Der Schatz der Azteken - Robert Siodmak (1965)
Verfasst: Do 30. Apr 2026, 05:34
Der Schatz der Azteken
Der Schatz der Azteken / Les Mercenaires du rio grande / I violenti di Rio Bravo
Deutschland / Frankreich / Italien / Jugoslawien 1965
Regie: Robert Siodmak
Lex Barker, Gérard Barray, Rik Battaglia, Michèle Girardon, Alessandra Panaro, Theresa Lorca, Fausto Tozzi, Hans Nielsen, Gustavo Rojo, Kelo Henderson, Jean-Roger Caussimon, Friedrich von Ledebur, Jeff Corey, Antun Nalis, Djordje Nenadovic, Ralf Wolter, Mirko Kujacic
OFDB
Der Schatz der Azteken / Les Mercenaires du rio grande / I violenti di Rio Bravo
Deutschland / Frankreich / Italien / Jugoslawien 1965
Regie: Robert Siodmak
Lex Barker, Gérard Barray, Rik Battaglia, Michèle Girardon, Alessandra Panaro, Theresa Lorca, Fausto Tozzi, Hans Nielsen, Gustavo Rojo, Kelo Henderson, Jean-Roger Caussimon, Friedrich von Ledebur, Jeff Corey, Antun Nalis, Djordje Nenadovic, Ralf Wolter, Mirko Kujacic
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Im Jahr 1864 reitet der Arzt Dr. Karl Sternau als eine Mischung aus Geheimkurier und Diplomat im Auftrage Abraham Lincolns nach Mexiko, um die Revolutionäre um den Präsidenten Benito Juarez im Kampf gegen die französischen Besatzungstruppen zu unterstützen. Dabei kreuzt die Aztekenprinzessin Karja seinen Weg, die sich in den haltlosen und hoch verschuldeten Spieler Graf Alonso di Rodriganda y Sevilla verknallt hat, obwohl doch ihre Aufgabe eigentlich wäre, den Aztekenschatz zu bewachen. Rodrigandas Geliebte Josefa sorgt hinterhältigerweise dafür, dass dessen Vater stirbt, bevor sie selber auf verräterische Geheimmission zu den Franzosen geht. Und Sternaus Freunde, die denken, dass Rodriganda ein relativ anständiger Mensch ist, mehr oder weniger an die Besatzer ausliefert. Dann gibt es noch den Capitan Verdoja, der anstatt Revolution zu machen viel lieber Zivilisten beraubt, Frauen bedrängt und säuft, und deswegen irgendwann von Juarez aus der Armee ausgestoßen wird. Mächtig böser Fehler – Jetzt hat Mexiko wieder einen Banditen mehr. Und natürlich ist da noch Andreas Hasenpfeffer aus dem schönen Plochingen am Neckarstrand, der als Generalvertreter für Schwarzwälder Kuckucksuhren für den Humor zuständig ist. Oder was halt so Humor genannt wird. Und alle wollen entweder, dass Juarez ordnungsgemäßer Präsident wird. Oder das Gold der Azteken für sich selbst einsacken. Die Frauen wollen die Männer. Die Männer wollen Abenteuer erleben. Und die Zuschauer wollen zum Ende kommen …
Selbst für einen altmodischen Abenteuerfilm muss man hier schon des Öfteren die Augen zusammendrücken, damit man gut durchkommt. Im Prinzip soll DER SCHATZ DER AZTEKEN ja ein großer, bunter und aufregender Bilderbogen sein, der im Zuge der Karl May-Verfilmungen der 60er-Jahre eben mal ein anderes Terrain erschließen soll als die immergleichen Plitvicer Seen, gleich links ums Eck, wo die Schoschonen schön wohnen. Aber wir sind hier halt auch nicht bei der Constantin sondern bei Artur Brauners CCC, und da ist eben alles ein Eckchen kleiner. Die Schauspieler sind nicht so bekannt, die Action ist nicht so aufregend, die Musik swingt nicht im Böttcher-Groove, und der Drive geht nur bedingt nach vorne los. OK, die Story um Lex Barker, der zwischen den französischen Besatzern und den mexikanischen Revoluzzern seinen Weg zu Gold und Frauenherz sucht, ist bei aller künstlichen Kompliziertheit prinzipiell nicht verkehrt, aber sie ist halt oft mit sehr angezogener Handbremse inszeniert. Ist der Regisseur wirklich der gleiche Robert Siodmak, der 20 Jahre vorher Klassiker wie DIE WENDELTREPPE oder RÄCHER DER UNTERWELT gedreht hat? Kaum zu glauben …
Allein dass gegen Schluss ein längeres Demofilo Fidani-Gedenkreiten stattfindet, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, an dem bei anderen Produktionen das Showdown eingeläutet wird, gibt zu denken. Genauso wie der finale Kampf zwischen Lex Barker und Rik Battaglia: In der Halbtotalen und im Gegenlicht – Fast wähnt man sich bei Jess Franco …
DER SCHATZ DER AZTEKEN ist nettes Unterhaltungskino aus Opas Mottenkiste (und dass ich über Filme aus den 60ern mal so etwas schreibe hätte ich niemals für möglich gehalten!), der erträgliche anderthalb Stunden bietet, aber auch keinen Deut mehr. Die Handlung mäandert oft hilflos zwischen den Figuren und den Schauplätzen hin und her, die Darsteller bieten wenig Identifikationsmöglichkeiten und bleiben blass, und die Spannung wird nur selten ausgepackt. Der damalige Kommentar der Süddeutschen Zeitung, „Ohne jeden Sinn für Dramaturgie reihen [die Drehbuchautoren] Abenteuer an Abenteuer, und der von ihnen als Held gedachte Dr. Sternau stolpert wie ein Tollpatsch hinein.“ erweist sich als ausgesprochen treffend. Was hätte ein Harald Reinl aus dieser Räuberpistole nicht alles herausholen können …
4/10