Caltiki - Rätsel des Grauens - R. Freda/M. Bava (1959)

Grusel & Gothic, Kannibalen, Zombies & Gore

Moderator: jogiwan

Benutzeravatar
buxtebrawler
Forum Admin
Beiträge: 29382
Registriert: Mo 14. Dez 2009, 23:13
Wohnort: Wo der Hund mit dem Schwanz bellt.
Kontaktdaten:

Re: Caltiki - Rätsel des Grauens - R. Freda/M. Bava (1959)

Beitrag von buxtebrawler »

Salvatore Baccaro hat geschrieben:Ach, von dem hab ich in meiner ganzen Lebenszeit noch wirklich überhaupt nichts gehört und deshalb gleich einmal die DVD bestellt.
Vielen Dank für den Tipp!
Klasse, ich freu mich auf deinen Bericht und deine Einordnung in die Geschichte der Found Footage! :geek:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
Diese Filme sind züchisch krank!
Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record)

Benutzeravatar
Adalmar
Beiträge: 5753
Registriert: Do 12. Mai 2011, 19:41

Re: Caltiki - Rätsel des Grauens - R. Freda/M. Bava (1959)

Beitrag von Adalmar »

Kommt am 10.4. von Arrow in einer BD+DVD-Ausgabe.

http://www.arrowfilms.co.uk/caltiki-the ... l-monster/
Bild
新 世 紀 エ ヴ ァ ン ゲ リ オ ン

Benutzeravatar
karlAbundzu
Beiträge: 6342
Registriert: Fr 2. Nov 2012, 20:28
Kontaktdaten:

Re: Caltiki - Rätsel des Grauens - R. Freda/M. Bava (1959)

Beitrag von karlAbundzu »

Die Arrow Blu Ray, OV mit englU
Den kannte ich noch nicht, eine M. Bava Lücke bei mir bisher.
Freda und Bava orientieren sich hier am amerikanischen Monsterfilm und machen doch viel mehr.
Wir haben hier anfangs einen exotischen Spielort, Tikal, was hier kurzerhamd nach Mexiko verlegt wird. Und da natürlich uralte Mythen, mit Caltiki, der blutrünstigen Gottheit. Nebenan exotische Tänze/Rituale, hier auch ein schöner ethnische Clash-up mit afrikanischen und mexikanischen Wurzeln. Wir haben Naturwissenschaft (Biologie / Zytokinese), Schatzsucher und moderne Phänomene - Radioaktive Strahlung. Und einen Komet. Der Star allerdings ist das Monster Caltiki. Das größte einzellige Wesen ever. Und obwohl das abgehackte Teil, was untersucht wird, ein wenig wie ein schwarzer Putzlappen mit Käsecreme aussieht, wird es wirklich bedrohlich und spannend in Szene gesetzt. Wie es nach und nach das Haus zerlegt, ist wirklich groß. Insgesamt eher ein Blob-mäßiges Monster, mit ein paar wirklich ekligen Szenen. Die Flucht vor Calti der Frau mit dem Kind ("Es ist alles gut, oh, Kreisch") gegen das tendentiell langsame Monster ist aufregend und gefilmt wie im einen expressionistischen deutschen Stummfilm, auf einmal wird alles schräg und es gibt starken Licht und Schatten - Kontrast. Dazu gibt es einen schönen Score von Roberto Nicolosi, der auch an dramatischer Stummfilmmusik erinnert.
Auch anders als in den 50er Ami-Monster-Filmen ist hier die Figurenzeichnung, gar nicht so die Figuren selbst, sondern dass diese sich aneinander entwickeln und verändern. So ist es mittendrin auf einmal gar nicht mehr das Calti die Bedrohung, sondern viel mehr der immer verrückter werdende Womanizer, der von Calti befallen wurde und sich heimlich in das Haus des Biologen und Helden einnistet, weil er auf dessen Frau spitz ist.
Ich fand ihn wirklich großartig, bwohl er vom speziellen M. Bava-Flair noch entfernt ist, aber das eine oder andere sich schon andeutet.
Bei Monsterfilmen fühle ich mich ja immer wohl. Irgendwie das Genre, was ich nie verliess oder vernachlässigte, was auch immer dankbar leiferte. Da sitz ich dann und fühle mich wohlig, und habe zum Glück eine Mitguckerin, die das meistens auch teilt.

Das BIld ist erstaunlich gut, der italienische Ton perfekt, die englischen Untertitel passen. Bei den Extras habe ich mir bisher die "From Quatermain to Caltiki angesehen, wo Kim Newman über Caltiki im Verhältnis zu ähnlichen Filmen der Zeit spricht. Sehr aufschlussreich.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.

Antworten