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Eine Witwe mordet leise - Lee H. Katzin (1969)
Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 00:17
von untot
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- Eine Witwe mordet leise.jpg (99.3 KiB) 76 mal betrachtet
Originaltitel: Whatever Happened to Aunt Alice?
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1969
Regie: Lee H. Katzin
Darsteller: Geraldine Page, Ruth Gordon, Rosemary Forsyth, Robert Fuller, Mildred Dunnock,
Joan Huntington, Peter Brandon, Michael Barbera, Peter Bonerz, Richard Angarola, Claire Kelly, Valerie Allen
Inhalt:
Mr. Marrable ist kürzlich verstorben und hat seiner Witwe Claire nichts als Schulden hinterlassen. Claire weiß nicht, wie sie ihren gewohnten Lebensstil aufrecht erhalten soll. Kurzerhand tötet sie ihre Haushälterin Edna, stiehlt deren Ersparnisse und verscharrt die Leiche im Garten. Schon bald kündigt sich der nächste finanzielle Engpass an und eine weitere Haushaltshilfe wird ins Jenseits befördert. Weitere Frauen verschwinden, der Garten erblüht. Doch dann bewirbt sich die resolute Mrs. Dimmock um die freie Stelle, die auf der Suche nach ihrer verschwundenen Freundin Edna ist...
Fazit:
Bitterböses, rabenschwarzes Filmchen, das mir einmal mehr beweist, das man besser keiner harmlos aussehenden Dame im mittleren Alter trauen sollte.
Ruth Gordon, die vielen aus dem wunderbaren Film, "Harold und Maude" bekannt sein dürfte, spielt hier eine der Hauptrollen, ich lieb diese Frau einfach.
Dieser Film macht in jedem Fall einen riesen Spaß!
8/10
Re: Eine Witwe mordet leise - Lee H. Katzin
Verfasst: Do 24. Okt 2013, 07:27
von jogiwan
Ganz kann ich die Freude von der untotschi an diesem Filmchen ja nicht teilen. Sicherlich ist die Story irgendwie originell und die beiden Hauptdarstellerinnen grandios, aber Regisseur Katzin hat sich ja redlich Mühe gegeben, die Story so uninteressant und bieder wie nur möglich in Szene zu setzen. Wie der Hase läuft ist ja jedenfalls bald einmal zu erahnen und anstatt ein bitterböses Katz- und Mausspiel zweier älterer Frauen zu inszenieren, verkommt "Eine Witwe mordet leise" imho etwas zu einem drögen Spektakel ohne richtige Höhepunkte, bei dem man sich auch noch bei den Nebenhandlungscharakteren verzettelt. Da hat man zwei großartige Darstellerinnen und eine tolle Ausgangsidee und dann sowas - irgendwie schade...
Re: Eine Witwe mordet leise - Lee H. Katzin
Verfasst: Do 24. Okt 2013, 11:24
von horror1966
Auch ich hatte mir von diesem Filmchen ein wenig mehr erwartet und muss unserem jogtschi einmal zustimmen. Zu dröge und bieder, da hätte man weitaus mehr rausholen können, dennoch immer noch
6/10
Re: Eine Witwe mordet leise - Lee H. Katzin
Verfasst: Sa 25. Jun 2022, 14:10
von sergio petroni
Claire (Geraldine Page) hat sich an einen formidablen Lebensstil gewöhnt. Doch als
ihr Mann stirbt und nur Schulden hinterläßt, muß sich Claire eigentlich mit Einschränkungen vertraut
machen. Doch nach außen hin spielt sie weiter die vermögende Witwe. Das nötige Geld, um wenigstens
die Fassade aufrecht zu erhalten, beschafft sie sich dadurch, daß sie ihre Haushälterinnen ermordet,
und sich deren Erspartes aneignet. Eines Tages zieht Harriet mit ihrem kleinen Sohn in das
leerstehende Nachbarsgebäude ein. Claire ist wenig erfreut, befürchtet sie doch, daß
die neue Nachbarin etwas von ihrem mörderischen Treiben mitbekommen könnte.
Zugleich stellt sich mit Alice (Ruth Gordon) eine neue Haushälterin bei Claire vor.
Claire ahnt noch nicht, daß Alice im Gegensatz zu ihren
Vorgängerinnen kein leichtes Opfer werden wird.....
Lee H. Katzins Streifen bewegt sich auf Fernsehniveau. Spannung und Überraschungen bewegen sich
innerhalb gewisser Grenzen, wobei am Schluß die Schraube leicht angezogen wird.
Am ehesten fasziniert Geraldine Page in der Rolle der eiskalten Mörderin.
Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und ihre kriminelle Energie ist gepaart mit einem
unterhaltsam kalauernden Zynismus. Ruth Gordon als ihre Gegenspielerin gefällt
ebenfalls, bleibt aber im Vergleich zu Geraldine Page doch eher blaß.
Rosemary Forsyth als Harriet sieht zum Anbeißen aus. Ich war jedesmal erfreut,
wenn sie die Szenerie betrat.
Allzu viele Haken schlägt die Story nicht, das Erzähltempo bewegt sich irgendwo
zwischen 20er- und 30er-Zone.
Dennoch hat die Idee irgendwas, daß sich in Claires Garten jeder Baum von einem
Mordopfer ernährt; der Film beruht auf einer Geschichte namens "The Forbidden Garden".
Zudem beendet der Streifen Aldrichs lose Trilogie mit ältlichen, mordenden Damen
nach "Was geschah wirklich mit Baby Jane" und "Wiegenlied für eine Leiche".
Hier fungierte Aldrich als Produzent.
5,5/10