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Darsteller: Addison Timlin, Denis O'Hare, Spencer Treat Clark, Gary Cole, Ed Lauter,
Veronica Cartwright, Edward Herrmann, Wes Chatham, Joshua Leonard, Garrett Kruithof,
Morganna May, Arabella Field, ...
Story: In dem kleinen Städtchen Texarkana, das genau auf der Grenze zwischen Texas und Arkansas liegt, kam es 1946 zu einer Mordserie an Liebespaaren durch einen mit einem Sack verhüllten Täter. 1976 drehte man über den Fall, der nie aufgeklärt wurde, einen Film, der in den Autokinos zu einer gewissen Berühmtheit kam. 2013 nun - der Film wird immer noch einmal jährlich in der Stadt aufgeführt - geht plötzlich wieder ein mörderischer Täter um, der es auf Pärchen abgesehen hat und die Taten von damals - bzw. die Taten aus dem 1976er Film nachstellt.
Derweil bemüht sich die junge Jami (Addison Timlin), die den ersten Angriff überlebte, mit Hilfe des Bibliothekshelfers Nick (Travis Tope) um die Lösung in dem alten wie auch dem neuen Fall... doch der Täter ist nicht aufzuhalten, egal wie sehr man sich an den alten Fall oder den alten Film hält...
(quelle: ofdb.de)
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
Die Grenzstadt Texarkana liegt zur einen Hälfte in Texas, zur anderen in Arkansas.
Im Jahre 1946 wird das Städtchen innerhalb weniger Monate von fünf Morden erschüttert,
den sogenannten Moonlight Murders. Die Opfer sind Liebespaare.
Manche Quellen schreiben dem Täter noch einen sechsten Mord zu.
Gefaßt und überführt wird der Mörder jedoch nie.
Im Jahre 1976 drehte der aus Texarkana stammende Charles B. Pierce mit "The town
that dreaded sundwown" einen frühen Slasher der die Geschehnisse von damals als Grundlage hat
und der hauptsächlich durch seinen Entstehungszeitpunkt (vor dem klassischen amerikanischen
Slasherzeitalter) und wegen seinem örtlichen Bezug (gedreht an Originalschauplätzen) bis heute
diskussionswürdig geblieben ist, ja sogar bisweilen Kultstatus hat.
Im Jahre 2014 drehte nun Alfonso Gomez-Rejon ("American Horror Story") einen
Film, der im Original wie Pierces Film heißt. Es handelt sich jedoch mitnichten
um ein Remake. Gomez-Rejon greift die Tatsache auf, daß einmal pro Jahr an Halloween
Pierces Original in Texarkana im Kino gezeigt wird. An einem solchen Aufführungsabend
ereignet sich ein Mord an einem Jugendlichen. Dies ist der Beginn einer weiteren
Mordserie, und die Stadt beginnt, sich wieder vor der Dunkelheit zu fürchten.
Der Bogen zu der Verfilmung von 1976 wird immer wieder geschlagen, in Ausschnitten
oder Reflexionen der Handelnden. Auch der Sohn des Regisseurs Pierce spielt
als fiktive Figur eine Rolle. Und weiter zurück in's Jahr 1946 führen Originalbilder
der damaligen Schauplätze.
Darauf aufbauend entwickelt sich ein moderner Slasher, der vor allem durch seine
gelungene Atmosphäre und recht eindrucksvolle Farbfotographie den Zuschauer
umfängt und ihn temporeich und unterhaltsam zur Auflösung des Falles führt. Hierbei machen
auch die Darsteller durchweg einen guten Job. Der geneigte Zuschauer und Fan des Genres
kann sich also voll und ganz auf einen sehr unterhaltsamen Slasher freuen.
7/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
So, ich konnte es ja nicht erwarten und habe mir (das Remake? Die Fortsetzung? Die Hommage?) den zweiten "The Town That Dreaded Sundown" angeschaut. Der Anfang und die Grundidee sind toll. Es geht um die Morde von 1946 und den Film von 1976. Letzterer wird in Texarkana (scheinbar wurde wieder an den authentischen Plätzen gedreht) jedes Jahr zu Halloween gezeigt. Nur in diesem Jahr ist es anders, denn jemand trägt die Maske des "Phantom-Killers" und metzelt fröhlich drauflos, indem er so gut es geht, die Morde aus dem Kult-Film (bzw. die von 1946) nachstellt. Eine wirklich interessante Prämisse, die nicht nur immer wieder Ausschnitte aus "Der Umleger", sondern auch scheinbar "echte" Indizien aus 1946 mit einbezieht. Die Morde sind von ziemlich knackiger Härte und in schönster Slasher-Manier gefilmt. Wobei... das war mir dann eigentlich schon zu viel an Kamera-und Farb-Zauberei. Der grimmige Realismus des "Originals" geht da ziemlich flöten und wenn selbst bei normalen Autofahrten die Kamera immer den schrägsten Winkel sucht und jedes Bild an Oliver Stone zu NBK-Zeiten oder Brian de Palma erinnert, ist das schon absoluter Overkill und wirkt etwas aufdringlich. Dazu wummert die (sehr gute) Musik auch nicht gerade subtil. Auf den unpassenden Humor des "Umlegers" wird dankenswerterweise verzichtet, leider aber auch auf eine lebendig-charismatische Zeichnung aller Figuren bis auf die beiden Haupt-Teenies (und interessanterweise der Opfer, die naturgemäß nur einen kurzen Auftritt haben). Soweit so gut, so doch recht sehenswert - wenn dann das Ende nicht wäre. Nach einer Stunde wird es dann nur noch doof und die Motivation hinter den Morden und die finale Auflösung sind derart unlogisch, an den Haaren herbeigezogen und dämlich, dass man sich als denkender Mensch doch durchaus beleidigt fühlen kann. Das ist gerade deshalb so schade, weil das Drehbuch am Anfang noch intelligent und originell war - und dann am Ende so ein hanebüchener Mist.
Früher war mehr Lametta
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Ist zwar noch kein Jahr her, daß ich den gesehen habe,
aber an das Ende erinnere ich mich nicht mehr so genau. Ich weiß nur, daß ich mich damals an einem sonnigen Sommernachmittag gut unterhalten fühlte.
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
Ich kann mich auch an ein paar Wendungen erinnern, die mir gar nicht geschmeckt haben. Konnte da aber scheinbar leichter darüber hinwegsehen. Optisch gefiel er mir allerdings sehr gut. Bei mir ist der Nachfolger mindestens auf dem Level des Originals, vielleicht wertschätze ich ihn sogar höher. Ich muss mir mal beide nacheinander ansehen, dann bin ich schlauer.
sergio petroni hat geschrieben:Ist zwar noch kein Jahr her, daß ich den gesehen habe,
aber an das Ende erinnere ich mich nicht mehr so genau. Ich weiß nur, daß ich mich damals an einem sonnigen Sommernachmittag gut unterhalten fühlte.
Von The Town That Dreaded Sundown war ich mehr als überrascht. War in einem der letzten Wichtelpakete, daher hatte ich schon das schlimmste (naja, nicht ganz DAS "schlimmste"!) erwaret & wurde dann positiv überrascht.
Überhaupt war mir der ganze Film, auch mit der "Film-im-Film" Thematik überaus sympathisch. Die teens haben auch nicht sehr genervt und der Rückblick auf den ersten Teil macht Lust auf mehr. Und damit hat die 2014er Ausgabe auch alles richtig gemacht: Im neuen Gewand zu unterhalten & gleichzeitig Appetit auf die unbekannte (Film-)Vorlage machen. Ziel erreicht
Neuzeitlicher Slasher der Bezug zu dem Streifen „Der Umleger“ aus dem Jahr 1976 nimmt, der auch unter dem Titel „The Town that dreaded Sundown“ bekannt ist. Damals ging es um einen unbekannten Killer, der Jagd auf Liebespärchen einer Grenzstadt macht, der in der Neuauflage anscheinend sein Werk weiterführen möchte. Die Charaktere wirken dabei etwas überzeichnet und Regisseur Alfons Gomez-Rejon präsentiert jede Menge Leute, die sich im Verlauf der Handlung um eine angehende Studentin verdächtig machen. Die Auflösung ist dann sagen wir mal wohlwollend, doch etwas speziell und dämpft etwas en wohligen Retro-Slasher-Charme mit seiner Film-im-Film-Thematik, wenn es doch sehr abstrus zu Ende geht. Ansonsten passt das schon so, auch wenn ich mir bei der Sichtung ständig gedacht habe, dass ich doch eher das Original in den Player hätte packen sollen. Aber das kommt ja sicher auch noch in der nächsten Zeit. Das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern macht Freude, die Handlung ist durchwegs spannend und interessant gehalten, nur die finale Auflösung hätte man sicher etwas besser gestalten können, als sich gleich doppelt für die größtmöglich haarsträubendste Variante zu entscheiden. Für den durchschnittlichen Slasher-Abend und zwischendurch geht das aber meines Erachtens vollkommen in Ordnung.
Im Jahre 1976 war US-Regisseur Charles B. Pierces „Der Umleger“ erschienen, eine Mischung aus Proto-Slasher und True-Crime-Doku, die die 1946 verübten Texarkana Moonlight Murders aufgegriffen hatte. 2014 wurde die unter der Regie Alfonso Gomez-Rejons („American Horror Story“) entstandene metatextuelle Fortsetzung „Warte, bis es dunkel wird“ veröffentlicht, die sich ganz dem Slasher-Subgenre verschrieben hat.
„Irgendwie hat jeder hier in dieser Gegend Blut an seinen Händen.“
Im Jahre 1946 trieb der unentdeckt gebliebene „Phantomkiller“ im auf der Grenze zwischen Texas und Arkansas gelegenen Städtchen Texarkana sein Unwesen. Die Verfilmung jener Mordserie fand ihren Weg in die Autokinos, wo sie sich einiger Beliebtheit erfreute. Seither ist sie zum lokalen Kulturgut geworden und wird einmal jährlich wiederaufgeführt – so auch an Halloween 2013. Diesmal jedoch geht das Kinoereignis mit einer neuen Mordserie einher – jemand scheint die damaligen Taten nachstellen zu wollen. Oder ist gar der Täter von damals wieder aktiv? Jami (Addison Timlin, „Für immer Single?“) überlebt dessen ersten Angriff und versucht zusammen mit Stadtarchivar Nick (Travis Tope, „#Zeitgeist“), die Identität des Mörders zu lüften…
„Ihre Körper waren bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt!“
Wie im 1976er Film führt ein Voice-over-Erzähler in den Film ein, alte Bilder und Zeitungsausschnitte werden zwecks Authentisierung herangezogen. Kirchenfuzzis wettern gegen den „gottlosen“ Film; kurz darauf findet die erste Attacke des neuen (oder alten?) Phantomkillers statt, als ein Pärchen das Autokino verlässt. Sie werden ganz klassisch in ihrem Auto beim Knutschen auf einer Lichtung überfallen. Er – Corey (Spencer Treat Clark, „The Babysitters“) – wird dahingemeuchelt, sie – Jami – aber kann entkommen. Regisseur Gomez-Rejon inszenierte insbesondere optisch beeindruckende Szenen, in denen sich die Angriffe mit den Bildern des im Autokino laufenden Films überlagern und vermischen. Jami redet mit ihrer Großmutter darüber, was damals geschah, und recherchiert im Netz, während ihr Coreys trauernde Mutter vorwirft, ihren Jungen alleingelassen zu haben. Wir erfahren, dass Jami eine Waise ist, die nun aber auf eigene Faust herausfinden will, wer der Killer ist, und sich zur weiteren Recherche ins Stadtarchiv begibt. Parallel werden, ähnlich wie 1946, die Texas Rangers eingeschaltet. Und der Mörder bleibt diesmal nicht stumm, sondern spricht. All dies verbindet die Moderne mit dem Alten, schafft Raum für empathischere, emotionalere Momente, die zumindest einen Teil der Figuren (u.a. mittels Rückblenden) stärker charakterisieren, und nährt die Hoffnung, dass am Ende vielleicht gar wirklich beide Mordserien aufgeklärt werden – was wiederum zur Spannung des Films beiträgt.
Zugegeben, wesentlich weniger charakterisiert als Jami wird ein nur knapp eingeführtes Pärchen, Sonnyboy und Blondine, die sich eine Softsexszene liefern, bevor es ihnen ultrabrutal an die Krägen geht und der Kopf des Beaus durch die Scheibe fliegt. Der sprechende Killer telefoniert nicht nur und avisiert, es immer wieder tun zu werden, er tritt sogar per E-Mail mit Jami in Kontakt. Diese freundet sich mit Nick aus dem Stadtarchiv an, wodurch zwei Außenseiter zueinander finden. Wie innerhalb der „Halloween“-Reihe wird auf einen vermeintlichen Täter geschossen, weil er die gleiche Maske trägt, und in einem neuzeitlichen Slasher wie diesem dürfen dann auch mal zwei schwule Jungs „gemischtrassigen“ Sex haben, bevor sie ermordet werden. Das alberne Posaune-Messer-Konstrukt aus dem ersten Film wird rekonstruiert, ansonsten schießt der Killer wie ebendort auch gern mal um sich (was für Slasher ungewöhnlich ist). Und als Sheriff (Nathaniel Holt, „Abraham Lincoln Vampirjäger“) sollte man sich keinen Blowjob angedeihen lassen, zumindest nicht, wenn ein Serienmörder umgeht.
Zwischen all diesen Gewaltexzessen scheint es aber auch Ermittlungserfolge zu verzeichnen zu geben: Die E-Mail scheint vom örtlichen Pfaffen zu stammen; der Sohn (Denis O'Hare, „American Horror Story“) des Regisseurs des ersten Films wird aufgesucht und glaubt zu wissen, wer der Mörder ist. Das riecht alles nach einem starken und befriedigenden Finale, das dann aber doch etwas enttäuscht: Die Handlung überschlägt sich nun förmlich und die Auflösung bleibt undurchsichtig und überkonstruiert, wirkt zudem wie „Scream“ in schlecht kopiert. Überhaupt, „Scream“: In seiner Metatextualität ist „Warte, bis es dunkel wird“ sichtlich stark von Wes Cravens Meta-Slasher-Reihe beeinflusst. Fairerweise muss man aber konstatieren, dass bereits „Der Umleger“ im Jahre 1976 am Ende eben exakt diese Meta-Ebene andeutete, als dessen Ende den Eindruck vermittelte, der Täter sehe sich die Verfilmung seiner Untaten im Kino an. Weitere Parallelen finden sich zum Zodiac-Killer bzw. zu David Finchers Verfilmung. Aber: Die Texarkana Moonlight Murders fanden früher als die Zodiac-Morde statt und „Der Umleger“ war früher dran als Finchers „Zodiac“.
Vom eher missglückten Finale abgesehen ist „Warte, bis es dunkel wird“ ein sehr ansehnlich gefilmter Neo-Meta-Slasher, der zudem auch einige gelungene visuelle Spielereien und Effekte sowie gute Musikeinsätze vorzuweisen hat – und eigentlich immer dann am besten ist, wenn er die spezielle Stimmung dieser Südstaaten-Kleinstadt vermittelt, mit all ihren Anachronismen und ihrem Umgang mit dem Phantomkiller-Trauma. Zudem vermengt er ziemlich respektabel reale Ereignisse – „Der Umleger“ wurde tatsächlich kontrovers aufgefasst, wird seit 2003 aber auch in der Realität jährlich in Texarkana gezeigt – mit Genre-Charakteristika und macht dabei generell einen souveräneren, vor allem aber professionelleren Eindruck als der Vorgänger.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)