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Eye for an Eye - Auge um Auge - John Schlesinger (1996)

Verfasst: Fr 6. Feb 2026, 10:06
von jogiwan
Eye for an Eye - Auge um Auge

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Originaltitel: Eye for an Eye

Herstellugsland: USA / 1996

Regie: John Schlesinger

Darsteller:innen: Sally Field, Ed Harris, Olivia Burnette, Alexandra Kyle, Kiefer Sutherland

Story:

Bei den Vorbereitungen zur Geburtstagsparty ihrer kleinen Schwester wird Julie von einem Lieferanten vergewaltigt und ermordet, während ihre Mutter Karen hilflos am Telefon alles mithören muss. Wenig später ist der mutmaßliche Täter zwar gefasst, muss aber aufgrund eines Verfahrensfehlers wieder laufen gelassen werden. Zur Trauer mischt sich auch die Wut und die Tat belastet nicht nur ihre Ehe mit Mack und das Verhältnis zu ihrer Tochter, sondern auch sonst beginnt sich Karen zu verändern. Sie verfolgt den Täter, besucht eine Selbsthilfegruppe, besorgt sich eine Waffe und versucht gegen die Regeln der Vernunft und dem Rat ihres Umfelds die Gerechtigkeit selbst in die Hand zu nehmen, ohne zu ahnen, dass sie dafür selbst alles riskieren muss.

Re: Eye for an Eye - Auge um Auge - John Schlesinger (1996)

Verfasst: Fr 6. Feb 2026, 10:06
von jogiwan
Was es nicht alles gibt: Eine klischeelastige und etwas glattgebügelte „Ein Mann sieht rot“-Variante von John Schlesinger mit Sally Field als Racheengel und Kiefer Sutherland als Täter, der recht wenig Raum für Differenzierungen lässt. Die Mutter ist der erfolgreiche amerikanische Durchschnittstyp, der Täter natürlich abgrundtief böse, das Rechtssystem lückenhaft und fehleranfällig, sodass in Eigenregie und mit Waffengewalt die Gerechtigkeit wieder hergestellt werden muss. Der Zuschauer soll dabei wohl das moralische Dilemma der betroffenen Mutter nachvollziehen und dennoch wirkt das alles auch wie ein Werbefilmchen der Waffenindustrie oder Law&Order-Politik, wie wir das aktuell auch wieder erleben müssen. Der Film selbst ist eigentlich gut gemacht, gut gespielt und dennoch irgendwie verwunderlich, dass ich im Zuge meiner Thriller-Retrospektive eher zufällig darauf gestoßen bin und so ein Werk mit Anleihen des Siebzigerjahre-Exploitation-Kinos Mitte der Neunziger noch möglich war.