Lauf um dein Leben - Sergio Sollima

Moderator: jogiwan

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buxtebrawler
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Lauf um dein Leben - Sergio Sollima

Beitrag von buxtebrawler »

Koch Media (Western Collection Nr. 15)

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Originaltitel: Corri, uomo, corri

Herstellungsland: Frankreich / Italien 1968

Regie: Sergio Sollima

Darsteller: Tomas Milian, Donald O'Brien, John Ireland, Federico Boido, Linda Veras, Chelo Alonso, José Torres, Luciano Rossi, Nello Pazzafini, Marco Guglielmi, Dante Maggio, Gianni Rizzo u. A.
Aus der wegelungendem, gefürchteten "Stechmücke" wird ein revlotiunärer Held wieder Willen, der sich gegen Freund und Feind gegen das ewige Eis Nevadas gegen eine bigotte Majorin der Heilsarmee und eine eifersüchtige Braut durchsetzten muss, nicht zuletzt gegen das Misstrauen eines Ex-Sheriffs mit dessem Hilfe das Werk gelingt.. die Finazierung der Revolution.
Quelle: www.ofdb.de
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Blap
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Re: Lauf um dein Leben - Sergio Sollima

Beitrag von Blap »

Starker, unterhaltsamer Western von Meister Sollima. Steht aber IMHO im Schatten des sehr guten "Der Gehetzte der Sierra Madre" und des überragenden "Von Angesicht zu Angesicht".

Hier ein älterer Kurzkommentar:

Lauf um dein Leben

Schlitzohr Cuchillo (Tomas Milian) verhilft einem mexikanischen Reformpolitiker zur Flucht aus dem Knast. Doch schon bald werden die beiden Flüchtigen von ihren Verfolgern gestellt. Revoluzzer Ramirez wird "aus Versehen" erschossen. Im Todeskampf gibt er Cuchillo noch den Hinweis, dass er in einem kleinen Kaff in Texas nach Gold im Wert von drei Millionen Dollar suchen soll, damit soll die Revolution unterstützt werden. Nun fangen die Probleme für unseren Helden erst richtig an. Gauner, Schergen der Regierung, ein undurchsichtiger Ex-Sheriff, und sogar die Heilsarmee wollen ebenfalls Zugriff auf das Gold...

Der dritte Western aus der schönen "Sergio Sollima Italo-Western Box" von Koch Media. Sollima greift hier erneut die Figur des Cuchillo auf, die man bereits aus "Der Gehetzte der Sierra Madre" kennt. Auch "Lauf um dein Leben" ist ein guter, fast sehr guter Beitrag zum Genre, kann allerdings nicht ganz mit Sollimas Werken "Der Gehetzte der Sierra Madre" und "Von Angesicht zu Angesicht" mithalten. Tomas Milian dominiert den Film, unter den zahlreichen Gegnern fehlt aber ein echter Charakterkopf.

Wenn ich das Bonusmaterial der DVD-Box geschaut habe, werde ich noch ein paar Zeilen zum Gesamtpaket schreiben.

7,5/10


...und hier noch der Sülz zum Box-Set der Köche:

Sergio Sollima Italo-Western Box

Hier nun meine Meinung zum Komplettpaket dieser sehr schönen Veröffentlichung von Koch Media.

Man bekommt mit "Der Gehetzte der Sierra Madre" (La Resa dei conti) und "Von Angesicht zu Angesicht" (Faccia a Faccia), zwei grosse Klassiker des Genres geboten. Der dritte Film "Lauf um dein Leben" (Corri, uomo, corri) kann nicht ganz mithalten, geht aber problemlos als guter bis sehr guter Italo-Western durch.

Alle drei Filme bieten mit Tomas Milian einen erstklassigen Hauptdarsteller auf. Bei "Der Gehetzte..." steht im Legende Lee Van Cleef zur Seite, in "Von Angesicht zu Angesicht" bekommen wir die sehr guten Charakterköpfe Gian Maria Volonté und William Berger zu sehen. Alle Filme haben einen tollen Soundtrack von Ennio Morricone zu bieten. Besonders die leicht psychedelisch angehauchte Titelmelodie von "Faccia a Faccia" gefällt mir sehr, sehr gut.

Zur Ausstattung der Box. Die Filme wurden ordentlich restauriert und vervollständigt (Die alten deutschen Kino- und Videoversionen waren übel verstümmelt). Eine sehr interessante und umfangreiche Bonus-DVD liegt ebenfalls bei. Darauf findet man ein längeres, informatives Interview mit Regisseur Sergio Sollima. Zusätzlich gibt es ein Booklet, welches auf rund dreissig Seiten weitere wichtige Informationen präsentiert. Doch damit noch nicht genug. Als Sahnehäubchen gibt es -das 250 Seiten starke- Italo-Western Lexikon "Leichen pflastern ihren Weg" von Ulrich P. Bruckner obendrauf.

Fazit: Pflichtkauf!!!
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buxtebrawler
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Re: Lauf um dein Leben - Sergio Sollima

Beitrag von buxtebrawler »

Auf wahren geschichtlichen Ereignissen basierender Italo-Western von Sergio Sollima aus dem Jahre 1968, der vorzüglich unterhält, allerdings nicht ganz die Klasse von „Der Gehetzte der Sierra Madre“ erreicht, in dem Tomás Milián erstmals den sympathischen mexikanischen Habenichts Cuchillo mimte, der auch hier die tragende Figur darstellt. Es scheint, als wollte Sollima mit diesem im Prinzip hochpolitischen Film etwas zuviel auf einmal, indem er eine ganze Reihe klassischer Italo-Western-Motive unter einen Hut zu bringen versuchte. Da die Ereignisse vor dem Hintergrund der mexikanischen Revolution stattfinden, spielt der Großteil des Films natürlich in Mexiko. Gleich der Beginn des Films strahlt eindrucksvoll mexikanisches Temperament und Lebensfreude aus und bereitet den Zuschauer darauf vor, was ihn in den kommenden knapp zwei Stunden erwartet: Ein ziemliches Wechselbad der Gefühle zwischen Komödie und hartem, bitteren Ernst, in deren Verlauf politische mit persönlichen Beweggründen in Konflikt geraten, zahlreiche miteinander konkurrierende und sich gegenseitig dezimierende Interessengruppen auf der Suche nach einem Goldschatz sind, einige aus heutiger Sicht etwas befremdliche, frauenfeindliche Darstellungen des weiblichen Geschlechts stattfinden, ein schweigsamer, desillusionierter, zynischer Ex-Sheriff und -Revolutionär eine Entwicklung zum sogar mit Toten redenden „Schwätzer“ durchlebt und Cuchillo, genannt „Stechmücke“, immer wieder als lachender Sieger aus allen Konflikten hervorgeht. In dieser Rolle brilliert Milián ein weiteres Mal und es ist eine wahre Freude, ihm dabei zuzusehen, wie er den lebenslustigen, ungezähmten, geschickten Mexikaner verkörpert. Aber auch Donald O’Brien weiß in seiner Rolle als schwarzgekleideter Eastwood-Verschnitt zu gefallen. Handwerklich ohne Makel inszeniert, allerdings ohne die epische Ausrichtung z.B. eines Leones, funktioniert die Mischung aus Humor, Politik und Ernst nicht immer einwandfrei und aufgrund der Vielzahl der eingeführten Charaktere bleibt die Tiefe und Glaubwürdigkeit bisweilen etwas auf der Strecke. Nichtsdestotrotz ist „Lauf um dein Leben“ ein wirklich guter Beitrag zum Genre, der einen gewissen Anspruch verfolgt, und weitaus interessanter als der xte Rache-Western von der Stange.
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Adalmar
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Re: Lauf um dein Leben - Sergio Sollima

Beitrag von Adalmar »

Jetzt habe ich auch den dritten Filme der Sollima-Milian-Westerntrilogie gesehen, muss aber gestehen, dass ich mich hier zeitweise etwas gelangweilt habe. Volle zwei Stunden lang ist ein mitunter etwas unbeteiligt wirkender Milian hier auf der Flucht vor verschiedensten Personen, die entweder hinter dem Goldschatz der mexikanischen Revolution oder aber Cuchillo (Milian) selbst her sind. Vielleicht hätte man ein paar Interessenparteien weniger einbauen können. Ex-Sheriff Cassidy, die Bande von Riza, die zwei französischen Söldner, Penny von der Heilsarmee, die Revolutionäre um Santillana und nicht zuletzt Cuchillos hysterische Braut. Das ist einfach zu viel des Guten und streckt den Film zum Nachteil der Spannung, die mitunter ganz schön auf der Strecke bleibt, beispielsweise bei dem recht albernen Heilsarmee-Trip. Da haben mir die beiden anderen Filme der Trilogie deutlich besser gefallen.
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ひぐらしのなく頃に 業

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DrDjangoMD
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Re: Lauf um dein Leben - Sergio Sollima

Beitrag von DrDjangoMD »

Der Film steht oft im Schatten der beiden anderen Sollima-Western, aber ganz ehrlich, es ist auch wirklich schwer mit "Der Gehetzte der Sierra Madre" und "Von Angesicht zu Angesicht" mitzuhalten. Für sich allein betrachtet ist und bleibt "Lauf um dein Leben" ein vergnügliches Westernspektakel, welches zwar vielleicht weniger bewegend oder weniger stimmig wirkt als so manch anderer Revolutionswestern, aber immerhin gut unterhalten kann, gelangweilt habe ich mich nie, auch wenn ich Adalmar verstehen kann, wenn er von zu vielen beteiligten Parteien spricht. Donal O'Brien fand ich übrigens hier als coolen Van-Cleef-Ersatz besonders klasse.

untot
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Re: Lauf um dein Leben - Sergio Sollima

Beitrag von untot »

*hüstel* was war das?? :o :wart:
Für einen Van Cleef gibt es keinen Erstaz, mein lieber Doc 2!! :nixda: :kicher:
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