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Originaltitel: 30 Days of Night Regie: David Slade Produktionsland: USA, Neuseeland (2007) Cast: Josh Hartnett, Melissa George, Danny Huston, Ben Foster, Mark Boone Junior, Mark Rendall, Amber Sainsbury, Manu Bennett, Megan Franich, Joel Tobeck, Elizabeth Hawthorne, Nathaniel Lees, Craig Hall, Chic Littlewood, Peter Feeney
Story:
In dem kleinen, verschneiten Örtchen Barrow in Alaska, einer Siedlung jenseits des Polarkreises, herrschen jedes Jahr im tiefsten Winter 30 Tage Dunkelheit. Ein Gros der Bevölkerung verlässt die Ortschaft in diesem Zeitraum und zieht sich zu Angehörigen in südlichere Gefilde zurück. Einige bleiben aber auch – wie jedes Jahr. Nur in diesem Jahr werden sie nicht allein sein! Ein Fremder streift durch das ewige Eis und sorgt im Örtchen für Unmut.
Eben Oleson, der Scheriff der Stadt, wird nach mehreren Sabotageaktionen im Ort (Schlittenhunde tot, einziger Hubschrauber defekt, Handys verbrannt etc.) auf den Fremden aufmerksam und inhaftiert ihn. Damit ist das Unheil aber nicht gebannt, denn der Fremde war lediglich die Vorhut einer Gruppe von Vampiren, die just nach Untergang der Sonne das Städtchen überfallen. Ein äußerst blutiger Alptraum beginnt…
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
Mein Senf:
„30 Days of Night“ ist eine von Sam Raimi produzierte Comicverfilmung (basierend auf dem Graphic Novel von Steve Niles und Ben Templesmith), die sich bis auf einige Einzelheiten auch eng an die Vorlage hält (zum Vergleich sei hier der überaus umfangreiche Artikel zum Thema auf Schnittberichte.com empfohlen, dessen Lektüre allerdings erst nach der Sichtung des Films zu empfehlen ist – Stichwort: Spoiler! Zu finden ist er hier). Der Look ist – wie im Comic auch – sehr eigenwillig, aber definitiv überzeugend! Jedes Frame ist düster und bedrückend, es gibt Einstellungen die 1:1 wie Comic-Panels inszeniert sind und so recht schnell das Tor zu einer graphischen Welt öffnen, die so noch nicht auf Celluloid gebannt wurde. Und allein die kühle Optik des Films sollte ein Argument für die Sichtung sein – trotz der reichhaltigen Verrisse, die man so findet. Ja, „30 Days of Night“ steht häufig in der Kritik! Das sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Und natürlich kann ich einem sehr häufig auftauchenden Punkt nur beipflichten: Das Ende des Films verliert sich in Gewaltakten zu Ungunsten der Grundstimmung. Und überhaupt passte mir das Finale nur bedingt – obwohl dies im Comic nahezu identisch war. Das ändert jedoch nichts an den Qualitäten des Films! Heftig und schnell inszeniert, spannend, blutig und mit einem starken, zum düsteren Look passenden Score weiß „30 Days“ zu überzeugen - oder eben auch zu polarisieren. Auf den stetig ansteigenden Härtegrad, der sich in einem ersten Gewaltakt auf den Straßen von Barrow entlädt, dann ein wenig abebbt um dann noch drastischer das letzte Drittel in ein tiefes Blutrot zu tränken, kann man schon mal empfindlich reagieren. Dazu die ausweglose Situation der Überlebenden, Lagerkoller und nackte Angst mit ständigen Gegenschnitten auf die dunklen, verschneiten und blutüberströmten Straßen des Örtchens – das kann für Unwohlsein sorgen. Gerade weil die Vampire zwar da sind, aber sich gern auch versteckt halten entwickelt sich eine spürbare Bedrohung, die der rauen und lebensfeindlichen Umgebung in nichts nachsteht. So sie dann auftauchen haben sie nichts mit dem erotisch angehauchten Vampirmythos zu tun, den Dracula vertritt. Sie sind viel eher reißende Bestien, wild, kräftig und blutrünstig. Animalisch gestikulieren und grunzen sie, nur ihr Oberhaupt kann sich zivilisiert ausdrücken. Und das aber auch nur, um sein Herrenwesen-Gedankengut zum Besten zu geben und die Menschen als vogelfreies Nutzvieh zur Schlachtbank zu zitieren – heftige Angelegenheit!
Ich gehöre wohl zu der Hälfte von Rezipienten, die sich vom Look überzeugen ließ und sich (schon mehrmals) bestens unterhalten fühlte! Von mir eine klare Empfehlung! 7-8/10
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
Ich bin ohne große Erwartungen an diesen Film herangegangen, aber, was ich dann zu sehen bekam, hat mich sehr positiv überrascht und total überzeugt. Endlich mal wieder ein meiner Meinung nach rundum gelungener Vampirfilm, der eine sehr gute Story hat, die auch sehr interessant und spannend umgesetzt wurde.
Die Darsteller sind allesamt sehr gut und spielen sehr autentisch und auch glaubhaft, wie ich finde. Vor allem Josh Hartnett hat mich total überzeugt, obwohl ich am Anfang doch sehr skeptisch war.
Was mich verwundert, ist, das viele Leute den Film als langweilig oder nicht innovativ genug bezeichnen. Sicher, man hat alles schon einmal irgendwo gesehen, mich zum Beispiel hat die Szenerie teilweise an "Sturm des Jahrhunderts" erinnert, aber man muß doch ganz objektiv feststellen, das die Thematik hier sehr gut umgesetzt wurde. Der Film bietet sehr gute, kurzweilige und spannende Unterhaltung und das ist es doch eigentlich, was man von einem Film erwartet.
Auch die Atmosphäre empfand ich als äusserst gelungen, vor allem wirkte sie die ganze Zeit über sehr bedrohlich, was sicher auch daran lag, das fast der gesamte Film ja bei Nacht spielt.
Der Härtegrad war angemessen, ich fand es gut,das es nicht in sinnlose Metzelszenen ausartete, sondern das die Splatterszenen wohl dosiert waren. Für mich ist das ein weiterer Pluspunkt des Films, denn er hat es nicht nötig, durch Gewaltorgien den Zuschauer zu beeindrucken.
Insgesamt gesehen ist "30 Days of Night" für mich ein qualitativ hochwertiger Vampir - Horrorfilm, bei dem die Mischung stimmt und der den Zuschauer zu fesseln weiß. Horrorfreunde dürften ihre Freude an diesem Film haben.
Jau, der Streifen hat mir gut gefallen. Ein älterer Kurzkommentar (Dezember 2008):
30 Days of Night
Barrow ist ein kleines Kaff im Norden Alaskas. Wie in jedem Jahr, wird sich die Sonne einen Monat lang nicht mehr sehen lassen. Einige Einwohner verlassen den Ort während dieser Phase, der harte Kern harrt jedoch in der Dunkelheit aus. Sheriff Eben Oleson (Josh Hartnett) bleibt selbstverständlich in Barrow, ihn plagen derzeit sowieso andere Sorgen als die kommenden 30 Tage Dunkelheit. Seine Ehe mit Stella (Melissa George) ist gescheitert, der junge Gesetzeshüter hat daran noch schwer zu knabbern. Melissa verpasst jedoch den letzten Flug aus Barrow hinaus, nun ist für sie ebenfalls ein Monat Nacht angesagt. Ein rätselhafter Fremder (Ben Foster) taucht in der Stadt auf, Oleson steckt den offensichtlich auf Krawall gebürsteten Burschen zur Sicherheit in eine Zelle. Der Fremde redet in bedeutungsschwangeren Sätzen von einem kommenden Unheil, kein Einwohner könne sich dem Untergang entziehen. Durch ein paar äussert unangenehme Zwischenfälle ist der Sheriff sowieso bereits beunruhigt, so wurden z.B. die Schlittenhunde eines Mitbürgers allesamt brutal niedergemetzelt. Das wahre Grauen lässt dann auch tatsächlich nicht mehr lange auf sich warten. Eine Horde blutgieriger Vampire mit übermenschlichen Kräften fällt über Barrow her, ein schreckliches Blutbad nimmt seinen unaufhaltsamen Lauf. Können Eben, Melissa und ein paar weitere Einwohner den monströsen Kreaturen entkommen, ihnen vielleicht gar Paroli bieten? Wer lässt sich schon gern freiwillig zu Mettgut verarbeiten...!?
Einen unterhaltsamen Horrorstreifen hat David Slade mit "30 Days of Night" an den Start gebracht. Ein krasser Gegensatz zu seiner vorherigen Regiearbeit "Hard Candy". Josh Hartnett und Melissa George geben ein sympathisches Duo ab, Ben Foster darf mal wieder sehr überzeugend den Irren geben, er sticht alle anderen Nebendarsteller locker aus. Die düstere, winterliche Atmosphäre kommt meinen Vorlieben sehr entgegen. Wobei die Referenz "The Thing" aus dem Hause Carpenter, selbstverständlich weiterhin unerreicht auf ihrem Sockel thront. Die Blutsauger sehen angenehm hässlich und abstossend aus, sind fiese Sadisten, machen keine Gefangenen.
Die Voraussetzungen für einen absoluten Knüller sind gegeben, jedoch schafft der Film nicht ganz den Sprung in die absolute Spitzengruppe. Die Zeitsprünge sind teils sehr plump ausgefallen, die Gewalt fällt oft zu zahm aus, hier hätte man ordentlich den Hammer tanzen lassen sollen. Trotz ein paar kleinerer Schwachstellen bietet "30 Days of Night" einen hohen Unterhaltungswert, verzichtet glückerlicherweise auf ein peinliches Happy End, lässt zusätzlich Raum für eine Fortsetzung.
Die DVD aus der "Cine Collection" von Concorde gefällt. Es gibt eine Bonus-DVD (die ich allerdings noch nicht gesichtet habe), ein ansehnliches Booklet, die Scheiben kommen im schicken Digipak, welches zusätzlich in einem hübschen Schuber steckt. Da der Preis inzwischen ein angenehmes Niveau erreicht hat, gibt es für diesen unterhaltsamen Horror-Beitrag eine klare Kaufempfehlung!
Guter bis sehr guter Horror, präsentiert in feiner Aufmachung!
Blap hat geschrieben:(...)
Die DVD aus der "Cine Collection" von Concorde gefällt. Es gibt eine Bonus-DVD (die ich allerdings noch nicht gesichtet habe), ein ansehnliches Booklet, die Scheiben kommen im schicken Digipak, welches zusätzlich in einem hübschen Schuber steckt. Da der Preis inzwischen ein angenehmes Niveau erreicht hat, gibt es für diesen unterhaltsamen Horror-Beitrag eine klare Kaufempfehlung!
(...)
Auf diese Auflage hatte ich lange ein Auge geworfen und fand dann tatsächlich den Restposten davon bei MediaMarkt für 5EUR. *hach*, da war die Freude groß
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
Neuseeländischer, mit reichlich Vorschusslorbeeren bedachter Vampir-Horror, der eine interessante Idee, gute Masken (die Vampire sehen wirklich schauerlich aus) und einige blutige und splatterige Effekte bietet, in Sachen Geschichte, Erzähltempo und Spannungsbogen aber seine Hausaufgaben nicht gemacht hat und wirkt, als hätte man neben der Grundidee so gut wie keine weiteren gehabt, die den Film über die Spielzeit hätten retten können.
So wirkt das Versteckspiel der potentiellen Vampiropfer recht ermüdend und uninspiriert und das Potential der geschaffenen Situation der 30 Tage andauernden Nacht wird kaum ausgeschöpft. Ein physischer wie psychischer Verfall der Protagonisten wird wenn überhaupt nur angedeutet, die Ausmaße der Extremsituation werden selten deutlich. Als Zuschauer weiß man lediglich aufgrund der hin und wieder eingestreuten Einblendungen, um welchen Tag es sich gerade handeln solle und es ist einem schlichtweg ziemlich egal. Wenn sich dann noch Logikfehler einstellen und der Showdown einfach nur albern und unglaubwürdig daherkommt, hat der Film endgültig seine Chance vertan, ein neuartiger, mitreißender Vampir-Horror zu werden. Lediglich die Effekte wissen bisweilen wirklich zu überzeugen, wenn sie auch nur relativ selten eingesetzt werden und vieles im Off stattfindet bzw. man nur sieht, wie beispielsweise mit der Axt ausgeholt und zugeschlagen wird, aber nicht, was sie anrichtet. Zugute halten möchte ich hier allerdings, dass man bei besagten Axteinsätzen nicht wie schon x-fach in anderen Genrevertretern gesehen die Köpfe nach einem einzelnen Schlag meterweit durch die Luft fliegen lässt, sondern dem Realismus zugunsten mehrere Schläge benötigt, bis so ein Kopf endlich vom Rumpf abgetrennt ist.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
Genauso muss der moderne Vampirfilm aussehen! Wo andere Streifen schon nach kurzer Zeit kollabieren, setzt 30 Days of Night die nötigen Maßstäbe, um in einem ansonsten ziemlich ausgelutschten Genre zu überleben. Großer Pluspunkt bei der ganzen Sache ist hier die Atmosphäre in Verbindung mit der ebenso düsteren Location. Die Story beschreitet endlich einmal neue Wege ... und genau das hat in jüngerer Vergangenheit kaum einer mal gewagt.
Wenn sich denn jemand in den letzten Jahren im Vampir-Genre versucht hat, war selten eine durchgehend klare Linie zu erkennen. Irgendwann hat man immer den Fehler begangen, sich entweder zu sehr an alten Klassikern zu orientieren (und diese letztendlich damit zu kopieren) oder man übertrieb die Special Effects und erschuf unglaubwürdige Super-Vampire. Bei 30 Days of Night können die Langzähne zwar auch einiges, aber ohne es zu übertreiben. Dementsprechend brauchen ihre Gegner - die Menschen - keine Superkräfte um gegen sie anzutreten.
Last but not least kann 30 Days of Night noch mit Darstellern wie Josh Hartnett und Melissa George aufwarten. Wobei mir am besten Mark Boone jun. als bärbeißiger Beau Brower gefallen hat. Und die lieben Vampirchen wirken - mit einer verhältnismäßig einfach gestalteten Maskerade - ziemlich bedrohlich und furchterregend.
30 Days of Night hat alles richtig gemacht und erinnert mich von der Atmo und der Location phasenweise an einen Genre-Klassiker wie "Das Ding aus einer anderen Welt". Einen dicken Bonuspunkt gibt es noch für die wirklich gelungene Schlußsequenz, wo nochmals unter Beweis gestellt wird, dass es sich lohnen kann einfach mal neue Wege auszuprobieren. Für mich der beste Vampirstreifen der letzten Dekade.
Beim ersten Ansehen durchaus annehmbar, da Idee und Szenario zumindest ein klein wenig "innovativ" sind.
Das dabei aber leider nichts anderes als das übliche "10 kleine..." herauskommt, ist doch recht enttäuschend. 2 witzige Ideen (Lampe/Fräse) - das war's.
4,5/10
"You can´t love animals and eat them too."
"Dressing well is a form of good manners." - Tom Ford