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Bei Vollmond Mord - Paolo Heusch (1961)

Verfasst: Mi 19. Sep 2012, 16:58
von jogiwan
Bei Vollmond Mord

Bei Vollmond Mord.jpg
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Originaltitel: Lycanthropus

Alternativtitel: Werewolf in a Girl's Dormitory

Herstellungsland: Italien, Österreich / 1961

Regie: Paolo Heusch

Darsteller: Barbara Lass, Carl Schell, Curt Lowens, Maurice Marsac, Maureen O'Conner

Story:

Dr. Julian Olcott, der neue Lehrer für Naturwissenschaften, tritt an einem Internat für verhaltensauffällige Mädchen seinen Dienst an. Während der Nacht wird die Praktikantin Mary Smith, die einen anderen Lehrer mittels Liebesbriefen erpresst, von einem Werwolf ermordet. Die Polizei glaubt jedoch daran, dass die Tat von einem ganz normalen Wolf verübt wurde, während Marys Freundin die Schuld bei dem erpressten Lehrer sucht. In der Folgezeit geschehen immer mehr Morde und die Liste der Verdächtigen wird kürzer und kürzer... (quelle: ofdb.de)

Re: Bei Vollmond Mord - Paolo Heusch (1961)

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 07:32
von jogiwan
Mit dem etwas reißerisch gestalteten Plakat von oben kann „Bei Vollmond Mord“ zwar nicht ganz mithalten, aber Paolo Heusch ein netter und gediegener Werwolf-Grusler gelungen hat, der zwar seine Entstehungszeit nicht verleugnet, aber zweifelsfrei auch ein paar hübsche Momente zu bieten hat. Die Geschichte über eine Besserungsanstalt für Mädchen, in der Erpressung an der Tagesordnung steht und ein seltsamer Mörder in Vollmondnächten sein Unwesen treibt ist ja durchaus spannend und streift mit seiner Prise „Whodunnit“ und schwarzen Handschuhen auch ein Genre, dass ein Jahrzehnt später als Giallo Filmgeschichte schreiben sollte. Das Werwolf-Make-Up ist hübsch gelungen und auch wenn die ganze Sache durchaus etwas flotter hätte daherkommen können und sich ein österreichischer Einfluss auch nicht bemerkbar macht, gibt es für den Italo-Gothic-Fan sicherlich nicht viel zu meckern. Carl Schell, der Bruder von Maria und Maximilian beweist, dass er ebenfalls ein guter Schauspieler ist und neben Luciano Pigozzi in einer seiner ersten Rollen gibt es auch noch Guiseppe Transocchi zu sehen, der sich mit seinem markanten Gesicht unschwer als Hausdiener Pavlo aus Argentos „Suspiria“ zu erkennen gibt. Insgesamt ein netter, sympathischer und etwas behäbig inszenierter Vollmond-Grusler für Italo- und Werwolf-Fans, der zwar im Grunde eher harmlos ausfällt und fellsträubende Dinge vermissen lässt und sich dennoch gut gucken lässt und Spaß bereitet.

Re: Bei Vollmond Mord - Paolo Heusch (1961)

Verfasst: Do 2. Jun 2022, 08:28
von Salvatore Baccaro
Mir ist kürzlich bei meiner Zweitsichtung dieses doch eher grusel-kriminalistischen denn werwolf-reißerischen Schockers aufgefallen, woher ich den einzig in zwei, drei Szenen kurz auftauchenden creepy Hausdiener kenne: Das ist ja Giuseppe Transocchi, der in späteren Jahren das "Faktotum" Pavlo in SUSPIRIA spielen sollte, und der ansonsten, wie mir die IMDB verrät, in den Jahren zwischen 1963 und 1980 zumeist ohne Namensnennung in Vor- und Abspännen lediglich eine weitere Handvoll Filmproduktionen mit seiner Anwesenheit beehrt hat, - darunter Avantgardistisches wie Carmelo Benes UN AMLETO DI MENO (1973), aber auch Klamaukiges wie Bruno Corbuccis SUPERBULLEN-Vehikel DELITTO A PORTA ROMANA (1980). Wäre es nicht an der Zeit, dass sich irgendein italophiler Filmgelehrter daranmacht, eine fundiert recherchierte Aufsatzsammlung über all diese Charakterköpfe zu schreiben, die im stiefelländischen Kino immer mal wieder für wenige Sekunden, dafür aber umso eindringlicher vor der Kamera auftauchen, - wozu ich beispielweie auch Ikonen wie Dakar oder Salvatore Baccaro zählen würde...?