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Ohne Cage wäre es mir ehrlich gesagt lieber. Bei dem Namen fange ich direkt an Peinlichkeiten zu befürchten. Geguckt wird es aber natürlich trotzdem, bei Lovecraft Ehrensache.
Adalmar hat geschrieben:Ohne Cage wäre es mir ehrlich gesagt lieber. Bei dem Namen fange ich direkt an Peinlichkeiten zu befürchten. Geguckt wird es aber natürlich trotzdem, bei Lovecraft Ehrensache.
Hätte ich vor einiger Zeit auch gesagt, bis ich „Mandy“ sah. Da machte Cage tatsächlich wieder eine gute Figur, vielleicht wird es hier auch was.
Und natürlich großartig dass von Stanley endlich mal wieder was kommt.
Adalmar hat geschrieben:Ohne Cage wäre es mir ehrlich gesagt lieber. Bei dem Namen fange ich direkt an Peinlichkeiten zu befürchten. Geguckt wird es aber natürlich trotzdem, bei Lovecraft Ehrensache.
Hätte ich vor einiger Zeit auch gesagt, bis ich „Mandy“ sah. Da machte Cage tatsächlich wieder eine gute Figur, vielleicht wird es hier auch was.
Und natürlich großartig dass von Stanley endlich mal wieder was kommt.
Da liegt dann wohl der große Mangel des Films: Herr Nicolas "Mr. Overacting" Cage. Schon cool, wenn man ein bitterernstes Gespräch abwürgen kann indem man lauthals erklärt "ich muss noch die Alpakas melken!" - Und Abgang. Aber sonst ist Herr Cage hier kaum zu bändigen. Selten mal eine Szene und Situation, auf die er nicht zu heftig und unangemessen mit deutlicher Überbetonung von Mimik und Gliedmaßenfuchteln reagiert. Das macht die Stimmung kaputt. Der Stil des Films ist eigentlich geil, das Konzept, das Design - das überzeugt alles, wenn man THE THING wegblinselt Dadurch wird der Film aber schwerlich ernst. Das hat mich überaus geärgert. Und ja, MANDY habe ich gesehen und gemocht. Da passte das.
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
Tja, selbst kuratiert, dann aber Zeit in der Kachelexposition verbracht, so halt auf dem heimischen TV.
Eine amerkanische Familie flieht aus der Stadt aufs gelobte Land, Vaddern macht auf Alpaka Farmer, Muttern versucht weiterhin zu broken trotz mäßiger Internetverbindung, ältester Sohn kifft, gern mal mit dem HippieSquatter Ezra (Chong!!!), mittlere Tochter sucht ihr Heil im Teenage-Hexen-Satanismus, und der Jüngste guckt. Und dann kommt die Farbe aus dem All und das Grauen.
Vordergründig sieht das nach einen üblichen Ami-Filmchen mit der leicht dysfunktionalen Familie, die sich im UNheil findet, aus.
Ist aber nicht so. Hier findet sich nichts, es wird langsam durchgedreht, von Anfang an sieht alles unsicher aus, die halt stark verstärkt wird. Die Farbe wird immer stärker, es psychedelisiert, Zeit und Raum entgleiten.
Toller Cast, toll gespielt, toll gedreht, toll erzählt, prima Score.
Alles richtig gemacht, STanly, schade, dass ich ihn icht in groß gesehen habe....
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
Die Geschichte von H.P. Lovecraft habe ich ja gerade erst gelesen und Richard Stanley hält sich in Grundzügen ja sowohl an die Figuren, als auch an den Ablauf der Geschichte – doch hier scheitert einfach alles an den furchtbar gezeichneten Figuren, einem unnötigen Effektfeuerwerk und dem völlig überzogenen Schauspiel von Nicolas Cage, der wieder einmal Verzweiflung mit peinlichem Over-Acting verwechselt. Wo Lovecraft eher nüchtern die ungewöhnlichen Ereignisse nach dem Meteoriteneinschlag schildert und so eine unheimliche Stimmung und zunehmende Verzweiflung kreiert, geht Stanley den anderen Weg und eher auf soapige Elemente, sowie Effektkünstler und bombardiert den Zuschauer mit jeder Menge farbenfroher CGI und Creature-FX. Das wirkt zwar vielleicht auf der Höhe der Zeit, aber spätestens wenn das Monster in bester „Das Ding aus einer anderen Welt“-Manier ins Spiel kommt war es dann für mich vorbei und „Color out of Space“ verkommt zu einem trashig anmutenden Desaster von einem Film, dass ich beim besten Willen nicht mehr ernstnehmen kann. Eigentlich hat Stanley in seinem farbenfrohen Desaster von einem Film auch alles falsch gemacht und statt originell und kreativ zu sein, setzt er mit seiner Lovecraft-Adaption auf völlig falsche Schwerpunkte, Nebensächlichkeiten, einem fragwürdigen Familienbild und hechelt mit hängender Zunge ziemlich offensichtlich den Kollegen John Carpenter und Panos Cosmatos hinterher. Ziemlich schade und einmal mehr: don’t believe the hype!
PS: dann doch besser den hier: post211315.html#p211315
In ganz so düsteren Farben wie Jogis Total-Verriss möchte ich COLOR OUT OF SPACE nun ja nicht unbedingt malen, da der Film mich sehr gut unterhalten hat, seine Ästhetik meinen Augen durchaus geschmeichelt hat, und ich froh gewesen bin, dass Stanley die Lovecraft'sche Basis-Geschichte zwar an der einen oder anderen Stelle dem modernen Zeitgeschmack anglich, sie jedoch inhaltlich weitgehend unberührt übernommen hat. Ansonsten stimme ich meinem Vorredner aber zu: Nicolas Cage chargiert, was das Zeug hält, (und was die Fremdscham auf Seiten des Betrachters gerade noch so aushält); die Effektesuppe wird mir etwas zu heiß gekocht und zu reichhaltig in Richtung B-Movie-Monster-Trash verschüttet; ansonsten ist Stanleys Comeback, was seine genuin filmische Mittel betrifft - Montage, Kamera, Dramaturgie -, gerade im Vergleich mit einer partiell beinahe schon Avantgarde-Kino streifenden Großtat wie DUST DEVIL ziemlich konventionell geraten, und wirkt für mich eher wie ein Film, den Menschen ad hoch zu ihrem liebsten erklären könnten, die selbst David Lynch bislang nur vom Hörensagen kennen. Aber die Alpakas waren eine süße Idee!
Ich weiß nicht, was ihr alle immer gegen den Nic habt. Ich mag den ja. Gerade und besonders, wenn er ordentlich vom Leder zieht. "Megacting".
Hier fand ich ihn ziemlich zurückhaltend und wenn er am Ende Gas gibt, dann passt das durchaus. Das einzige Problem, welches man haben könnte - da gehe ich mit - ist dasselbe, welches man mit Nicholson bei "Shining" haben könnte. Durch das Casting weiß man schon, was am Ende abgeht. Da gibt es keine Überraschung. Stanley meinte in einem Online-Q&A vom Lodderbast (war toll!), seine Wunschbesetzung wäre Hugh Grant gewesen. Und DAS hätte ich dann tatsächlich auch spannender gefunden.
Aber egal. Den Kritikpunkt kann ich für mich jedenfalls nicht nachvollziehen. Und die Old-School-FX ala "Thing" fand ich auch wunderbar und durchaus passend, denn die fügten sich gut in die Story, so wie Stanley sie erzählt, ein.
Alles in allem hat mir der Film sehr gut gefallen, ich war zufrieden mit der recht getreuen Umsetzung der Geschichte inklusive aller Freiheiten, die Stanley sich genommen hat und habe mich bestens unterhalten gefühlt.
Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf seinen "Dunwich Horror", der wohl demnächst in Angriff genommen wird.
Früher war mehr Lametta
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In ganz so düsteren Farben wie Jogis Total-Verriss möchte ich COLOR OUT OF SPACE nun ja nicht unbedingt malen, da der Film mich sehr gut unterhalten hat, seine Ästhetik meinen Augen durchaus geschmeichelt hat, und ich froh gewesen bin, dass Stanley die Lovecraft'sche Basis-Geschichte zwar an der einen oder anderen Stelle dem modernen Zeitgeschmack anglich, sie jedoch inhaltlich weitgehend unberührt übernommen hat. Ansonsten stimme ich meinem Vorredner aber zu: Nicolas Cage chargiert, was das Zeug hält, (und was die Fremdscham auf Seiten des Betrachters gerade noch so aushält); die Effektesuppe wird mir etwas zu heiß gekocht und zu reichhaltig in Richtung B-Movie-Monster-Trash verschüttet; ansonsten ist Stanleys Comeback, was seine genuin filmische Mittel betrifft - Montage, Kamera, Dramaturgie -, gerade im Vergleich mit einer partiell beinahe schon Avantgarde-Kino streifenden Großtat wie DUST DEVIL ziemlich konventionell geraten, und wirkt für mich eher wie ein Film, den Menschen ad hoch zu ihrem liebsten erklären könnten, die selbst David Lynch bislang nur vom Hörensagen kennen. Aber die Alpakas waren eine süße Idee!
Ich las dies und dachte so bei mir "deckt sich mit meinen Überlgegungen. Schön anzusehen, Monster sind nett, Herr Cage nervt. Aber dann wurde ich kurz panisch - behaupte ich nur, dass ich das auch so sehe, oder habe ich das mal niedergeschrieben? *scroll-scroll-scroll* - hab ich niedergeschrieben
Arkschi: Ich mag Nick Cage eigentlich auch. Aber da der Kerl nicht aus seiner furchtelnden Haut kommt, muss der halt in Filme gesteckt werden, wo das auch passt. Hier war das m.M.n. niht der Fall.
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht