Magdalena - vom Teufel besessen - Walter Boos (1974)
Verfasst: Sa 20. Mär 2010, 14:34
Als eine Prostituierte zur Faschingszeit um 5 Uhr morgens aus der Kneipe nach Hause torkelt, findet sie im Eingangsbereich des Hauses einen Mann tot vor, der in klassischer Jesus-Pose an der Wand gekreuzigt wurde. Winter hieß der Alte, und Satanist soll er gewesen sein.
Seine einzige Verwandte ist Magdalena, die als Vollwaise in einem Mädchenwohnheim lebt, und deren 18. Geburtstag in Kürze bevorsteht. Doch just nach Opis Tod verwandelt sich Maggilena: Tobsuchtsanfälle, Schaum vor dem Mund, übermenschliche Kräfte, und stets kann sie sich an nichts erinnern. Die Heimleiterin (Elisabeth Volkmann) ist schnell überfordert von der Situation und der Hausarzt ist bald mit seinem Latein am Ende. Überraschenderweise will Maggi den Pfarrer Conrad in der Kirche aufsuchen, bei dem sie früher im Kirchenchor gesungen hat. Dessen Begeisterung ist aber nach Magdalenas Begrüßung "Na, du Nonnenficker" rasch getrübt...
Immer mehr kommt der Pfaffe zu der Ansicht, dass hier exorzistische Methoden angewendet werden müssten, doch zunächst hat der Psychiater Prof. Falk das sagen, außerdem hat der Prof. noch einen Assistenten namens Dr. Scholz (Michael Hinz), der sich in die Teufelsbraut verguckt hat und umgekehrt, aber das Mädel ist nicht ungefährlich, wie vorher zwei Freunde in einem bayerischen Wirtshaus erfahren mussten. Beide werden unabhängig von der Winter aufgegeilt, dann macht sie mit dem einen rum, der andere kommt rein, ist naturgemäß angesäuert, doch M. behauptet, dass der Erste sie vergewaltigen wollte. Es kommt zu einer Schlägerei zwischen den beiden Männern, dann fordert die Maggi die beiden zum Kampf auf. "Der Gewinner kriegt mich!" Worauf der eine Mann seinen Freund kurzerhand mit einem Messer absticht...
Ja, Friedkins EXORZIST hat auch Einfluß auf die hiesige Filmproduktion gehabt. Da Schmierfink Walter Boos (getarnt durch das Pseudonym Michael Walter) am Ruder stand, ist nicht weiter verwunderlich, das Magdalena reichlich ihre körperlichen Vorzüge zeigen darf und Obszönitäten absondert ("will was in die Fotze!")
Die Hauptrolle bekam Dagmar Hedrich, zu der es in den Credits heißt "Zum ersten Mal auf der Leinwand". Vermutlich war es auch das letzte Mal...
Den Pater spielt übrigens Rudolf Schündler, womit wir noch eine Verbindung zum Original-Exorzisten hätten, allerdings nicht unbedingt ein Karrieresprung...
Schündler war ja auch in Argentos "Suspiria" (wenn auch nicht in der von Kai32nrw erbetenen deutschen Kinofassung...), und ich glaube ja, dass Argento ein heimlicher Fan dieses Films war. Suspiria spielt zwar in einer Tanzschule und nicht in einem Mädchenwohnheim, und generell ist ein Vergleich beider Filme pure Blasphemie. Doch schon bei Boos passieren merkwürdige Dinge auf dem Dachboden, die Treppe wird auffällig oft ins Bild gesetzt, einen Hund gibt's im Heim auch. Und auch wenn das echte "Haus zum Walfisch" in Freiburg steht, soll "Suspiria" (wie "Magdalena") ja wohl in München spielen.