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Gesandter des Grauens - Roger Corman (1957)
Verfasst: Fr 14. Apr 2023, 14:39
von Borderline666
Originaltitel: Not Of This Earth
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1957
Regie: Roger Corman
Inhalt:
In der Nachbarschaft zieht der seltsame Mr. Johnson (Paul Birch) ein, ein stets im Anzug gekleideter Mann, der zu jeder Zeit eine Sonnenbrille trägt. Was keiner weiß ist, daß Mr. Johnson ein Außerirdischer ist, der für seine sterbende Rasse dringend Blut sammeln muß und sich auf der Erde bedienen will. Natürlich fallen die blutleeren Opfer schon bald auf - eine neue Art von Vampir ist in der Stadt...
Review:
Der Gesandte des Grauens ist ein früher Klassiker von Roger Corman aus dem Jahre 1957. Inhaltlich geht es um einen Außerirdischen, der auf die Erde kommt, um das Blut der Menschen zu testen, ob es für die Bewohner auf Davanna nützlich sein könnte, weil die Davannaer nach einem Atomkrieg an einer unheilbaren Blutkrankheit leiden. Jedoch bleibt es nicht ewig verborgen, dass mit Mister Johnson, dem Ausserirdischen etwas nicht stimmt und ein Katz und Maus-Spiel beginnt.
Ich mag die Handlung von diesem Film sehr. Es geht um einen Außerirdischen, der auf die Erde kommt und Menschen tötet, aber anstelle des üblichen Gemetzels tötet dieser Außerirdische nicht nur Menschen, um sie zu töten oder ihren Planeten zu übernehmen, er versucht, seinen eigenen Planeten zu retten . Ich habe einfach das Gefühl, dass er sich von den anderen Science-Fiction-Filmen der damaligen Zeit abhebt, wenn es um antagonistische Motive geht.
Der ganze Film hat eine Art düstere Atmosphäre. Manchmal fühlt es sich eher nach Noir als nach Science-Fiction an. Es funktioniert aber. Dabei nimmt sich der Film nicht immer ernst. Ein großes Lob verdienen die Darsteller des Filmes, insbesondere Paul Birch, der seine Rolle als Alien sehr gut meistert. Auch sein Auftreten als eine Art MEN IN BLACK kommt gut an und wirkt für damalige Verhältnisse ziemlich gruselig. Die Regenschirm-Monster-Szene ist wirklich der einzige urkomische, ungewollt lustige Moment. Man kann sogar die Schnur auf dem Regenschirmmonster sehen. Sozusagen ist dieses Monster der erste Facehugger der Filmgeschichte, Hut ab in diesem Fall.
GESANTER DES GRAUENS sei jedem empfohlen, der auf B-Movies oder Science Fiction-Filme der 50er Jahre steht und kein Problem damit hat, dass er in schwarzweiß ist. Mit seiner Laufzeit von nur 67 Minuten ist er auch extrem kurzweilig und gut geeignet, als kleiner Trash-Snack für zwischendurch.
Re: Gesandter des Grauens - Roger Corman (1957)
Verfasst: Sa 15. Apr 2023, 23:54
von buxtebrawler
Klassischer Sci-Fi-Horror aus dem Jahre 1957 von Ökonomie-Filmer Roger Corman, bei dem, nicht zuletzt aufgrund der kurzen Laufzeit von nur 64 Minuten, keinerlei Längen aufkommen und der trotz oder gerade wegen der naiven, „unschuldigen“ Machart hervorragend jenen zu unterhalten weiß, der Spaß an der alten Paranoia-Thematik des Science-Fiction-Films hat, die hier mit gewissen Parallelen zum Vampirfilm verknüpft wurde. Paul Birch spielt seine Rolle überzeugend und scheint tatsächlich von einer gewissen unheimlichen Aura umgeben. Die simplen Maskeneffekte, die von seinen Augen ausgehen, verfehlen ihre Wirkung nicht und größtenteils wurde auf allzu trashige SFX verzichtet. Für den Trash-Faktor sorgen dann eher der eine oder andere Dialog und die eingangs erwähnte Naivität, denn kein Zuschauer dürfte den Amis abnehmen, dass die ein als außerirdisch überführtes Lebewesen so einfach in der Erde verbuddeln und generell überraschend unaufgeregt mit dessen Anwesenheit umgehen … Meines Erachtens ist „Gesandter des Grauens“ alias „Die Außerirdischen“ kein großer Klassiker des Genres, aber eine sich lohnende Erweiterung der Sammlung für Genre-Freunde, aufgrund des Unterhaltungswerts nicht nur aus filmhistorischer Sicht.
Re: Gesandter des Grauens - Roger Corman (1957)
Verfasst: Di 9. Dez 2025, 13:57
von karlAbundzu
DVD
Paranoia Sci Fi aus dem Hause Corman. Ein Außerirdischer braucht Blut für sein Überleben, und als Experimentiermasse für sein Volk, dass nach einem Atomkrieg Probleme mit dem eigenen Serum hat. Er wohnt in einem Haus mit Fahrer/Mannfürallefälle und einer Krankenschwester. Doch die Polizei und ein Arzt ahnen, dass da etwas nicht stimmt.
Für die 50er Cormans habe ich ja ein Faible, und auch hier gibt es einiges schömes: Allein der Vorspann mit animierten Totenkopfzeichnungen ist ein Kunstwerk. Mit Beverly Garland eine klasse Stammschauspielerin, liefert ab, sowohl beim Strümpfe ausziehen, beim Zuschlagen, beim krankenschwestern, bei wissenschaftlichen Überlegungen als auch am Pool. In einer kleinen aber hübschen Nebenrolle this guy Dick Miller. Und Paul Birch in der Hauptrolle, sonst eher in kleineren Rollen in Western aktiv, gibt hier einen sehr guten ET, der frisches Blut braucht, eiskalt, aber auch immer wieder erstaunt, wie unsere Welt funktioniert.
An Schauwerten haben wir gegen Ende noch ein kleineres Monster, in Fankreisen liebevoll Umbrella genannt, der vielleicht Pate stand für den Face Hugger aus Alien.
Die Story ist gut, der Alien bekommt später sogar noch eine flüchtende andere Alien dazu. Und ganz klar eine Zukunftsprojektion, es wird nicht nur angedeutet, dass die Aliens mal an dem zivilisatorischen Punkt waren. Also kein Russenunterwanderungsparanoia, sondern Warnung vor den Folgen der Atombombe.
Insgesamt ist er mir zu dialoglastig, spielt beinahe nur in dem schönen Anwesen. Das ist schade, aber bei der kurzen Laufzeit verschmerzbar, aber so landet er nicht oben in der Hitparade.
Die DVD ist die uncut Fear or Fun Edition von Ostalgica, die mit zwei (Kino und TV) Synchros aufwarten kann. Der Fun-Anteil ist ein Audiokommentar eines mir unbekannten Menschen. Ich habe kurz reingehört, das war eher Kommentar für Sehbenachteiligte mit ironischem unlustigen Anmerkungen. Unnötig.
Bild sehr gut, englischer Ton auch.