Darsteller(innen): Eddie Murphy, Arsenio Hall, James Earl Jones, John Amos, Madge Sinclair, Shari Headley, Paul Bates, Eriq La Salle, Frankie Faison, Vanessa Bell Calloway, Louie Anderson, Allison Dean, Sheila Johnson, Jake Steinfeld, Calvin Lockhart, Samuel L. Jackson, Garcelle Beauvais u. A.
Eddie Murphy ist der Der Prinz aus Zamunda - ein reicher und behüteter afrikanischer Thronfolger, der nach Amerika kommt, um sich seine Braut zu suchen. Begleitet von seinem besten Freund (Arsenio Hall), findet er einen Job, eine `Unterkunft`, neue Freunde, neue Feinde - und gerät in jede Menge Ärger.
„Wenn man eine Frau wirklich liebt, dann wird man ihre Meinung schätzen!“
Für die US-amerikanische Culture-Clash-/Fish-out-of-water-/Romantic-Comedy „Der Prinz aus Zamunda“ kam es zu einer erneuten Zusammenarbeit zwischen Hauptdarsteller Eddie Murphy („Beverly Hills Cop“) und Regisseur John Landis („Die Glücksritter“). Das Ergebnis kam im Sommer 1988 in die Kinos und avancierte zu einem der größten Erfolge des Kinojahrs.
„Ich möchte eine Frau, die sowohl meinen Intellekt als auch meinen kleinen Prinzen anspricht!“
Akeem (Eddie Murphy), Prinz des afrikanischen Königsreichs Zamunda, lebt ein Leben im völligen Luxus, kennt jedoch die Freuden der Liebe noch nicht. Geht es nach König Jaffe (James Earl Jones, „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“) und Königin Aeoleon (Madge Sinclair, „Trapper John, M.D.“), wird Akeem an seinem 21. Geburtstag mit einer von ihnen ausgewählten Frau verheiratet: Imani Izzi (Vanessa Bell Calloway). Akeem jedoch möchte keine Frau heiraten, die zu allem ja und amen sagt, sondern eine Partnerin mit einem eigenen Kopf. Kurzentschlossen begibt er sich mit seinem Freund und Diener Semmi (Arsenio Hall, „Amazonen auf dem Mond oder Warum die Amerikaner den Kanal voll haben“) auf Brautschau in die USA, genauer: nach New York in den Bezirk Queens, wo man, so Akeems Verständnis, doch zukünftige Königinnen finden sollte. Dies ist nur das erste von vielen Missverständnissen, mit denen sich die beiden konfrontiert sehen. Nichtsdestotrotz lernt Akeem Lisa McDowell (Shari Headley), Tochter eines Imbissbetreibers (John Amos, „Die Sieger – American Flyers“), kennen und verliebt sich in sie. Semmi und er geben sich als mittellose Studenten aus, beziehen ein heruntergekommenes Zimmer und arbeiten als Putzmänner bei McDowell’s, besagtem Imbiss. Doch Lisa ist bereits mit dem reichen Fatzke Darryl (Eriq La Salle, „Cut and Run“) liiert…
„Bilde ich mir das ein? Oder hat jede Frau in New York ein ernsthaftes emotionales Problem?“
Komödientypisch arbeitet „Der Prinz aus Zamunda“ mit Übertreibungen; so bereits zu Beginn, als Akeem seine (vermeintliche) zukünftige Braut im Rahmen einer Massentanzchoreographie vorgestellt wird. Dass Akeem eine Frau mit eigenem Willen möchte, die er zudem erst kennenzulernen die Gelegenheit bekommt, bildet einen progressiven Kontrast zur Pomp-Monarchie, der er entstammt. Mit 40 Tagen Hochzeitsaufschub begibt er sich zusammen mit Semmi auf seine Reise, auf der er inkognito bleiben will – was allein schon deshalb nicht funktioniert, weil er mit endlosem Gepäck reist und mit Goldschmuck behangen ist. Schnell erstehen sie jedoch andere Klamotten und machen sich mit einem New York vertraut, das unter anderem ebenso witzige wie geschwätzige Diskussionen beim Friseur und einen Schönheitswettbewerb schwarzer Frauen in einer Kirche (wo ein Sänger Whitney Houstons „The Greatest Love of All“ verhunzt) im Rahmen der „Woche des schwarzen Bewusstseins“ zu bieten hat. Die Handlung wirft ein karikierendes Schlaglicht auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils im Allgemeinen und die schwarze Bevölkerung im Speziellen. Das ist urkomisch, zumal Murphy und Hall zahlreiche dieser Figuren bis zur Unkenntlichkeit geschminkt und kostümiert selbst spielen.
„Wenn Sie an Müll denken, denken Sie an Akeem!“
Murphy gibt hier nicht mehr den hastigen Schnellsprecher, was zu seiner Rolle auch kaum gepasst hätte. Diese ist für den Culture-Clash/Fish-out-of-water-Humor und als der männliche Teil der den Film zur romantischen Komödie machenden Besetzung zuständig. Sein Gegenpart ist Shari Headley, die als Lisa hier ihre erste größere Rolle spielt und irgendwie davon überzeugt werden muss, dass Daryll nicht der Richtige für sie ist, sie es lieber mit Akeem probieren sollte. Auch ihre kleine Schwester Patrice (Allison Dean), die eine Tanzeinlage liefert und Akeem bei einem gemeinsamen Besuch eines Basketballspiels sexuell belästigt, wird von einer Debütantin gespielt. Manche Nebenfiguren sind wesentlich stärker als Karikaturen angelegt, allen voran der Friseur, ein Prediger und Lisas kapitalistischer Vater, der ein Möchtegern-McDonald’s-„Imperium“ betreibt. Viel recht gut gealterte Situationskomik unterhält prächtig, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man es hier auch mit zuweilen sehr konventioneller RomCom zu tun hat.
Deren eigentliche Handlung wird dadurch vorangetrieben, dass Akeem und Semmi einen Raubüberfall auf den Imbiss vereiteln, wodurch Akeem einen Fuß bei Lisas Vater in die Tür bekommt. Darryl hingegen verlobt sich einseitig mit Lisa; dass die beiden eher nicht heiraten werden, daran lässt der Film kaum einen Zweifel. Um wieder etwas Exotik einzubringen, nachdem Akeem bereits weitestgehend mit den westlichen Gepflogenheiten vertraut geworden ist, lässt man dessen Vater mit viel Brimborium gen New York nachreisen. „Der Prinz aus Zamunda“ vermittelt zudem ein bisschen Arbeitsethos und integriert als kongenialen Insider-Gag einen Gastauftritt der Duke-Brüder aus „Glücksritter“, die nun offenbar obdachlos sind. Doch so viele soziale Themen der Film auch streift, bleibt er doch weitestgehend eine oberflächliche, wenn auch freche RomCom: Ein prekäres Arbeitsverhältnis und ein Kackjob sind kein Problem, die Monarchie ist’s ebenso wenig und Geld ist schlicht endlos vorhanden – wollte man es positiv formulieren, spräche man von „märchenhaft“.
Im turbulenten Finale kommen dann doch endlich wahre Konflikte zum Vorschein, aber der Schluss leistet sich eine entscheidende Schwäche: Eigentlich hat sich Lisa gegen Akeem entschieden. Doch kaum hat sich der König dazu durchgerungen, mit der Tradition zu brechen, heiratet sie Akeem. Was hat sie umgestimmt? Als sei es selbstverständlich, dass der Mann sie dann eben doch bekommt, de facto also seinen Willen durchsetzt.
Einen Feminismuspreis gewinnt „Der Prinz aus Zamunda“ damit sicher nicht, im Jahr 1988 kam man damit aber noch ohne Weiteres durch. In der Fünfe auch mal gerade sein lassenden Retrospektive erscheint es angesichts der Qualitäten dieses Films durchaus verständlich, dass er in seiner Mischung aus verschiedenen humoristischen Sujets den damaligen Nerv des Kinopublikums traf. Kurzum: Macht immer noch Spaß.