Der Grinch - Ron Howard (2000)

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Der Grinch - Ron Howard (2000)

Beitrag von jogiwan »

Der Grinch

Bild

Originaltitel: How the Grinch stole Christmas

Alternativititel: Dr. Seuss' How the Grinch stole Christmas

Herstellungsland: USA / 2000

Regie: Ron Howard

Darsteller: Jim Carrey, Taylor Momsen, Jeffrey Tambor, Christine Baranski, Bill Irwin

Story:

In dem verschneiten Ort Whoville ist das Weihnachtsfest das größte Ereignis im Jahr und dessen Bewohner sind wochenlang vorher schon vollkommen aus dem Häuschen und überbieten sich gegenseitig bei Geschenken, gespielter Weihnachtsfreude und Dekorationen. Nur Cindy, die Tochter des Postvorstehers versteht nicht, dass in Whoville das Weihnachtsfest eine rein materielle Angelegenheit zu sein scheint und findet in dem geschmähten Außenseiter Grinch einen Verbündeten im Geiste. Auch dieser kann mit dem Weihnachtsfest nichts anfangen, seitdem dieser in jungen Jahren zu Weihnachten von den anderen Kindern vor seiner großen Liebe bloßgestellt wurde. Als Cindy jedoch der Meinung ist, dass jeder Weihnachten feiern sollte und den griesgrämigen Grinch mit guter Absicht in das Dorf bringt, löst sie neuerlich dramatische Ereignisse aus, die so weit gehen, dass der Grinch beschließt, den Bewohnern von Whoville das Weihnachtsfest auf drastische Weise zu versauen.
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jogiwan
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Re: Der Grinch - Ron Howard (2000)

Beitrag von jogiwan »

Die Geschichte vom Grinch ist ja hierzulande nicht so bekannt, während die Geschichte von Dr. Seuss in den Staaten ja zur weihnachtlichen Kulturerbe gehört. In der kurzen Geschichte geht es um ein grünes Wesen, das mit Weihnachten nichts anfangen kann und eine Handvoll Dorfbewohner, die in Weihnachten auch eher eine ausufernde Materialschlacht sehen. Am Ende besinnen sich aber natürlich alle auf den friedvollen, familiären und verbindenden Charakter des Weihnachtsfestes und alles wird gut. Aus dieser Grundkonstellation bastelt Ron Howard einen hyperaktiven, aufgedrehten und nervigen Streifen mit Jim Carrey in der Hauptrolle, der hier den miesepetrigen Zappelphillip auf Acid macht. Mit „Tim Burtons schlimmster Alptraum“ ist der ganze Streifen wohl am besten beschrieben und statt den ganzen überkandidelten Settings und Verkleidungen hätte man ja eher etwas mehr auf die eigentliche Geschichte oder eine herzliche Botschaft achten sollen, die hier in einer Mischung aus Kitsch, Klamauk und Gaga-Momenten auch völlig untergeht. Zwar gibt „Der Grinch“ labertechnisch ständig Vollgas und es rummst, glitzert und scheppert an allen Ecken, aber statt weihnachtlicher Stimmung steht hier eher Big-Budget-Trash am Programm, der immer auf die Zwölf abzielt und mit Vollgas gegen die Wand fährt. Das Ergebnis ist ein nerviger und vollkommen überdrehter Film, der auf die ganze Länge kaum auszuhalten ist und bei dem ich mir auch nicht vorstellen kann, dass er kleinen Erdenbürgern gefällt.
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buxtebrawler
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Re: Der Grinch - Ron Howard (2000)

Beitrag von buxtebrawler »

Das Who is Who der Weihnacht

„Ich hasse Weihnachten! Ich hasse es!“

Die auf dem 1957 veröffentlichten US-Kinderbuch „Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat“ aus der Feder Theodor Seuss Geisels (alias Dr. Seuss) basierende Realverfilmung stammt von US-Regisseur Ron Howard („Willow“) und kam im Jahre 2000 in die Kinos. Die Hauptrolle des Kinder- bzw. Familienfilms bekleidet Jim Carrey („Die Truman Show“).

„Ich gebe alles zu. Ich bin der Grinch, der Weihnachten gestohlen hat!“

Das Gebirgsdörfchen Whoville bereitet sich permanent auf das größte alljährliche Ereignis vor: das Weihnachtsfest. Die aufgedrehten Bewohnerinnen und Bewohner häufen Geschenke an, dekorieren, was das Zeug hält, und befinden sich dauerhaft im Vorfreudemodus. In ihrer naiven Oberflächlichkeit ist jedoch kein Platz für Außenseiter und so verkennen sie den wahren Sinn der Weihnacht. Dies musste auch der Grinch (Jim Carrey), ein grüner Fellzottel und einst selbst vom Volke der Whos, schmerzhaft erfahren, als er vor vielen Jahren aufgrund seines Aussehens geschnitten und vor seiner großen Liebe Marta May Whovier (Christine Baranski, „Die Addams Family in verrückter Tradition“) desavouiert wurde. Seither lebt er zurückgezogen mit geschrumpftem Herzen und seinem Hund Max (Kelley) im Mount Grumpit an der örtlichen Mülldeponie, hasst Weihnachten wie nichts anderes und avancierte zu einer Schreckgestalt für die Whos. Als die kleine Cindy Lou Who (Taylor Momsen, „Prophet’s Game – Im Netz des Todes“) jedoch vom Schicksal des Grinchs erfährt, beschließt sie, als einzige noch vom Geist der wahren Weihnacht beseelt, sich seiner anzunehmen und nominiert ihn für den Ehrentitel „Whoille Holiday Cheermeister“. Tatsächlich lässt sich der Grinch darauf ein, fühlt sich jedoch erneut öffentlich vorgeführt und sinnt nun auf Rache: Er werde den verdammten Whos ihr heuchlerisches Weihnachtsfest komplett sabotieren!

„Ich hasse dich! Hass, Hass, Hass, Hass, Hass, Hass! Uuuuiii, Doppel-Hass!“

Ein Erzähler aus dem Off führt in Reimform durch die gegenüber dem Kinderbuch ausgeschmückte und erweiterte Handlung des stilistisch in Zeichentrick-Ästhetik (!) inszenierten modernen Märchens, durch das sich Carrey in Fellkostüm und dicken Make-up-Schichten innerhalb einer detailreich und hoffnungslos übertrieben kunterbunt gestalteten Fantasy-Welt hyperaktiv grimassiert. Die erste von mehreren Gesangseinlagen obliegt Cindy Lou, die Hintergrundgeschichte des sich von Glas und Porzellan ernährenden Grinchs wird in einer Rückblende rekapituliert und die Konsumkritik derart dick aufgetragen, dass auch wirklich jeder sie versteht. Das fügt sich indes überaus passend in diese Verfilmung, deren Sache vieles, aber – von ein paar mehrdeutigen Dia- oder Monologzeilen abgesehen – sicherlich keine Feinfühligkeit ist. Stattdessen wird hier mit dem ganz dicken Pinsel ein Extrem nach dem anderen aufgetragen, in überhöhtem Tempo, mit viel Krawall und Kabumm, oftmals einem ausgeschütteten Bällebad aus bunten Flummis gleich.

Das ist seiner Konsequenz faszinierend und verstörend zugleich. Man muss schon auf Carreys Chargieren, sein Gezappel und schnell heruntergeratterte, dadurch häufiger etwas untergehende Dialoge klarkommen, um „Der Grinch“ etwas abgewinnen zu können. Auch die Maskenarbeit, so aufwändig sie auch gewesen sein mag, ist in ihrer Vermischung aus Tier- und Menschengesichtern für einen Realfilm arg gewöhnungsbedürftig. Unabhängig davon zündet der Humor, insbesondere in Bezug auf die Untaten des Grinchs – sowohl hinsichtlich der Ideen als auch ihrer visuellen Umsetzungen. Ist erst einmal der Zuckerschock überwunden, lässt sich viel Spaß mit der karikierenden Welt der Whos und der Bösartigkeit des Grinchs haben. Da es letztlich jedoch kindgerecht um dessen Läuterung geht, steuert die Handlung auf ein etwas arg kitschiges allumfassendes Happy End zu, was dem Film etwas von seinem anarchischen Reiz und seiner Frechheit nimmt. Als Experiment einer Zeichentrick-auf Realfilm-Übertragung, abseits fragwürdiger, auf bereits existierenden Trickfilmen/-serien basierender Beispiele wie „Asterix & Obelix“ oder „The Flintstones“, ist „Der Grinch“ aber zweifelsohne sehr beachtenswert, wenn auch bizarr und polarisierend.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Diese Filme sind züchisch krank!
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