Patrick lebt! - Mario Landi (1980)

Grusel & Gothic, Kannibalen, Zombies & Gore

Moderator: jogiwan

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ugo-piazza
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von ugo-piazza »

Die Kroete hat geschrieben:
Captain Blitz hat geschrieben:Dann muss man sich aber sputen, wenn man die DVD von Motion Picture noch haben will, offiziell ist sie ausverkauft.
Ach nö, en halbes Vermögen werde ich dafür bestimmt nicht ausgeben. :nixda:
Brauchste auch nich'


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McBrewer
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von McBrewer »

ugo-piazza hat geschrieben:
Die Kroete hat geschrieben:
Captain Blitz hat geschrieben:Dann muss man sich aber sputen, wenn man die DVD von Motion Picture noch haben will, offiziell ist sie ausverkauft.
Ach nö, en halbes Vermögen werde ich dafür bestimmt nicht ausgeben. :nixda:
Brauchste auch nich'


Danke für die Info :thup:
Ich hatte den auch seit geraumer Zeit mal wieder auf dem Einkaufszettel, der hohe Preis der HB`s hat mich aber dann doch abgeschreckt. Nun werde ich mal den 17.Jan. abwarten & schauen was der Geldbeutel sagt...
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Captain Blitz
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von Captain Blitz »

Hoher Preis der HBs? :?:

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McBrewer
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von McBrewer »

Captain Blitz hat geschrieben:Hoher Preis der HBs? :?:
Ich wohne ja leider nicht in der Gegend, wo Filmbörsen auf Bäume wachsen.
Daher bin ich ja auf das "Angebot im www angewiesen..und dort werden die Boxen ab 30,- angepriesen (was mir eindeutig zu teuer erscheint) :|
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Captain Blitz
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von Captain Blitz »

Ich gehe nicht auf Börsen und beim Händler meines Vertrauens konnte ich die Filme immer für einen Zwanni ergattern. Gut, ich war auch von Anfang an dabei.

TufkaT
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von TufkaT »

Heieie, das ist ja mal wirklich harter Schmodderstoff! :shock: :palm:

So schlecht, dass er schon wieder gut ist. Na ja, fast. :mrgreen:

Das Nichts von Story und die sich auf Teufel komm raus nicht einstellen wollende Gruselatmo werden durch sich fortlaufend nackig machende Darstellerinnen und fiese Kills ausgeglichen. Letztere sind teilweise ziemlich derbe ("Zicke am Spieß") :shock:

Trashige 4/10

purgatorio
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von purgatorio »

PATRICK LEBT! (PATRICK VIVE ANCORA, Italien 1980, Regie: Mario Landi)

Laien- und stümperhaft zusammengeschustertes Machwerk, welches den ganzen sinnlosen und langweiligen Scheiß mit unfassbaren Gewaltspitzen und Schmuddelkram ergänzt. Blödes Quatschen, Titten, Frauen verprügeln, Gewalt, harter Schnaps in rauen Mengen, blödes Quatschen. Die Reihenfolge ist bisweilen variiert, die quantitativen Anteile fallen leider zu Gunsten des blöden Quatschens aus.

Im Grunde muss so ja Exploitation aussehen – leider überwiegen langweilige und wahrhaft blöde Anteile. Pfui Spinne, welch Schweinkram! (amüsiert war ich trotzdem! 5/10 *schäm*)
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht

purgatorio
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von purgatorio »

Zur Komplettierung des Film-Fadens hier noch die punktuell modifizierte Standbildanalyse um das Kronjuwel des italienischen Genrekinos: J&B





...einer der wenigen tatsächlich hellen Momente auf dem Regiestuhl ist in dieser Szene zu Tage getreten:

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Wie dem Kenner auffallen dürfte, ist die gesamte Bildkomposition perfekt arrangiert, um den geliebten goldenen Tropfen in Szene zu setzen. Das Gesamtbild wirkt durch seine kontrastreiche Staffellung ausgewogen und harmonisch, führt den Blick des Rezipienten gezielt und offenbart auch aus dem filmischen Kontext gelöst eine schier atemberaubende narrative Kraft. Mise en Scène par excellence.

Bild

Durch den indirekt gewährten Blick auf das begehrte Getränk, zielsicher an der lüstern lächelnden Dame vorbeigeführt, und durch die Positionierung außerhalb der Bild(-mittel-)achsen (blau), in doppelter Rahmung durch die Spiegelrundung (gelb) und die Bildteiler (blau), liegt der Schwerpunkt eindeutig links oben auf dem Flaschenarrangement. Unterstützt wird dies durch die massig dunkle Flächengestaltung der linken Bildhälfte, deren einziger Lichtpunkt das erwähnte, durststillende Getränk, arrangiert auf einem zarten Beistelltisch aus dunklem Holz, ist. Angenehm ist die Flächengestaltung zudem, da die Holzfarben von Stuhllehne, Spiegelverzierung, Kommode, Beistelltisch und Parkettmaserung sich im lockig-wilden, aber bei Weitem nicht aufdringlichen Haar der Darstellerin wiederfinden. In Summe dürften die dunklen, holzig bis schwarzfarbenden Töne demnach in quantitativ identischem Anteil zu den hellen, lose auf der rechten Bildhälfte platzierten Flächen stehen. Einzig die Physiognomie der Frau durchbricht, einer Lanze gleich, die starre Flächenverteilung und verhindert trotz ihrer Position auf der Mittelsenkrechten die gefürchtete, weil langweilige, Symmetrie im Bildaufbau.

Wo das Tischdeckchen links oben eine Weißfläche erzwingt, wirkt am rechten Rand das blumig dunkle Muster der Gardinen in leichter Beziehung hierzu als dunkle Form auf hellem Grund und formt in der Gesamtwirkung eine Yin und Yang-orientierte Farb- und Formharmonie. Die blasse Haut der lächelnden Meid tut ihr übriges, geht sie im Farbton doch leicht in der gesamten Hellflächenkomposition auf. Auch der dezent zurückgenommene Lippenstift fügt sich dieser Gliederung und untermauert letztlich nur den einen Fakt und den einen Informationsträger der Szene: Der einzig wahrhafte Farbpunkt geht von J&B aus!

Während die dunklen Flächen links, speziell links oben, massive Stabilität erzeugen, dekonstruieren die sichtbaren Linien (teils in gedachter Verlängerung) gerade im rechten Bildteil die Ordnung und Standfestigkeit. Diese Linien (rot), zumeist dynamisch wirkende Diagonalen, verlaufen im Bildraum, stehen chaotisch auf den hellen Flächen der diametralen Beständigkeit in der Dunkelheit entgegen. Sie kippen, wanken, sind in permanenter Bewegung und fliehen letztlich aus dem Bild. Dies ist einer gedachten Verlängerung der waagerechten drei Linien, die dem Bodenstuck des Interieurs entspringen, zu entnehmen. Irgendwann werden sie sich treffen und gemäß klassischer, perspektivischer Konstruktion an ihrer Schnittstelle einen Fluchtpunkt bilden, der auf der Horizontlinie zu suchen sein sollte. Diese entspricht meist auch der Augenhöhe des Betrachters, wodurch sowohl die Kameraperspektive als auch die dem Rezipienten aufgezwungene Perspektive entlarvt werden kann. Die Flasche erscheint darum (und dem Umstand geschuldet, dass der Spiegel offenbar leicht geneigt an der Wand befestigt wurde) in der Untersicht, obwohl sie im realen Raum aufsichtig wahrgenommen werden müsste und in ihrem Spiegelbild auch so reflektiert wird. Dennoch sind wir gezwungen zu ihr hochzublicken! Die Flasche ist folglich sowohl für den Rezipienten als auch für die Darstellerin im Bild in Überaugenhöhe positioniert. Hierdurch erhält sie eine übermächtige, Schrein-artige, Ehrfurcht-erweckende und surreal-prophetische Machtfülle! J&B als das goldene Kalb!

Die stabilisierende Kraft des gesamten Bildaufbaus entstammt demnach einzig der arrangierten Flasche, wohingegen die weichen und natürlichen Formen der Dame, trotz der mächtigen und stabilen Vertikale zwischen den Ellenbogen und der Stuhllehne, sich mit den ungeordneten Raumlinien im Chaos verlieren und so einen direkten Kontrast provozieren. Die Leere und das Chaos liegen im Zentrum und rechts, die Kraft und monolithische Ruhe liegen links (spätestens hier dürften auch Assoziationen zum konzeptuellen Meisterwerk 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM von Stanley Kubrick geweckt werden). Und natürlich – um der Perfektion die Krone aufzusetzen – wurde dem durstigen Rezipienten auch gleich das passende Glas zur Verfügung gestellt. Grande Cinéma!

Gänzlich unerwähnt blieb bis jetzt der Hohn über die Macht der Schwerkraft, welcher von der Flasche ausgeht, dem Betrachter Schwindel erregt und die Gesamtaussage des Arrangements unterstützt! Zur Erinnerung abermals der Screenshot:

Bild

Tisch und Objekt in der Spiegelung stehen schief und sollten eigentlich fallen (sicherlich ein unbedeutender fauxpas der Regie um die Spiegelung des Aufnahmemediums zu verhindern und die Illusion des Films zu bewahren)! Die Rahmung der Bildachsen und der starke Hell-Dunkel-Kontrast (gelbes Etikett und weiße Tischdecke auf dunklem, beinahe schwarzem Grund) verleihen hier Stabilität - speziell auch im formellen Kontrast zum Diagonalenwirrwar auf der gegenüberliegenden Bildseite. Auch die vielgliedrige Bildstrukturierung links oben im Kontrast zur monoton-weißen Fläche rechts unterstreicht dies meisterlich. Während die reale Umwelt ins Schwanken gerät und ihrem Gleichgewicht beraubt ist, bleibt der Ruhepol, die stabilisierende Macht in einer irren Welt (unterstrichen durch das irre Lachen des sexgeilen Luders), stets die J&B-Flasche! Wenn hier jemand fällt, dann doch der Betrachter! Und letztlich führt doch auch keine Bildlinie durch die Flasche – sie ist unantastbar! Wohingegen jeder andere, darum als unbedeutend zu klassifizierende, Bildgegenstand durch Linien zerschnitten wird. Dies löst auch die Gefüge von Raum und Zeit auf, ist doch Hintergrund das Zentrum und übermächtige die Präsenz. Der Vordergrund und das Bildzentrum werden gezielt attackiert und in ihrer eigentlich immanenten Wichtung aufgelöst.

Im Grunde wird final sogar der Raum des Rezipienten tangiert, ist doch die Flasche nur in Spiegelung zu sehen und muss sich demnach unweigerlich neben dem Betrachter befinden. Sie ist auch für ihn wichtig, während das lockende Weib starr an ihm vorbei blickt. Vordergrund und Bildzentrum werden somit meisterlich negiert und die Kommunikation findet einzig zwischen dem durstigen Filmgucker und der Perfektion in Reinform statt. Chapeau, Herr Landi!

FAZIT: Eine Flasche J&B färbt die stupzige Nase in der Bildmitte rot :lol:
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht

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jogiwan
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi (1980)

Beitrag von jogiwan »

Wunderbar schundiger Horror-Streifen in der Tradition von Agathe Christies "Ein Unbekannter rechnet ab" in dem sich eine Gruppe Fremder mit Dreck am Stecken auf mysteriöse Einladung in einem Sanatorium wiederfinden, in dem es nicht mit rechten Dingen zu geht und nach der Reihe dahin gemeuchelt werden. Statt psychologischer Finesse, exotischer Kulisse und großer Namen gibt es in der italienischen Diskont-Ausgabe aber viel Nonsens-Gelabere, Alkohol und noch mehr nackte Haut, wenn sich die weiblichen Hauptdarstellerinnen im Zelebrieren von Freikörperkultur gegenseitig zu überbieten scheinen. Auch auf reichlich Schmodder wurde in dem übernatürlichen Rache-Spektakel nicht verzichtet, wobei auch hier keine Rücksicht auf etwaige Befindlichkeiten des Zuschauers genommen wurde und Mario Landi seine Mariangela wie gewohnt wieder besonders grausam über die Klinge springen lässt. Am Ende gibt es dann noch ein psychotronisches Finale abseits gängiger Genre-Normen mit dem Charme einer Landdiscobeleuchtung, dass den Zuschauer dennoch fassungslos zurücklässt. Eine Königsdisziplin von einem Film aus der Italo-Ecke, der sich mit jeder Sichtung ein kleines Stück weit mehr dem Zuschauer offenbart und trotzdem rätselhaft und sperrig bleibt.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Die Kroete
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Re: Patrick lebt! - Mario Landi

Beitrag von Die Kroete »

jogiwan hat geschrieben:nach Genuss des Filmes würde ich immer am liebsten nackt um Dr. Freudsteins Bettchen tanzen... trallali... trallala... 8-)

Bild
:lol: :lol: :lol:
...das stelle ich mir gerade bildlich vor...

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