Der Kontrakt des Zeichners - Peter Greenaway (1982)

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jogiwan
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Der Kontrakt des Zeichners - Peter Greenaway (1982)

Beitrag von jogiwan »

Der Kontrakt des Zeichners

01.jpg
01.jpg (61.37 KiB) 105 mal betrachtet
Originaltitel: the Draughtsman's Contract

Herstellungsland: Großbritannien / 1982

Regie: Peter Greenaway

Darsteller:innen: Anthony Higgins, Janet Suzman, Anne-Louise Lambert, Hugh Fraser, Neil Cunningham

Story:

Im Jahre 1694 kommt der talentierte, wie aufstrebende Maler Neville auf das Anwesen eines britischen Aristokraten, wo dieser ein Bild der Liegenschaft erstellen sein. Doch der arrogante Maler ist ablehnend und wenig begeistert, sodass die Frau des Besitzers einen Pakt mit ihm eingeht. Während der Abwesenheit des Mannes soll der Maler gegen Geld und sexuelle Gefälligkeiten 12 Zeichnungen mit unterschiedlichen Ansichten der Liegenschaft anfertigen. Neville willigt ein und zeichnet daraufhin minutiös durchgetaktet seine Bilder, bei denen er auch die Perspektive vorgibt und was darauf zu sehen sein darf. Doch bald tauchen an den verschiedenen Tagen auch Veränderungen auf und gesammelt ergeben die Bilder auch den Hinweis, dass etwas auf der Liegenschaft nicht mit rechten Dingen zugeht…
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jogiwan
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Re: Der Kontrakt des Zeichners - Peter Greenaway (1982)

Beitrag von jogiwan »

„Der Kontrakt des Zeichners“ gilt ja als Peter Greenaways bester Film und präsentiert sich der Zuschauerschaft als schön fotografiertes und hochgestochenes Rätsel. Die Ankunft des Malers auf einem wunderbaren Gut offenbart die zahlreichen Abgründe der vermeintlich feinen Gesellschaft und ehe sich der selbstverliebte Maler versieht, ist er auch schon mittendrin in einer Intrige aus Mord und Neid, in der er sich aber als neutraler und moralisch erhabener Beobachter wahrnimmt. Später wird eine Leiche gefunden und der Maler unsanft von seinem hohen Ross geholt. Dabei ist der Film aber nie so, wie man einen klassischen Kostüm- oder Kriminalfilm erwarten würde und wirkt irritierend, weil er mit klassischen Erzählstrukturen auch nicht viel am Hut hat. So ergibt sich der Kriminalfall eher nebenbei und während die musikalische Untermalung viel zu fröhlich erscheint, sind die Dialoge völlig hochtrabend und gestelzt. Dennoch ist „Der Kontrakt des Zeichners“ bei all seiner Abgehobenheit und Verschrobenheit ein wunderbar unterhaltsames Arthouse-Werk, auf das man sich als aufgeschlossener Zuschauer gerne einlassen mag. Auch wenn am Ende die eigentliche Lösung des Kriminalfalls versagt bleibt, so darf sich jeder Zuschauer selbst einen Reim auf Verdächtige und Motive machen. Schade, dass nach 108 Minuten schon wieder Schluss war. Elitär mit Augenzwinkern und so macht Kunstkino auch Spaß!
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