Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen

Moderator: jogiwan

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buxtebrawler
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Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen

Beitrag von buxtebrawler »

FarfallaInsanguinata hat geschrieben: Di 13. Jan 2026, 19:55 Ich merke mir Personen, die mich aus irgendwelchen Gründen beeindrucken und schaue mir Filme oft eher mit Blick auf die Besetzung als auf die Handlung an. Bei deutschen Schauspielerinnen etwa gehören z.B. Karoline Teska, Mercedes Müller oder eben Emelie Neumeister zu meinen Lieblingen.
Auf meiner Festplatte habe ich folgendes mit Emelie gefunden;
. Anderst schön (2015) charmante Komödie mit Charly Hübner, wohl der erste Film, den ich mit ihr sah
- In Wahrheit - Episode "Jette ist tot" (2018)
- Doktor Balouz - Staffel 2, Folge 5 "Zwei Herzen" (2022)
Ah, danke! "Anderst schön" habe ich noch ungesehen liegen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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karlAbundzu
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Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen

Beitrag von karlAbundzu »

Tatort Stuttgart: Ex-It
Ein ehemaliges Sternchen ist durch den Wind, parkt ihr Auto mit zwei Kindern drin, um kurz Zigaretten zu holen. Schnitt. Frau auf der Wache beklagt gestohlenes Auto. Später wird das Fahrzeug aus dem Neckar gefischt, allerdings fehlt ein Kind.
Puh, hier stimmt wenig. Uninteressante Charaktere, wischiwaschi Dialoge über Sichtbarkeit. Langeweile mit zwei gegengeschnittenen Zeugenvernehmungen über die Vergangenheit, vorhersehbare Abläufe.
Das war Nix.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Reinifilm
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Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen

Beitrag von Reinifilm »

karlAbundzu hat geschrieben: Di 20. Jan 2026, 15:46 Tatort Stuttgart: Ex-It
Ein ehemaliges Sternchen ist durch den Wind, parkt ihr Auto mit zwei Kindern drin, um kurz Zigaretten zu holen. Schnitt. Frau auf der Wache beklagt gestohlenes Auto. Später wird das Fahrzeug aus dem Neckar gefischt, allerdings fehlt ein Kind.
Puh, hier stimmt wenig. Uninteressante Charaktere, wischiwaschi Dialoge über Sichtbarkeit. Langeweile mit zwei gegengeschnittenen Zeugenvernehmungen über die Vergangenheit, vorhersehbare Abläufe.
Das war Nix.
Der war echt richtig beschissen…
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buxtebrawler
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Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen

Beitrag von buxtebrawler »

Tatort: Wenn man nur einen retten könnte

„Feuer über Bremen…“

Regisseurin Ziska Riemann („Get Lucky – Sex verändert alles“) inszenierte den achten Bremer „Tatort“ um die Ermittlerinnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram) nach einem Drehbuch Elisabeth Herrmanns und Christine Ottos. Mit der am 25. Januar 2026 erstausgestrahlten Mischung aus Krimi und Sozialmelodram debütierte Riemann innerhalb der öffentlich-rechtlichen Reihe.

„Ich weiß, was du getan hast!“

Die Studentin Annalena Höpken (Annika Gräslund) ist tot, sie erlag ihren Verletzungen nach einem Sturz von einer öffentlichen Treppe in der Nähe einer Discothek. Offenbar wurde sie die Treppe hinuntergestoßen. Doch von wem und weshalb? Die Kommissarinnen Liv Moormann und Linda Selb sehen sich zunächst am Fundort um. Selb wird vom obdachlosen Dieb des Mobiltelefons der Toten mit einem Stein niedergeschlagen, nachdem sie ihn verfolgte und zu stellen versuchte. Während sie im Krankenhaus behandelt wird, ermittelt Moormann zusammen mit Patrice „Prince“ Schipper (Tijan Njie, „Girl You Know It's True“) vom Kriminaldauerdienst im Umfeld Annalenas. Diese lebte zusammen mit den Studierenden Karima Al-Sharquawi (Shirin Lilly Eissa, „Um die 50“), Colin Trenkner (Mitja Over, „WatchMe – Sex sells“), Laslo Wolf (Joyce Sanhá, „Noah“) und Hannes Butenbeker (Michael Schweisser, „Kundschafter des Friedens 2“) in einer Wohngemeinschaft, war verarmt und nahm Aufputschmittel. Mit Hannes war sie liiert, doch das ist bereits ein halbes Jahr her…

„So lebt doch kein normaler Mensch, oder?“

„Wenn man nur einen retten könnte“ eröffnet mit einer Soft-Hiphop-Nummer, von der, wenn sie später noch einmal erklingen wird, klar wird, dass WG-Bewohner Colin sie rappt. Der poetisch veranlagte, androgyn wirkende junge Mann ist der Außenseiter der WG, die Annalena vor ihrem Tod ebenso wie die Disco noch aufgesucht hatte. Ein Raub mit Todesfolge ist der erste, naheliegende Verdacht, der jedoch bald ausgeräumt werden kann. Moormann verschlägt es zusammen mit Schipper in besagte WG und Disco und erfährt von der Beziehungskiste ausgerechnet mit Hannes. Der ist Sohn eines reichen Immobilienbesitzers (Stephan Schad, „Für immer Sommer 90“), der die WG-Wohnung zur Verfügung stellt, während Hannes sich als Vermieter geriert und die überzogen hohen Zimmermieten in bar kassiert. Zudem erlaubt er sich sexuelle Verhältnisse zu den Mitbewohnerinnen. Diese WG erweist sich als reichlich toxisch, ihre Darstellung in diesem „Tatort“ kommt einer völligen Studenten-WG-Entromantisierung gleich.

So gut – und vermutlich nah an der Realität – diese Idee auch ist, die Figurenzeichnung kann da nicht ganz mithalten. Insbesondere der sich exzentrisch gebende Betroffenheitslyriker Colin, der auch gern einmal in Reimen spricht, stößt auf, aber auch seine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner wirken zumindest facettenweise aufgesetzt und klischeebehaftet. Als auch noch Prostitution Minderjähriger zum Thema dieses Falls wird, ist das dann doch alles etwas zu dick aufgetragen, zugleich aber auch eine Wendung weg von der WG, hin zu Annalenas Familiengeschichte mit verzweifelter alleinerziehender Mutter (intensiv gespielt von Catrin Striebeck, „Gegen die Wand“), der das Wasser bis zum Hals steht, und trotziger, sich entfremdender jüngerer Schwester Betty (Mathilda Smidt, „Naked“). Finanzielle Armut, käuflicher Sex, Leistungsdruck, Drogenmissbrauch, Abhängigkeiten, Obdachlosigkeit und Geldmacherei mit so dringend benötigten Wohnungen bzw. WG-Zimmern geben sich hier die Klinke in die Hand, was für wie üblich knapp 90 Minuten allerhand ist und der Regisseurin bei der Umsetzung des Drehbuchs zu schaffen gemacht haben dürfte.

Diese findet jedoch meist die richtigen Bilder zu dieser Noir-Sicht auf die Jugend und verleiht insbesondere norddeutscher Kälte passenden Ausdruck. Der Sinn hinter der Entscheidung, Selb auszuknocken und Moormann einen nicht unsympathischen Frauenhelden als Kollegen zur Seite zu stellen, erschließt sich zwar nicht, dafür darf Moormann sich erneut mit angemessen angefressenem Gesichtsausdruck durch die Szenerie rüpeln, Eier beweisen, wo diese gefordert sind, und Herz zeigen, wo vielleicht noch nicht alles verloren scheint. Das dicke Auftragen des Drehbuchs zieht sich dabei konsequent bis zum Finale durch.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
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karlAbundzu
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Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen

Beitrag von karlAbundzu »

Tatort Bremen: Wenn man nur einen retten könnte
Story siehe oben beim Buxte
An sich gab es einiges gutes in dem Krimi. Hatte seine spannenden Momente, Jasna Fritzi Bauer liefert ab und bekommt viel Drehzeit und Story, das ein eventueller Love Interest eingebaut wird, hab ich ihr gegönnt. Aber isgesamt viel zu überladen, viel zu viele Figuren, so dass eine gute überzeugende Charakterisierung ausbleiben mußte. Dazu dann noch Moormanns geteilte Vergangenheit (naja, gemeinsamer Schulbesuch) mit einem vermeindlichen Täter/Zeugen, der zu nicht viel führt. Ein Hinweis Selbs, der nicht etwa zur Aufklärung führt, sondern zum zufälligen Antreffen von Mutter und Tochter.
Was bleibt ist eine tolle Hauptdarstellerin, schöne Bilder Bremens, ein guter Sound. Naja.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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