Calcinculo - Chiara Bellosi (2022)

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fritzcarraldo
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Calcinculo - Chiara Bellosi (2022)

Beitrag von fritzcarraldo »

Calcinculo
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csm_fw14big_21_f1abebba1f.jpg (225.92 KiB) 84 mal betrachtet
Sneak Preview. Schauburg Bremen
(Italien/Schweiz 2022)
Regie: Chiara Bellosi
Musik: Giuseppe Tranquillino,
Fabrizio Campanelli
Mit Gaia Di Pietro: Benedetta
Andrea Carpenzano: Amanda
Barbara Chichiarelli: Anna
Giandomenico Cupaiuolo: Marco
Inhalt:
"Für die fünfzehnjährige Benedetta ist ihre Umgebung, eine wenig anregende Provinz in Süditalien, Sinnbild ihres Inneren: Die Sehnsucht nach Veränderung, Aufmerksamkeit sowie ungelebte Möglichkeiten bestimmen ihr Leben. Sie lebt mit ihren zwei kleinen Schwestern und ihren Eltern zusammen. Ihr Vater schraubt gern an Autos herum, die Mutter lässt die Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Leben an Benedetta aus. Anfangs wird darüber geredet, woher Benedettas Übergewicht kommt, wegen dem sie in ärztlicher Behandlung ist.
Gegenüber von ihrem Haus wird eines Tages ein Jahrmarkt aufgebaut. Die bunte, aufregende Welt voll Abwechslung und Aufregung fasziniert Benedetta. Der junge Armando, alias Amanda, widersetzt sich Gendernormen und betreibt eine Wurfbude. Die beiden lernen sich kennen. Benedetta wird so mit einem Leben nach eigenen Vorstellungen im Widerstand gegen herrschende Geschlechternormen konfrontiert. (...)"
(Quelle: wikipedia)
Ein wirklich schöner Beitrag zum Coming-of-Age-Genre. Die 15-jährige Benedetta ist mitten in der Pubertät und als wäre es nicht schon genug, dass sie sich mit den üblichen Teenager-Problemen herumschlagen muss, macht ihre Mutter sie dafür verantwortlich, dass sie nicht Tänzerin werden konnte. Darüberhinaus sieht die Mutter nur das Übergewicht der Tochter. Irgendwann fragt Benedetta, ob sie sie mag. Ja klar, aber es fällt doch der Nachsatz, wenn sie doch nur etwas dünner wäre. Es gibt zwar immer wieder auch schönere Szenen im Zusammenleben der Familie, aber irgendwie scheint sich sonst niemand für Benedetta zu interessieren. Der Vater ist zwar da, aber eben nur körperlich. Als sie dann Amanda/Armando trifft, wird sie nicht nur so aufgenommen und beachtet wie sie ist, sondern bekommt auch positive Bestätigung. Aber Benedetta bemerkt irgendwann auch, dass diese Freundschaft Grenzen hat. Denn Amanda/Armando ist durchaus launisch und egoistisch. Am Ende des Films wird sie dann aufbrechen. Aufbrechen ins Erwachsensein und in die Selbstbestimmtheit.
Gaia Di Pietro als Benedetta ist fantastisch. Sie spielt das alles sehr ruhig, aber man kann immer wieder die Traurigkeit in ihr entdecken.

Letzte Woche lief wohl schon IL Legionario. Ebenfalls aus Italien. Hört sich ebenfalls interessant an. Es scheint, als gelte es auch das zeitgenössische italienische Kino zu entdecken. Auf gehts.
"Das Leben ist noch verrückter als Scheiße!" (Es war einmal in Amerika)
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