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Pecker - John Waters (1998)
Verfasst: Mo 30. Jun 2014, 07:11
von jogiwan
Pecker
Originaltitel: Pecker
Herstellungsland: USA / 1998
Regie: John Waters
Darsteller: Edward Furlong, Christina Ricci, Bess Armstrong, Mark Joy, Mary Kay Place, Martha Plimpton
Story:
Der 18jährige Pecker knipst alles, was ihm vor die Linse kommt: Ratten beim Sex, lesbische Stripperinnen, seine schrille Familie und andere Schnappschüsse aus dem Alltagsleben. Was niemand für möglich gehalten hat, trifft ein: Pecker wird entdeckt. Seine Bilder sind in der New Yorker Kunstszene schwer angesagt und der kleine Imbißangestellte avanciert über Nacht zum Star. Trotz des Erfolges droht Pecker die Lage und die gute Laune zu entgleiten. Also erfordern ungewöhnliche Umstände ungewöhnliche Maßnahmen... (quelle: amazon.de)
Re: Pecker - John Waters (1998)
Verfasst: Mo 30. Jun 2014, 07:20
von jogiwan
In John Waters Filmen geht es ja immer um Außenseiter oder Leutchen, die einen vermeintlich "etwas anderen" Lebensstil praktizieren und auch "Pecker" ist im Grunde nichts anderes als eine Liebeserklärung an diverse schräge, aber ungemein sympathische Vögel aus Baltimore, die in fotografierter Form auf einmal zur Kunstform erhoben werden. Dieses hat auch für den Fotografen Pecker und dessen Familie ganz unerwartete Folgen und ehe man sich versieht avanciert der junge Mann zum Liebkind der Kunstszene und wird direkt in den künstlerischen Olymp durchgereicht. John Waters Streifen ist dabei auch etwas märchenhaft und doch blitzt auch immer wieder sein subversiver und anarchistischer Humor auf und am Ende wird ja kurzerhand der Spieß umgedreht und der ach so kultivierte Kunstbetrieb auf liebenswerte Weise entzaubert. Trotz etwas drögem und fast schon ungewohnt harmlosen Start und nicht immer ganz gelungener Figurenzeichnung ist daher auch "Pecker" eine sehr lohnende Sache und jedes Mal, wenn man glaubt die Geschichte vorauszuahnen, geht die Sause in eine andere Richtung und Herr Waters lacht sich wieder einmal in sein Fäustchen. Sehr spaßig und noch dazu mit netter Botschaft!
Re: Pecker - John Waters (1998)
Verfasst: Do 13. Mai 2021, 07:02
von jogiwan
jogiwan hat geschrieben: ↑Mo 30. Jun 2014, 07:20
In John Waters Filmen geht es ja immer um Außenseiter oder Leutchen, die einen vermeintlich "etwas anderen" Lebensstil praktizieren und auch "Pecker" ist im Grunde nichts anderes als eine Liebeserklärung an diverse schräge, aber ungemein sympathische Vögel aus Baltimore, die in fotografierter Form auf einmal zur Kunstform erhoben werden. Dieses hat auch für den Fotografen Pecker und dessen Familie ganz unerwartete Folgen und ehe man sich versieht avanciert der junge Mann zum Liebkind der Kunstszene und wird direkt in den künstlerischen Olymp durchgereicht. John Waters Streifen ist dabei auch etwas märchenhaft und doch blitzt auch immer wieder sein subversiver und anarchistischer Humor auf und am Ende wird ja kurzerhand der Spieß umgedreht und der ach so kultivierte Kunstbetrieb auf liebenswerte Weise entzaubert. Trotz etwas drögem und fast schon ungewohnt harmlosen Start und nicht immer ganz gelungener Figurenzeichnung ist daher auch "Pecker" eine sehr lohnende Sache und jedes Mal, wenn man glaubt die Geschichte vorauszuahnen, geht die Sause in eine andere Richtung und Herr Waters lacht sich wieder einmal in sein Fäustchen. Sehr spaßig und noch dazu mit netter Botschaft!
Bei aller Liebe zu John Waters muss man aber schon auch anmerken, dass es sich hier um seinen wohl zugänglichsten und mainstreamigsten Streifen handelt, in dem bitterböser Humor nur noch am Rande aufblitzt. Viel mehr wirken die fast schon märchenhaften Ereignisse um den Künstler wider Willen und seiner sympathischen Familie altersmilde, gemäßigt und fast schon ein wenig verträumt. Doch auch das macht immer noch genug Spaß um den Zuschauer bei Laune zu halten und ein paar abgründige Momente gibt es ja trotzdem. Ist der Film auch erst einmal in Fahrt, macht er auch ziemlich Spaß.