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Originaltitel: The Land Unknown
Herstellungsland: USA / 1957
Regie: Virgil W. Vogel
Darsteller: Jock Mahoney, Shirley Patterson, William Reynolds, Henry Brandon, Douglas Kennedy, Phil Harvey, Bing Russell u. A.
Vier Wissenschaftler (3 Männer, 1 Frau) müssen mit ihrem Forschungshubschrauber mitten in der Antarktis notlanden. Dabei landen sie in einem verborgenen Tal, in dem tropisches Klima herrscht. Bei ihrer Erkundung des Tales stoßen sie auf Dinosaurier und andere längst ausgestorbene Lebewesen. Aber nicht nur diese ungewöhnliche Situation, auch ein anderer Forscher, 10 Jahre vorher im selben Tal abgestürzt, macht den Gestrandeten zu schaffen....
„Ich hoffe, Sie wissen, dass die Sache nicht ungefährlich ist.“ – „Natürlich, Käpt’n. Ich habe viel über die Antarktis gelesen.“ – „Ich habe nicht so sehr an die Gefahr in der Antarktis gedacht, aber Sie sind die einzige Frau unter 800 Männern auf dieser Fahrt!“
Im Jahre 1957 versuchten sich die altehrwürdige „Universal“-Studios an einem Science-Fiction-/Abenteuer-/Fantasy-Mix, inspiriert von „The Lost World“ und dessen Verfilmungen sowie seinerzeit aktuellen Forschungsergebnissen der Byrd-Expedition in die noch nicht in einem Maße wie heute ausgekundschaftete Antarktis, die besagten, dass im ewigen Eis Warmwasserquellen gefunden worden wären.
So spann man eine Handlung um drei Wissenschaftler und eine Reporterin, die mit ihrem Hubschrauber in der Antarktis, genauer: in einem prähistorischen Tal eintausend Meter unter dem Meeresspiegel, in dem tropische Temperaturen herrschen, notlanden müssen. Fortan trifft man auf vor Urzeiten ausgestorben geglaubte Fauna und Flora, was sich als lebensgefährlich entpuppt, sowie auf einen bereits vor zehn Jahren dort gestrandeten Menschen (Henry Brandon, „Starr vor Angst“). Nun gilt es, zu überleben und einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden…
„Die Frau besteht zu 90% aus Wasser, einer Prise Salz und metallischen Zusätzen. Aber ich habe noch nie einen salzigen oder metallischen Geschmack feststellen können.“
Ein gigantischer Farbfilm im Cinemascope-Superbreitwandformat und mit aufwändig hergestellten Kreaturen sollte es werden. Nachdem die ersten Dinosaurier fertiggestellt waren, ging allerdings bereits das Geld aus, so dass das Budget drastisch zusammengestrichen wurde. Farbe und teure Ausstattung fielen dem Rotstift zum Opfer, das Cinemascope-Format blieb, doch der ursprünglich für die Regie vorgesehene Jack Arnold („Tarantula“) winkte ab. So war es an Cutter Virgil W. Vogel, der zuvor bereits mit „The Mole People“ sein Regietalent unter Beweis gestellt hatte, „Der Flug zur Hölle“ unter diesen Umständen zu inszenieren.
In beengt wirkenden Studiokulissen und vor Matte-Paintings kämpfen sich unsere wackeren Helden mehr oder weniger nach Schema F durch den bedrohlichen Dschungel, der vom fehlenden Horizont einmal abgesehen eigentlich recht gelungen aussieht, was man vom trotz teurer technischer Entwicklung eher statisch wirkenden Tyrannosaurus Rex, in dessen Kostüm unschwer erkennbar ein Mensch steckte, nicht unbedingt behaupten kann. Besser gelungen sind da die Flugsaurier und der Kampf zweier Riesenechsen. Für letzteren indes griff man schlicht auf echte lebende Warane zurück, hetzte sie zu einem tödlichen Kampf aufeinander und schnitt sie in Überlebensgröße in den Film. In Zeiten hervorragender Stop-Motion-Künstler wie Ray Harryhausen hinterlässt diese Herangehensweise einen faden Nachgeschmack, wenngleich die Bilder durchaus eine gewisse Faszination erzeugen. Für einige Szenen griff man auf Archivmaterial zurück, das sich recht gut in den Film einfügt.
Man muss Vogel wohl zugestehen, aus den zur Verfügung stehenden Mitteln das Maximum herausgeholt zu haben. So ist die Geschichte zwar relativ vorhersehbar, jedoch grundsätzlich recht ansehnlich und sorgfältig inszeniert worden. Einige spitzzüngige Dialoge (siehe Zitate), die u.a. auf damalige Geschlechterrollen anspielen, machen zusätzlich Laune und mit der Rolle der mitgereisten Margaret Hathaway (Shirley Patterson, „It! The Terror from Beyond Space“) gibt man sich vorsichtig emanzipiert, wenngleich diese vorrangig natürlich ins Drehbuch fand, damit unser Held für die obligatorische Romanze nicht auf die gleichgeschlechtliche Variante zurückgreifen würde müssen. Außerdem ist die Patterson optisch durchaus ein kleiner Leckerbissen, wenn sie ihre makellosen Beine zeigend durch den Urzeitdschungel klettert. Ansonsten ist es aber eher Henry Brandon, der schauspielerisch mit theatralischer Mimik heraussticht und einen Kontrast zu den übrigen Saubermännern setzt. Die Hauptrolle des leicht chauvinistischen, heldenhaften Commander Roberts wurde Joch Mahoney zuteil, einem gelernten Stuntman.
Fazit: Improvisierter, charmanter, wenig Science-Fiction-, eher Fantasy-lastiger Beitrag zum Thema „Mensch trifft Dinosaurier“ aus der zweiten Reihe, der passabel funktioniert, kurzweilig unterhält, über exotisches Flair verfügt und filmhistorisch sowie für Genre-Fans durchaus von Interesse sein dürfte.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
"DIE DINOS HABEN DAS BUDGET AUFGEFRESSEN!"
Das dürfte wohl der Slogan für diesen Film sein.Ich persönlich fand den eigentlich ganz nett aber bei den meisten wird das Filmchen wohl eher für lange Gesichter sorgen.Kein kein Grund zum Unmut, den wie sagt Rolf Giesen im Audiokommentar so schön:Ich habe es überstanden und Sie auch .
5/10
Die obige Blu-ray habe ich mir nun zu Gemüte geführt, und damit erstmalig "Flug zur Hölle" von Virgil Vogel.
Nach einem erwartungsfroh machenden Universal-Intro bringen die billigen Kulissen nicht gerade die
erhoffte Urwaldkulisse. Bei dem offenbar mit geringem Budget ausgestatteten Film habe ich mich mehrmals bei dem
Gedanken ertappt "Das sah im 25 Jahre früher entstandenen "King Kong" aber wesentlich besser aus!".
Die Story um ein mit ihrem Hubschrauber in der Antarktis (und dort offenbar in einem Krater 700 m unter Meeresspiegel
bei tropischen Temperaturen) gestrandetes Expeditionsteam ist nun auch seeehr geradlinig und ohne
Gemeinheiten oder Überraschungen erzählt. Für kurze Irritation sorgt vielleicht das Auftreten eines
Überlebenden einer früheren Expedition, der für den defekten Hubschrauber Reparaturmaterial
bietet und dafür als Reparaturmaterial für seine Libido die einzige Frau des Teams für sich fordert.
Dem Film kreide ich weniger seine billigen Kulissen und Kostüme denn sein offenbar fehlendes
Gespür für Stimmung und Storytelling an.
5/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“