Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE
Verfasst: Mi 1. Apr 2026, 10:06
• Die Tote im Götakanal (Maj Sjöwall & Per Wahlöö, 1965)
In einem Schleusenbecken des Götakanals wird eine Tote aufgefunden, die offensichtlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Zunächst ist die Identität der jungen Frau rätselhaft, niemand scheint sie zu kennen oder zu vermissen. Bald stellt sich heraus, es handelt sich um eine Touristin aus den USA. Ein amerikanischer Kollege kann erste Hinweise für Ermittlungsansätze geben, doch die Suche nach dem Täter erweist sich zunächst als schwierig und wenig fruchtbar ...
Der erste Roman um Martin Beck, seine Kollegen und sein privates Umfeld. Heute als Kommissar Beck bekannt, bekleidet der Ermittler hier noch den Rang Erster Kriminalassistent. Da ich zuvor die ersten fünf Wallander Romane von Henning Mankell gelesen habe, fallen gewisse Parallelen natürlich sofort ins Auge. Beide Ermittler sind von eher kantiger Natur, ihr Privatleben nicht unbedingt mit Glückseligkeit gefüllt. Mankell zeigt sich offen beeinflusst, verfällt aber nicht in stumpfes abkupfern. Wobei es Mankell bereits im ersten Roman gelingt, seinem Protagonisten Kurt Wallander ordentlich Fleisch auf das Charaktergerüst zu legen, während sich Slöwall und Wahlöö etwas mehr auf Details der Ermittlungsarbeit konzentrieren (ohne dabei die Charakterisierung von Martin Beck zu vernachlässigen).
Auch hier ist die Sprache überwiegend klar und einfach gehalten, teils von erstaunlich offener und herber Ausdrucksweise, wir reden hier immerhin über einen Roman aus der Mitte der Sechziger! Progressiv erscheint mir die neutrale Haltung der Autoren zur offensiv ausgelebten Sexualität des Mordopfers, die sich den Ermittlern im Zuge ihrer Recherchen offenbart. Es wird nie der erhobene Zeigefinger ins Spiel gebracht, man nimmt die Tatsachen als gegeben hin und passt die Gedankengänge entsprechend an. Im Norden ging es scheinbar weniger verkrampft als im miefigen Deutschland zu. Interessantes Detail am Rande, der Mord findet auf dem Touristendampfer Diana statt, noch heute ist das bereits 1931 gebaute Gefährt auf dem Götakanal unterwegs.
Roseanna, so der Originaltitel des Werkes, präsentiert sich als guter Auftakt der Dekalogie Roman über ein Verbrechen. An dieser Stelle erneut vielen Dank dem werten Maulwurf, dessen Empfehlung mich zum Kauf der Reihe anspornte. Die Vorfreude auf den nächsten Teil ist groß, alle zehn Bücher liegen bereit.
In einem Schleusenbecken des Götakanals wird eine Tote aufgefunden, die offensichtlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Zunächst ist die Identität der jungen Frau rätselhaft, niemand scheint sie zu kennen oder zu vermissen. Bald stellt sich heraus, es handelt sich um eine Touristin aus den USA. Ein amerikanischer Kollege kann erste Hinweise für Ermittlungsansätze geben, doch die Suche nach dem Täter erweist sich zunächst als schwierig und wenig fruchtbar ...
Der erste Roman um Martin Beck, seine Kollegen und sein privates Umfeld. Heute als Kommissar Beck bekannt, bekleidet der Ermittler hier noch den Rang Erster Kriminalassistent. Da ich zuvor die ersten fünf Wallander Romane von Henning Mankell gelesen habe, fallen gewisse Parallelen natürlich sofort ins Auge. Beide Ermittler sind von eher kantiger Natur, ihr Privatleben nicht unbedingt mit Glückseligkeit gefüllt. Mankell zeigt sich offen beeinflusst, verfällt aber nicht in stumpfes abkupfern. Wobei es Mankell bereits im ersten Roman gelingt, seinem Protagonisten Kurt Wallander ordentlich Fleisch auf das Charaktergerüst zu legen, während sich Slöwall und Wahlöö etwas mehr auf Details der Ermittlungsarbeit konzentrieren (ohne dabei die Charakterisierung von Martin Beck zu vernachlässigen).
Auch hier ist die Sprache überwiegend klar und einfach gehalten, teils von erstaunlich offener und herber Ausdrucksweise, wir reden hier immerhin über einen Roman aus der Mitte der Sechziger! Progressiv erscheint mir die neutrale Haltung der Autoren zur offensiv ausgelebten Sexualität des Mordopfers, die sich den Ermittlern im Zuge ihrer Recherchen offenbart. Es wird nie der erhobene Zeigefinger ins Spiel gebracht, man nimmt die Tatsachen als gegeben hin und passt die Gedankengänge entsprechend an. Im Norden ging es scheinbar weniger verkrampft als im miefigen Deutschland zu. Interessantes Detail am Rande, der Mord findet auf dem Touristendampfer Diana statt, noch heute ist das bereits 1931 gebaute Gefährt auf dem Götakanal unterwegs.
Roseanna, so der Originaltitel des Werkes, präsentiert sich als guter Auftakt der Dekalogie Roman über ein Verbrechen. An dieser Stelle erneut vielen Dank dem werten Maulwurf, dessen Empfehlung mich zum Kauf der Reihe anspornte. Die Vorfreude auf den nächsten Teil ist groß, alle zehn Bücher liegen bereit.


