Giallo - Dario Argento (2009)
Verfasst: Do 13. Mai 2010, 20:20
Giallo - Dario Argento
Originaltitel: Giallo
Italien / USA - 2009
Regie: Dario Argento
Darsteller: Adrien Brody, Emmanuelle Seigner, Elsa Pataky, Robert Miano, u.a.
Story:
In Turin erschüttert eine brutale Mordserie die Stadt: ein sadistischer Killer kidnappt als Taxifahrer verkleidet hübsche, vornehmlich ausländische Frauen und zerstört mit qualvollen Folterungen ihre Schönheit. Danach ermordet sie der Killer eiskalt und verteilt die zerschundenen Körper seiner Opfer wahllos im Stadtgebiet. Die Polizei steht vor einem Rätsel und hat keinerlei Spur, die auf die Identität des brutalen Killers deuten könnte. Als eines Tages das französische Model Celine von einer Modenschau zu ihrer frisch angereisten Schwester Linda (Emmanuelle Seigner) ins Hotel fahren möchte, hört diese nur noch am Telefon, dass Celine in einem Taxi entführt wird und befürchtet natürlich das Schlimmste.
Sie geht zur Polizei, die ihre Vermisstenanzeige jedoch nicht bearbeiten möchte. Der Beamte gibt ihr jedoch den Tipp sich mit Inspektor Enzo Avolvi (Adrien Brody) in Verbindung zu setzen, der auf die brutale Mordserie angesetzt ist. Linda ist hartnäckig und bleibt Avolvi so lange dicht auf den Fersen, bis dieser an der Mitarbeit Lindas einwilligt. Als eines Tages eine übel zugerichtete Japanerin gefunden wird, erzählt diese mit letzter Kraft etwas von der seltsam-gelben Hautfarbe des Täters. Die Polizei ist verwundert, doch Linda hat den Verdacht, dass der Mörder eine Leber-/Nierenerkrankung haben könnte und schon kurze Zeit später kommen die Beiden dem sadistischen Mörder auf die Spur…
Dario, Dario… was ist dir da bloss eingefallen? Dass die Geschichten in Argentos Werken ja eher eine untergeordnete Rolle spielen und der Kino-Maestro i.R. sich eher auf die oppulente Optik konzentriert, ist ja hinlänglich bekannt. Was jedoch die Drehbuchautoren mit dem holprigen und größtenteils absolut unlogischen Drehbuch von „Giallo“ ausgedacht haben, ist eigentlich eine Beleidigung für jeden mündigen Zuschauer und reicht in seiner Banalität normalerweise nicht einmal für eine Episode einer RTL-Eigenbau-Serie.
Die Geschichte über den krankhaft-entstellten Killer mit Nierenproblem der junge Frauen kidnappt, weil er deren Schönheit neidig ist, ist ja von vornherein jetzt nicht gerade spannend oder innovativ. Warum er diese jedoch zuerst foltert und ihrer Schönheit beraubt um sie dann erst umzubringen ist ja bei näherer Betrachtung nicht ganz logisch. Außerdem agiert der Killer auch derart überzogen, was ihn zusätzlich unglaubwürdig erscheinen lässt. Was sich die Schreiberlinge jedoch als Background für den mürrischen Ermittler ausgedacht haben, spottet eigentlich jeder Beschreibung und sorgt auch eher für erheiternde Momente. Auch das Ende des Filmes ist wenig konsequent und enttäuscht nach 90 mühevoll durchgestandenen Minuten ebenfalls.
Dabei wäre der Film vielleicht mit einem besseren Drehbuch und anderen Darstellern gar nicht mal so übel geworden. An der technischen Umsetzung gibt es ja gar nicht so viel zu meckern, auch wenn die einzig-gorige Szene etwas deplatziert wirkt. Die Kamerafahrt zu Beginn des Filmes erinnert zwar an bessere Tage und auch die Farbgebung mit kräftigen Rot- und Goldtönen weiß durchaus zu gefallen. Der endgültige Todesstoß wird dem Film jedoch mit seinen Darstellern versetzt. Adrien Brody agiert so derart hölzern, dass man sich wirklich fragen muss, wie der jemals zu einem Oscar gekommen ist. Auch Emanuelle Seigner, die Lebensgefährtin von Roman Polanski hat auch schon glaubwürdigere Momente erlebt und die restlichen Darsteller sind aufgrund des Drehbuches aber ohnehin machtlos.
Eigentlich hätte die Rolle des introvertierten Ermittlers eigentlich Vincent Gallo übernehmen sollen, der jedoch verständlicherweise keine Lust hatte, mit seiner Ex-Verlobten Asia Argento einen Film zu drehen. Nach seiner Absage, wurde die jedoch schwanger und konnte ebenfalls nicht in dem Streifen ihres Vaters mitwirken. Ray Liotta sagte ebenfalls ab und so kam Adrien Brody zu dem Streifen, der offensichtlich auch etwas Geld springen lies und bei „Giallo“ auch als Produzent aufscheint. Das Geld wäre anderweitig zwar sicher besser investiert gewesen, aber wer hätte schon gedacht, dass der ehemalige Meister des Horrors den Karren so derart in den Dreck fährt.
„Giallo“ ist ein in allen Belangen unterdurchschnittlicher Film, der mit seiner dämlichen Geschichte selbst Hardcore-Argento-Fans nicht überzeugen kann. Dagegen wirken seine letzten Filme wie „Do you like Hitchcock“ und „Card Player“ ja fast noch wie große Werke und mit einem Giallo, wie wir ihn uns vielleicht erwarten würde, hat der Streifen erst recht nichts zu tun. Was von vielen Fans aufgrund des Titels daher sehnlichst als Hommage an seine früheren Erfolge zu Beginn der Siebziger erwartet wurde, ist ironischer-weise nun sein Abgesang. Das einzige positive an dem Film ist wohl die Tatsache, dass es von nun an wohl nur noch aufwärts gehen kann. Viel schlechter geht ja auch gar nicht mehr. „Giallo“ ist doof, hoffnungslos unglaubwürdig und über weite Strecken hinweg einfach nur langweilig. Ein paar hübsche Kameraeinstellungen und Locations mögen zwar dafür sorgen, dass der Film von mir immerhin noch 3 - 4 von 10 möglichen Punkten bekommt, aber die absolute Enttäuschung als großer Fan seiner Werke bis inklusive „Sleepless“ bleibt aber trotzdem.
Originaltitel: Giallo
Italien / USA - 2009
Regie: Dario Argento
Darsteller: Adrien Brody, Emmanuelle Seigner, Elsa Pataky, Robert Miano, u.a.
Story:
In Turin erschüttert eine brutale Mordserie die Stadt: ein sadistischer Killer kidnappt als Taxifahrer verkleidet hübsche, vornehmlich ausländische Frauen und zerstört mit qualvollen Folterungen ihre Schönheit. Danach ermordet sie der Killer eiskalt und verteilt die zerschundenen Körper seiner Opfer wahllos im Stadtgebiet. Die Polizei steht vor einem Rätsel und hat keinerlei Spur, die auf die Identität des brutalen Killers deuten könnte. Als eines Tages das französische Model Celine von einer Modenschau zu ihrer frisch angereisten Schwester Linda (Emmanuelle Seigner) ins Hotel fahren möchte, hört diese nur noch am Telefon, dass Celine in einem Taxi entführt wird und befürchtet natürlich das Schlimmste.
Sie geht zur Polizei, die ihre Vermisstenanzeige jedoch nicht bearbeiten möchte. Der Beamte gibt ihr jedoch den Tipp sich mit Inspektor Enzo Avolvi (Adrien Brody) in Verbindung zu setzen, der auf die brutale Mordserie angesetzt ist. Linda ist hartnäckig und bleibt Avolvi so lange dicht auf den Fersen, bis dieser an der Mitarbeit Lindas einwilligt. Als eines Tages eine übel zugerichtete Japanerin gefunden wird, erzählt diese mit letzter Kraft etwas von der seltsam-gelben Hautfarbe des Täters. Die Polizei ist verwundert, doch Linda hat den Verdacht, dass der Mörder eine Leber-/Nierenerkrankung haben könnte und schon kurze Zeit später kommen die Beiden dem sadistischen Mörder auf die Spur…
Dario, Dario… was ist dir da bloss eingefallen? Dass die Geschichten in Argentos Werken ja eher eine untergeordnete Rolle spielen und der Kino-Maestro i.R. sich eher auf die oppulente Optik konzentriert, ist ja hinlänglich bekannt. Was jedoch die Drehbuchautoren mit dem holprigen und größtenteils absolut unlogischen Drehbuch von „Giallo“ ausgedacht haben, ist eigentlich eine Beleidigung für jeden mündigen Zuschauer und reicht in seiner Banalität normalerweise nicht einmal für eine Episode einer RTL-Eigenbau-Serie.
Die Geschichte über den krankhaft-entstellten Killer mit Nierenproblem der junge Frauen kidnappt, weil er deren Schönheit neidig ist, ist ja von vornherein jetzt nicht gerade spannend oder innovativ. Warum er diese jedoch zuerst foltert und ihrer Schönheit beraubt um sie dann erst umzubringen ist ja bei näherer Betrachtung nicht ganz logisch. Außerdem agiert der Killer auch derart überzogen, was ihn zusätzlich unglaubwürdig erscheinen lässt. Was sich die Schreiberlinge jedoch als Background für den mürrischen Ermittler ausgedacht haben, spottet eigentlich jeder Beschreibung und sorgt auch eher für erheiternde Momente. Auch das Ende des Filmes ist wenig konsequent und enttäuscht nach 90 mühevoll durchgestandenen Minuten ebenfalls.
Dabei wäre der Film vielleicht mit einem besseren Drehbuch und anderen Darstellern gar nicht mal so übel geworden. An der technischen Umsetzung gibt es ja gar nicht so viel zu meckern, auch wenn die einzig-gorige Szene etwas deplatziert wirkt. Die Kamerafahrt zu Beginn des Filmes erinnert zwar an bessere Tage und auch die Farbgebung mit kräftigen Rot- und Goldtönen weiß durchaus zu gefallen. Der endgültige Todesstoß wird dem Film jedoch mit seinen Darstellern versetzt. Adrien Brody agiert so derart hölzern, dass man sich wirklich fragen muss, wie der jemals zu einem Oscar gekommen ist. Auch Emanuelle Seigner, die Lebensgefährtin von Roman Polanski hat auch schon glaubwürdigere Momente erlebt und die restlichen Darsteller sind aufgrund des Drehbuches aber ohnehin machtlos.
Eigentlich hätte die Rolle des introvertierten Ermittlers eigentlich Vincent Gallo übernehmen sollen, der jedoch verständlicherweise keine Lust hatte, mit seiner Ex-Verlobten Asia Argento einen Film zu drehen. Nach seiner Absage, wurde die jedoch schwanger und konnte ebenfalls nicht in dem Streifen ihres Vaters mitwirken. Ray Liotta sagte ebenfalls ab und so kam Adrien Brody zu dem Streifen, der offensichtlich auch etwas Geld springen lies und bei „Giallo“ auch als Produzent aufscheint. Das Geld wäre anderweitig zwar sicher besser investiert gewesen, aber wer hätte schon gedacht, dass der ehemalige Meister des Horrors den Karren so derart in den Dreck fährt.
„Giallo“ ist ein in allen Belangen unterdurchschnittlicher Film, der mit seiner dämlichen Geschichte selbst Hardcore-Argento-Fans nicht überzeugen kann. Dagegen wirken seine letzten Filme wie „Do you like Hitchcock“ und „Card Player“ ja fast noch wie große Werke und mit einem Giallo, wie wir ihn uns vielleicht erwarten würde, hat der Streifen erst recht nichts zu tun. Was von vielen Fans aufgrund des Titels daher sehnlichst als Hommage an seine früheren Erfolge zu Beginn der Siebziger erwartet wurde, ist ironischer-weise nun sein Abgesang. Das einzige positive an dem Film ist wohl die Tatsache, dass es von nun an wohl nur noch aufwärts gehen kann. Viel schlechter geht ja auch gar nicht mehr. „Giallo“ ist doof, hoffnungslos unglaubwürdig und über weite Strecken hinweg einfach nur langweilig. Ein paar hübsche Kameraeinstellungen und Locations mögen zwar dafür sorgen, dass der Film von mir immerhin noch 3 - 4 von 10 möglichen Punkten bekommt, aber die absolute Enttäuschung als großer Fan seiner Werke bis inklusive „Sleepless“ bleibt aber trotzdem.