Diagnosis - Johannes Roberts & James Eaves (2001)

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Diagnosis - Johannes Roberts & James Eaves (2001)

Beitrag von jogiwan »

Diagnosis

Bild

Originaltitel: Diagnosis

Alternativtitel: Sanitarium

Herstellungsland: Großbritannien, USA / 2001

Regie: Johannes Robert, James Eaves

Darsteller: Jeremy Minns, Kate Copeland, Uri Geller, Harold Gasnier

Story:

In einer psychiatrischen Anstalt wird von einem ambitionierten Ärzte-Team mit der experimentellen Mittel B93 geforscht, dass bei psychisch erkrankten Patienten enorme Heilungschancen ermöglich und einmal verabreicht beseitigt B93 Angstzustände, Persönlichkeitsstörungen bis hin zu schweren Psychosen. Zur Kontrolle der Wirksamkeit gibt es aber auch eine Gruppe von Patienten, die dieses Mittel nicht bekommt und als es genau in dieser Gruppe zu seltsamen Todesfällen kommt, ahnt Dr. Warrick, dass irgendetwas in der Forschungsreihe nicht mit rechten Dingen zugeht. Wenig später sterben auch Menschen außerhalb der Gruppe und gemeinsam mit einem Fotografen versucht Warrick dem um sich greifenden Wahnsinn auf die Spur zu kommen und stellt sich dabei auch gegen die Leitung der Klinik und Geldgeber der Forschungsreihe, sowie seine Kollegen und entdeckt dabei ein Geheimnis, dass alle Vorstellungen des Grauens sprengt.
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jogiwan
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Re: Diagnosis - Johannes Roberts & James Eaves (2001)

Beitrag von jogiwan »

Was sich in der obigen Inhaltsangabe ja noch durchaus interessant anhört ist in der Umsetzung leider ein hoffnungslos wirres und auch noch schlecht erzähltes Indie-Filmchen, bei denen sich die Macher bei Psycho-Thriller a la David Lynch und eines Body-Horror eines frühen Cronenbergs orientieren und dabei ihr Werk ziemlich gegen die Wand fahren. Die Geschichte wäre ja vielleicht nicht so übel, aber diese in Form von Rückblicken während eines Verhörs zu zeigen, ist irgendwie nicht gerade ideal und auch der Rest wirkt stets so, als hätten sich alle vor und hinter der Kamera gehörig übernommen. Neben den vollkommen lieblos erscheinenden Settings, etwas Schmodder und den zahlreichen Darstellern, die kommen und gehen und dabei keine besondere, dramaturgische Funktion zu haben scheinen, ist „Diagnosis“ dabei auch noch schrecklich langweilig, sodass er trotz „Uri-Geller-Löffel-Hommage“ wohl nicht einmal in der Trash-Ecke funktioniert. Der einzige Erfolg der hier zu verbuchen ist, erscheint das Bestreben alles grundsätzlich falsch zu machen und einzig und allein die Filmmusik vermag es etwas positiv aus dem hoffnungslos lahmen Streifen herauszustechen. Der Rest ist cineastischer Müll für die Tonne und eine halbe Stufe über Amateur-Niveau, der man selbst als hoffnungsloser Filmoptimist nichts abgewinnen kann und ein Streifen, den man sich eigentlich nicht mal seinem schlimmsten Feind in den Player wünscht.
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supervillain
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Re: Diagnosis - Johannes Roberts & James Eaves (2001)

Beitrag von supervillain »

jogiwan hat geschrieben: ...ein Streifen, den man sich eigentlich nicht mal seinem schlimmsten Feind in den Player wünscht.
:lol: ich verstehe dich schon, aber so darfst du das nicht sehen. :knutsch:

Selber schuld, wenn man ständig mit der Netflix One-Star Collection wirbt. :mrgreen:

Ein paar gute Filme auf Qualitätscheiben wären ja auch dabei (z.B. Das schwarze Reptil)*, doch die kennst du entweder schon oder hast mittlerweile hier deine Bestimmung gefunden. :mrgreen:
* Schrottwichtelprozedere
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jogiwan
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Re: Diagnosis - Johannes Roberts & James Eaves (2001)

Beitrag von jogiwan »

alles halb so schlimm - mit schlechten Filmen weiß man auch die Guten wieder mehr zu schätzen. Aber eigentlich schade, weil die Geschichte ja durchaus Potential hätte. Etwas mehr Mühe, weniger Figuren und anders erzählt, hätte ja durchaus was werden können. So klappt es aber leider wohl nicht mal für die "Netflix-One-Star-Collection" ;)
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buxtebrawler
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Re: Diagnosis - Johannes Roberts & James Eaves (2001)

Beitrag von buxtebrawler »

„Das ist ein Autopsieraum, Sie Arschloch!“

Bei der Direct-to-Video-Produktion „Diagnosis“ aus dem Jahre 2001 scheint es sich um den Debütfilm der britischen Regisseure Johannes Roberts und James Eaves zu handeln. Sie versuchten sich an einem mysteriösen Medizin-Horror-Thriller.

„Das ist doch lächerlich...“

Dr. Max Warrick (Jeremy Minns) war vor 20 Jahren in ein medizinisches Experiment innerhalb einer psychiatrischen Anstalt verwickelt. Dazu wird er von zwei Ermittlern (u.a. Uri Geller) verhört, denen er eine abenteuerlich klingende Geschichte erzählt: Man habe im Ärzte-Team an der Arznei B93 geforscht, von dem man sich große Heilungschancen für psychisch Kranke versprochen habe. Doch ausgerechnet in jener Patienten-Kontrollgruppe, die das Mittel gar nicht verabreicht bekommen habe, sei es zu rätselhaften Todesfällen gekommen. Als auch keiner der Gruppen Angehörende das Zeitliche gesegnet hätten, habe Dr. Warrick versucht, hinter die Ursache zu kommen. Und während der Wahnsinn immer weiter grassiert habe, habe sich herausgestellt, dass das Experiment unvorstellbare Folgen mit sich gebracht habe, die jeglicher Beschreibung gespottet hätten…

Im Prolog sehen wir Dr. Warrick den ermittelnden Beamten in einer Zwangsjacke Rede und Antwort stehen, was die von der Befragung immer wieder unterbrochene Rückblende in die damaligen Ereignisse einläutet. Ein Gore-Effekt während einer Autopsie schürt eine falsche Erwartungshaltung, denn ansonsten bleibt der Film grafisch relativ zahm. Nach einer Weile stellt sich heraus, dass in den Patienten irgendetwas zu wachsen scheint und dass diese Experimente in einem Krieg offenbar schon einmal stattgefunden haben. Dr. Warrick findet schließlich heraus, dass B93 denjenigen, die es erhalten, tatsächlich hilft, den anderen jedoch schadet – wie auch immer dies vonstattengehen soll. Warrick forscht wie besessen und fordert schließlich, die Experimente mit B93 einzustellen, woraufhin man ihn in die Gummizelle steckt.

Roberts und Eaves arbeiten mit alptraumhaft verfremdeten Szenen innerhalb ihrer sehr dialoglastigen Narration und einer irgendwie typischen Direct-to-Video-Optik. Traum- und Realitätsebenen verschwimmen miteinander. Man weiß zwar nicht, was los ist, kann sich aber immerhin an stimmungsvollen, atmosphärischen Bildern erfreuen. Doch je mehr sich herauskristallisiert, dass einem hier schlicht eine hanebüchene pseudowissenschaftliche Story bar jeglicher Logik aufgetischt wird, desto dröger fühlt sich der Film an. Selbst die bittere, provokante und böse Pointe wird weitestgehend verschenkt, weil sie zum einen hyperkonstruiert wirkt und zum anderen wie so vieles hier lediglich offscreen stattfindet.

Als Kreaturenspektakel hätte etwas aus „Diagnosis“ werden können, als psychologischer Horror versagt er und wirkt in seiner kruden Mixtur wie Cronenberg bei Temu bestellt. Dies gilt auch für die Darstellerinnen und Darsteller, die anscheinend überwiegend aus dem Amateurbereich stammen und unter die sich – warum auch immer – Löffelverbieger und Schaumschläger Uri Geller gemischt hat. Dies betrifft jedoch lediglich die Nachdrehs, denn die Rahmenhandlung um den sich einem Verhör stellen müssenden gealterten Dr. Warrick wurde mit dem Ziel nachgedreht und angeflanscht, den Film etwas weniger konfus erscheinen zu lassen. Was nicht funktioniert hat.

Mehr als 3,5 von 10 verbogenen Löffeln hole ich dafür nicht aus der Besteckschublade.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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