Suspiria - Dario Argento (1977)

Grusel & Gothic, Kannibalen, Zombies & Gore

Moderator: jogiwan

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Arkadin
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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von Arkadin »

Verdammt. Das war die kleine Glocke, die beim Namen Thomas de Quincey in meinem Kopf läutete, als ich kürzlich für die 35MM über "Confessions of an Opium Eater" schrieb. Wäre mir das mal eher eingefallen!
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buxtebrawler
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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von buxtebrawler »

Mal wieder Das Forum mit dem Bildungsauftrag :cool:

Klasse, Salvatore :thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
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purgatorio
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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von purgatorio »

buxtebrawler hat geschrieben:
Do 20. Aug 2020, 09:32
Mal wieder Das Forum mit dem Bildungsauftrag :cool:

Klasse, Salvatore :thup:
Jetzt sollten wir diesen längst etablierten Slogan auch langsam mal in den Header übernehmen, oder? :mrgreen:
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
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purgatorio
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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von purgatorio »

Salvatore Baccaro hat geschrieben:
Di 18. Aug 2020, 19:47
In Vorbereitung auf das Forentreffen, (und weil ich eines Sammelbands seiner Hauptwerke in einer Bücherzelle unweit des Bodensees habhaft werden konnte!), habe ich mich nun endlich einmal in dem 1845er Werk "Suspiria De Profundis" des englischen Essayisten Thomas de Quincey vertieft - eine Sammlung von Prosastücken, die Visionen, Träume, Kindheitserinnerungen, aus- und abschweifende Gedanken zu allen möglichen und unmöglichen Themen sowie theoretische Passagen beinhalten, die sich beinahe als Vorwegnahme der modernen Traumdeutung bzw. Psychoanalyse lesen lassen, und die als Nachfolgeband zu den ähnlich fragmentarischen "Confessions of an Opium Eater" von 1821 intendiert gewesen sind, in denen der Autor bereits minutiös wilde Phantasmagorien auf Laudanum-Trips beschrieben hat.
Eigenartig... diese Kurzbeschreibung ist ebenso abschreckend wie fesselnd. Ich habe den Sammelband soeben in tadellosem Zustand aus dem Briefkasten gefischt (der gar eigensinnige Sog Seelingscher Literaturempfehlungen) und bin ebenso unschlüssig wie neugierig. "Der Mord als eine schöne Kunst" reizt mich aber definitiv. Hast du da schon reingelesen? Na ich bin gespannt, ich packe den Büchlein mal oben auf den Lesestapel :cool:
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Salvatore Baccaro
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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

purgatorio hat geschrieben:
Fr 21. Aug 2020, 14:58
ch habe den Sammelband soeben in tadellosem Zustand aus dem Briefkasten gefischt (der gar eigensinnige Sog Seelingscher Literaturempfehlungen) und bin ebenso unschlüssig wie neugierig.
Haha, wie gut! Ja, ich habe alles gelesen bis auf "Die Postkutsche". Thomas de Quincey ist definitiv ein Meister der Abschweifung! Da möchte er einen Bericht über seine Erfahrungen mit Opium schreiben und verliert sich zu Beginn für hundert Seiten völlig in autobiographischen Details, wie er als junger Mann mittellos in London strandete, was zwar durchaus spannend zu lesen ist, aber mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat; da schiebt er seinen Essays endlose Fußnoten unter, in denen er ziemlich geckenhaft mit seinen Latein- und Altgriechisch-Skills prahlt; da erzählt er mitten in der Schilderung vom Tod seiner jüngeren Schwester plötzlich von einem Groschenroman, den er kürzlich in die Finger bekam und paraphrasiert dessen Schlussszene um eine Äbtissin, die eine gefangene Nonne zu befreien versucht usw. Unfasslich, aber nicht uninteressant, nur, puh!, aber auch nicht unanstrengend...

Am besten gefallen hat mir tatsächlich "Der Mord, als eine schöne Kunst betrachtet". Am Ende gibt's gar die atemlosen Schilderungen einiger einschlägiger Mordtaten und zuvor feinsten Schwarzhumor, (wenn der Autor den dann später auch wieder teilweise beinahe entschuldigend zurücknimmt.)

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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von jogiwan »

Ich kann mir nicht helfen, aber bei diesem Stiftehalter von EO muss ich immer an Suspiria denken... :kicher:
elements_optimal_peacock_stiftehalter_7_jpg.jpg.jpg
elements_optimal_peacock_stiftehalter_7_jpg.jpg.jpg (116.8 KiB) 271 mal betrachtet
Ist eigentlich bekannt, was der originale Glas-Pfau aus dem Film eigentlich für eine Funktion hat? Hab den ja schon öfters gegoogelt, aber nie etwas dazu gefunden. Ist der reine Deko, Lampe, Kunstobjekt oder einfach nur zur Hexenabwehr? Würde mich ja schon interessieren. Ist der danach jemals wieder irgendwo aufgetaucht?
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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von buxtebrawler »

Das Geheimnis der blauen Iris

„Das ist Pavlo, unser Faktotum!“

Der italienische Filmemacher Dario Argento, der sich zuvor in erster Linie als Schüler Bavas mit seinen gern zur sog. „Tier-Trilogie“ zusammengefassten Gialli „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“, „Die neunschwänzige Katze“ und „Vier Fliegen auf grauem Samt“ einen Namen gemacht hatte, legte mit seinem Übersatteln ins Horror-Genre im Jahre 1977 den Grundsein für eine tatsächliche Trilogie: „Suspiria“, dessen von Argento zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Daria Nicolodi verfasstes Drehbuch lose auf Thomas de Quincey Prosasammlung „Suspiria De Profundis“ und dessen Beschreibung dreier Hexen sowie Überlieferungen Darias Großmutters, einer ehemaligen Ballettschülerin, basiert, wurde nicht nur zu einem vollen Erfolg an den Kassen der Lichtspielhäuser, sondern stellt bis heute eine unnachahmbare Stilikone des Genres dar.

Die blutjunge US-Amerikanerin Suzy Bannion (Jessica Harper, „Phantom im Paradies“) reist nach Deutschland, um an der Freiburger Tanzakademie Ballett zu studieren. Als sie sich per Taxi vom Münchner Flughafen in die Freiburger Escherstraße fahren lässt, wird sie Zeugin, wie eine junge Frau aus der Ballettschule zu fliehen scheint. Suzy indes verwehrt man den Einlass. Am nächsten Morgen jedoch empfängt ihre Lehrerin Mrs. Tanner (Alida Valli, „Schwarze Messe der Dämonen“) sie freundlich, muss ihr jedoch auch eröffnen, dass es in der letzten Nacht zu einem furchtbaren Todesfall gekommen sei. In der Tat wurden die junge Frau, die Suzy beobachtet hatte, und deren Freundin in einem Hotel von dämonischen Kräften ermordet. Suzy versucht sich einzuleben und findet in Sara (Stefania Casini, „Andy Warhols Dracula“) eine Freundin, die mit der Toten befreundet war und Suzy anvertraut, dass ihr die Akademie nicht geheuer sei: Seltsame Dinge gingen vor sich. Nachdem sich mysteriöse Ereignisse häuften und eines Tages auch Sara verschwunden ist, stellt Suzy auf eigene Faust Nachforschungen an…

Man merkt „Suspiria“ durchaus an, dass Argento vom Giallo kommt, sei es durch die von außerhalb, gar aus dem Ausland, eindringende Figur, der es schließlich obliegt, einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, sei es durch das wichtige Detail, das diese Figur aufgeschnappt hat, es aber noch nicht zu dechiffrieren versteht. Wesentlich interessanter aber ist der visuelle Stil dieses Films mit seinen schaurig-schönen, expressionistischen Bildern, seiner aggressiven, die Technicolor-Möglichkeiten wiederaufgreifenden und ausreizenden Farbgebung und die aus ihr resultierende Farbdramaturgie sowie die Inszenierung von Architektur, die Argento etwas später in „Inferno“ auf die Spitze treiben sollte. Die Fassade des Freiburger „Haus zum Walfisch“ wurde als Studiokulisse nachgebaut und wird zum Einfalltor in eine oft unwirklich, beinahe surreal anmutende, bedrohliche Welt, in der nicht nur junge Frauen unangenehm herrischen, matronenhaften Leiterinnen ausgesetzt sind, sondern ein stummer Diener (Giuseppe Transocchi, „Töten war ihr Job“) als Faktotum bezeichnet wird, ein blinder Pianist (Flavio Bucci, „Die Arbeiterklasse kommt ins Paradies“) plötzlich nicht mehr genehm ist, es Maden von den Zimmerdecken regnet und man nach Begegnungen mit unheilvollen Gestalten erst einmal das Krankenbett hüten muss – ganz zu schweigen vom fürchterlichen Röcheln, das sich nachts durchs Gemäuer hindurch an die Ohren der Schülerinnen bahnt.

Die Bezugnahmen auf den Künstler M.C. Escher wirken in diesem Zusammenhang wie ein Beleg für die bewusste Anreicherung des Films um surrealistische Motive, die ihm zusammen mit der visuellen Darreichungsform etwas Märchen- und Fiebrig-Alptraumhaftes zugleich verleihen. Die Kamera scheint ein Eigenleben zu führen, umkreist ihre Figuren und lässt plötzlich von ihnen ab wie ein Insekt, das sich nicht nur für die Menschen, sondern für den ganzen Raum interessiert, unstet suchend und in seinen Bewegungen schwer vorauszuahnen. Bereits die im strömenden Regen spielende Eröffnungssequenz ist eine meisterhafte Inszenierung nicht nur puren Terrors, sondern auch jugendlicher Angst vor dem Unheil aus dem Dunkel – und der eigenwilligen Zelebrierung und Ästhetik des Todes, wenn Argento in einer irren Bildabfolge Gewalt und tödliche Kettenreaktionen in mit Kunstblut verzierte Mädchenleichen kulminieren lässt. Das Prinzip ist nicht neu, hier aber besonders eindrucksvoll präsentiert.

Ein echter Besetzung-Coup war die Verpflichtung Jessica Harpers. Mit ihren großen Augen und ihrer Ausstrahlung erinnert sie an ein scheues Reh und weckt unweigerlich Beschützerinstinkte, doch im besten Stile eines Final Girls sieht das Böse sich in ihr getäuscht, denn sie wächst über sich hinaus – in einem Kampf, in dem Fäulnis und Verfall den Kontrast zur Blüte der Jugend bilden, die sich der Lebensenergie raubenden Macht des sich auf ihre Kosten künstlich am Leben haltenden Alten erwehrt. Dass die Hexenthematik des (mutmaßlich) in der Gegenwart des Entstehungszeitraums spielenden Films ebenso anachronistisch wirkt wie der unerbittlich maßregelnde und zum Konformismus erziehende, jedoch stets unter dem Deckmantel von Anstand, Sitte und Kultur elitär agierende Konservatismus der Akademie ist dabei sicher kein Zufall. Ausgerichtet hat Argento seinen Film voll und ganz auf die weiblichen Figuren; wie er namhafte Schauspieler wie Udo Kier („Hexen bis aufs Blut gequält“) und Rudolf Schündler („Der Exorzist“) auf die Nebenplätze verweist, ist beinahe provokant. Herausfordernd ist auch die grafische Gewalt, die sich punktuell auch über die Exposition hinaus durch den Film zieht und sich an blutigen Spezialeffekten ergötzt.

Damit bedient „Suspiria“ aller Entrücktheit zum Trotz indes auch Genreklischees, zu denen auch der intensive Einsatz von Unwetter, Blitz und Donner zu zählen ist. Während sich daran sicherlich kaum ein(e) Genrefreund(in) stören dürfte, mutet Argentos Handlungsortspagat mitunter etwas befremdlich an: Dass eine Taxifahrt von München nach Freiburg eher ungewöhnlich ist, lässt sich nicht einmal an der Reaktion des Taxifahrers (Fulvio Mingozzi, „Frankenstein ‘80“) ablesen und spielte für Argento offenbar keine Rolle. Dass es den blinden Pianisten nach seiner Entlassung ins Münchner Hofbräuhaus verschlägt, wo er eine furchtbare Schuhplattleraufführung vermutlich nur aufgrund seiner Behinderung zu goutieren weiß, ist jedoch ein Bayernklischee, das mit dem eigentlichen Handlungsort – Freiburg – nun so gar nichts zu tun hat. Will sagen: Beide Städte verschmelzen bei „Suspiria“ auf ungünstige Weise miteinander. Dass sich Argento kaum über das Mindestmaß hinaus für seine Figuren interessiert und selbst die Biografie der Hauptrolle im Diffusen belässt, ist wiederum ein Indiz für die Gewichtung des Films zugunsten seiner audiovisuellen Erscheinung, weniger seines erzählerischen Inhalts. An der Imposanz eben jener Erscheinung hat die Progrock-Band Goblin entscheidenden Anteil, die einem mit ihren Stücken das Gruseln lehren und zugleich ein Klangerlebnis schaffen, das in seiner Dominanz und seinem Mut zur Eigenständigkeit über das so vieler anderer Horrorfilme hinausgeht und Goblin zum Durchbruch verhalf.

„Suspiria“ ist bewusst überaus artifiziell gehalten, und doch versteht es Argento, eine Vielzahl ganz wunderbarer Suspense- und Grusel-Szenen zu arrangieren und miteinander zu vermengen, die sein Publikum auf emotionaler Ebene mitnehmen. Von „Momenten“ zu sprechen verbietet sich da, vielmehr handelt es sich um von langer Hand vorbereitete und ohne falsche Hektik durchexerzierte Sequenzen. In Bezug auf die Klimax leisten sie jedoch auch einer Erwartungshaltung Vorschub, die die dann leider doch etwas profan geratene finale Konfrontation mit dem Bösen nicht erfüllen kann. Das Finale ist der vielleicht größte Schwachpunkt dieses ansonsten insbesondere auf großer Kinoleinwand faszinierenden, unverwechselbaren Films.

Dass „Suspiria“ der Auftakt einer Trilogie sein würde, war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung gleichwohl noch nicht klar. Erst „Inferno“ rückt die Geschichte um die drei Hexen in den Mittelpunkt und enthüllt die Identität der Akademieleiterin Helena Markos als Mater Suspiriorum (Mutter der Seufzer).
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Salvatore Baccaro
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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

buxtebrawler hat geschrieben:
Di 27. Okt 2020, 15:50
Dass die Hexenthematik des (mutmaßlich) in der Gegenwart des Entstehungszeitraums spielenden Films ebenso anachronistisch wirkt wie der unerbittlich maßregelnde und zum Konformismus erziehende, jedoch stets unter dem Deckmantel von Anstand, Sitte und Kultur elitär agierende Konservatismus der Akademie ist dabei sicher kein Zufall.
Feinste Kritik. Wobei mich dieser Absatz erneut daran erinnerte, wie sehr mich wiederum SUSPIRIA bezüglich seines "unerbittlich maßregelnden und zum Konformismus erziehenden, jedoch stets unter dem Deckmantel von Anstand, Sitte und Kultur elitär agierenden Konservatismus" wiederum an Leontine Sagans wundervollen MÄDCHEN IN UNIFORM von 1931 erinnert, - immerhin ein weiterer Film, dessen ausschließlich weiblicher Cast sich aus Lehrerinnen und Schülerinnen einer erzkonservativen Internatsschule zusammensetz. Wenn Argento in SUSPIRIA schon (mehr oder minder offen) Leni Riefenstahl und Fritz Lang zitiert, wieso sollte er nicht diesen Film ebenfalls gekannt und geschätzt haben?

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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von buxtebrawler »

Salvatore Baccaro hat geschrieben:
Di 27. Okt 2020, 22:40
Feinste Kritik. Wobei mich dieser Absatz erneut daran erinnerte, wie sehr mich wiederum SUSPIRIA bezüglich seines "unerbittlich maßregelnden und zum Konformismus erziehenden, jedoch stets unter dem Deckmantel von Anstand, Sitte und Kultur elitär agierenden Konservatismus" wiederum an Leontine Sagans wundervollen MÄDCHEN IN UNIFORM von 1931 erinnert, - immerhin ein weiterer Film, dessen ausschließlich weiblicher Cast sich aus Lehrerinnen und Schülerinnen einer erzkonservativen Internatsschule zusammensetz. Wenn Argento in SUSPIRIA schon (mehr oder minder offen) Leni Riefenstahl und Fritz Lang zitiert, wieso sollte er nicht diesen Film ebenfalls gekannt und geschätzt haben?
Vielen Dank :verbeug:

Guter Hinweis, stimmt - zu "Mädchen in Uniform" sind gewisse Parallelen auszumachen.
Hinsichtlich Fritz Lang bin ich nicht so bewandert. Was genau zitiert Argento?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Re: Suspiria - Dario Argento (1977)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

buxtebrawler hat geschrieben:
Mi 28. Okt 2020, 08:51
Hinsichtlich Fritz Lang bin ich nicht so bewandert. Was genau zitiert Argento?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich bei Argentos Entscheidung, die Madame Blank mit Joan Bennett zu besetzen, um keinen Zufall handelt. Bennett spielt die Hauptrolle in Fritz Langs SECRET BEYOND THE DOOR von 1948, aus dem Argento gerade im Hinblick auf die Inszenierung von Fluren & Türen stellenweise ganze Einstellungen zitiert - nur eben bei Lang in Schwarzweiß, und in SUSPIRIA unterm delirierendsten Farbschirm.

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