haus schnell wieder verlassen, trifft dann aber auf die höchst attraktive Tochter des Hauses. Und die wird natürlich sofort massiv angegraben. Diverse red flags werden dann auch übersehen und dass sein Vorgänger sich seltsam verhält, macht den vor Geilheit Blinden auch keine Gedanken. Es kommt, wie es kommen muss. Die Geschichte bietet jetzt keine großartigen Überraschungen und wer schon mehr als einen Film in die Richtung gesehen hat, wird sich denken können, wie der Hase läuft. Doch Damiano Damiani hat die Zügel fest im Griff, zaubert in der schon arg verfallen Stadtvilla eine wunderbare und irritierende Atmosphäre. Zudem ist er von guten Schauspieler umgeben (Gian Maria Volontè als Johnsons Vorgänger spielt hier alles an die Wand und kurz und klein) und hat einen fantastischen Kameramann (Leonida Barboni) zur Hand. Insgesamt eine dicke Empfehlung.