Traces of Death - Damon Fox (1993)

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Salvatore Baccaro
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Traces of Death - Damon Fox (1993)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

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Originaltitel: Traces of Death

Produktionsland: USA 1993

Regie: Damon Fox


Im Sommer 2019 befinde ich mich auf der baden-württembergischen Seite des Bodensees und verdiene für ein paar Wochen meine Brötchen mit touristischen Führungen durch Altstadt und Geschichte Meersburgs: Immerhin liegen in dem Örtchen nicht nur Franz Anton Mesmer, der Begründer des „Mesmerismus“, und die Dichterin Anette von Droste-Hülshoff begraben; im nahen Überlingen finden sich ebenfalls Spuren von Ernst und Friedrich Georg Jünger, und die Region hat mehr als einmal Kamerateams dazu eingeladen, sie als malerische Filmkulisse zu verwenden, am prominentesten vielleicht in dem 50er Gassenhauer DIE FISCHERIN VOM BODENSEE. Es ist ein Sommer, der einen das Rothaus-Bier literweise trinken lässt, weil man es sofort wieder ausschwitzt, und die betagteren Reisegruppen, die ich die Anhöhe hinauf zum Meersburg-Friedhof führe, sind froh um jede Pause an einem schattigen Plätzchen, die wir einlegen, wenn sie nicht gleich selbst den Vorschlag machen, man könne doch, statt sich die langweiligen Gräber anzuschauen, in irgendeiner Weinschänke einkehren. Ich schlafe in einer Saisonarbeiterwohnung gleich hinterm Unterstadttor und direkt unterhalb der Unterstadtkapelle, wo jeden Morgen, wenn ich aus den Federn krieche, eine herzallerliebste Kätzin sich auf den Treppen sonnt und mich maunzend begrüßt, mir um die Beine streift, mich auffordert, sie zu kraulen und zu streicheln. Abends sitze ich stundenlang an der Hafenpromenade und starre nach Konstanz hinüber, und an den Wochenenden wandere ich stundenlang zwischen den Weinbergen umher, mindestens die acht Kilometer bis zum Kloster Birnau, und es fühlt sich wie langgezogene Ferien an, ein Leben wie aus einem Adalbert-Stifter-Roman, bei dem man der Zeit beim Zerfließen zuschaut, sich um nichts kümmert und sich niemand um einen selbst kümmert, man herausgeschnitten ist aus dem Kreislauf der Dinge, ein Gefühl, wie ich es sonst nur ein einziges Mal während meiner Monate auf Hiddensee gehabt habe, und nach dem ich mich mehr sehne als mir meistens bewusst ist und ich mir zurzeit eingestehen möchte.

Eine barmherzige Seele staffierte mich mit einem Ticket aus, das es mir ermöglichte, kostenlos mit allen möglichen Bussen und Fähren im Bodensee-Gebiet herumzureisen: Es verschlägt mich auf die Insel Lindau, wo ich den größten Griechischen Salat meines Lebens kredenzt bekomme, und auf die Insel Reichenau, wo mich wildfremde Menschen zu einer Schachpartie einladen, und hinüber nach Bregenz, wo man gerade dabei ist, das Seebühnenbild für Bizets CARMEN zu errichten. Über diesem Städtchen wiederum thront der Pfänder, und als ich meinen Kopf in den Nacken lege und lange genug zu dem Alpenberg hinaufgestarrt habe, entscheide ich mich, auf die Gondel zu pfeifen und den Aufstieg stattdessen mit den eigenen Füßen zu wagen. Schafsweiden, Gebirgsbächlein, Steilhänge – eine Postkartenidyll-Route, wenn da nicht die zunehmend lauter pochenden Schmerzen in meinem linken Knie wären. Zurück in Meersburg ist es so schlimm geworden, dass ich mich kaum die Stiege in die Wohnung hinaufquälen kann, und in der folgenden Nacht wache ich jedes Mal schreiend auf, wenn mein linkes Bein sich nur minimal unter der Bettdecke bewegt. Daran, dass Bein zu krümmen, ist nicht mehr zu denken, und jeder Schritt bedeutet einen Igel, der mir mit voller Gewalt in die Kniescheibe gerammt wird. Es hilft nichts, ich muss einen Arzt konsultieren und der rät mir: Abwarten! Das Bein so wenig belasten wie möglich! Wenn es in ein paar Tagen nicht besser wird, müssen härtere Bandagen aufgezogen werden! Da liege ich dann nun in dem kleinen Zimmerchen wie eine tragikomische Biedermeier-Gestalt, während draußen der Sommer sein heftigstes Kleid spazieren trägt, und bin zum Nichtstun verdammt.

Am zweiten Tag meiner Isolation pralle ich mit einem verwegenen Gedanken zusammen: Seit Jahren trage ich eine Festplatte mit mir herum, die, wäre sie jemals in die falschen Hände geraten, mir eventuell einen Besuch der Staatsmacht eingehandelt hätte. Tatsächlich habe ich dort die Materialien für meine Doktorarbeit versammelt, fein säuberlich taxonomisch sortiert in Ordnern mit Titeln wie „ISIS Execution Videos“ oder „War Footage“ oder „Animal Snuff“ – ein Kabinett des Schreckens, anhand dessen man mich für den derangiertesten Snuff-Freak des Planeten, für einen potenziellen Serienkiller, für den Abschaum der Menschheit hätte halten können. Die Sichtung einiger besonders expliziter Artefakte schiebe ich seit Ewigkeiten vor mir her. Weshalb ich mir an diesem viel zu warmen, viel zu knieschmerzenden Tag sage: Wenn nicht jetzt, wann dann? Jämmerlicher ist es mir schon lange nicht gegangen! Ich werfe jetzt einfach doch mal einen Blick auf TRACES OF DEATH, frei nach dem Motto: Ein ungesunder Geist in einem ungesunden Körper! Sowieso singen Blumfeld doch: Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg.

Obwohl ich mir seinerzeit eifrig Notizen gemacht hatte, ist mir von den achtzig Minuten TRACES OF DEATH nicht viel weiter im Gedächtnis geblieben als das unbestimmte Gefühl, dass ich selten derart angeekelt von einem „Film“ gewesen bin wie von diesem. Meine damalige Sichtung verfehlte jedoch ihre Wirkung keineswegs: Nachdem ich in die Abgründe der Filmgeschichte hinabgestiegen bin, verbessert sich mein Zustand zusehends. Härtere Bandagen sind nicht nötig, denn ein, zwei Tage später kann ich schon wieder die Treppe zu meiner geliebten Katze hinabsteigen und Rentnergruppen durch Meersburgs Altstadt führen und zur Abkühlung in den See hüpfen und sogar ein paar Bahnen schwimmen. Meine damaligen Notizen zu TRACES OF DEATH habe ich erst kürzlich beim Aufräumen wiedergefunden, (eingeklemmt in Foucaults ÜBERWACHEN UND STRAFEN, das ich damals gelesen hatte!) Anbei folgt ihre ausgeschmückte Transkription, quasi eine Postkarte von meinem maladen Ich an mein heutiges (gesundes?) Ich, ein Erinnerungsstück direktemang aus dem Höllenfeuer an ein Ich, das sich sehr danach sehnt, von Radolfzell nach Stein am Rhein fahren zu können, um die dortige Burg zu erklimmen, oder den Makaken im Affenpark Salem durchs Fell zu streichen, oder in der Bücherzelle am Ufer von Überlingen ausgerechnet mehrere Bände mit Romanen von Yukio Mishima abzugreifen…

"TRACES OF DEATH beginnt mit dem, was Eric Schaefer in seinen wegweisenden Studien zum Exploitation-Kino als „Square Up“ bezeichnet – dem jeweiligen Film vorangestellte Texttafeln, die dazu dienen sollen, die nachfolgenden Grenzüberschreitungen halbseiden zu bemänteln, indem man sich eines reflektiven Gestus befleißigt. Während die Klassiker des Mondo-Kinos solche Legitimationen noch einigermaßen ernstnahmen, sind wir im Jahre 1993, als TRACES OF DEATH entsteht, längst bei Sätzen angelangt, die sich hauptsächlich auf Superlativen ausruhen und eher wirken wie gezielt für die Zielgruppe ausgelegte Köder. „The producers of this film were considering putting a tone before and after the most horrific scenes contained in this film as an extreme caution to the viewers”, heißt es komplett marketschreierisch. "In putting the film together they found that all scenes would have to be started with a tone, so the consideration was dropped.” Ebenfalls auf blutrotem Grund rollt anschließend folgende “Extreme Warning” vor unseren Augen ab: „This film is meant only for the true ,reality death enthusiast’, absolutely none of the footage in this film is recreated in any way, which makes TRACES OF DEATH the first ,true shockumentary’ ever released!!! The material contained in this tape is explicitly graphic and is not for children or the squeamish of any kind. From this point of the film forward, view at your own risk! We are serious!!!” Diese Rhetorik ist natürlich genauso leicht durchschaubar wie bei den Warntafeln, die einem vermeintlich den Zugang zu gängigen Internet-Shock-Sites verwehren, und eher dazu beitragen, dass das anvisierte Publikum mit nur noch schwitzigeren Fingern auf den Button klickt, der bestätigt, dass man bereits das achtzehnte Lebensjahr erreicht hat: Wer in einer Gruppe pubertierender Jugendlicher Mitte der 90er möchte schon als zartbesaiten gelten und freiwillig die Sichtung des Tapes abbrechen!? Eins kann man den einleitenden Worten von TRACES OF DEATH indes nicht vorwerfen: Dass sie mich in irgendeiner Weise hinters Licht führen würden. Im Gegensatz zur FACES-OF-DEATH-Serie enthält vorliegendes Tape tatsächlich reale Aufnahmen von Toden und Toten – (bis auf eine Ausnahme, auf die ich später noch eingehen werde): Ob das nun eher für oder gegen TRACES OF DEATH spricht, mag jeder selbst für sich entscheiden…

Die „Produktion“ eines Tapes wie TRACES OF DEATH muss man sich wohl wie folgt vorstellen: Der Hauptverantwortliche Damon Fox (aka Brain Damage) hat etliches an Videomaterial akquiriert – Autopsie-Lehrvideos; Aufnahmen aus Tierversuchslaboren; dokumentarische Bilder von Geschlechtsumwandlungen –, und fügt dieses sodann auf die denkbar primitivste Art und Weise zu einem spielfilmlangen Videotape zusammen. Einen Spannungsbogen entbehrt TRACES OF DEATH ebenso wie irgendeiner nachvollziehbaren Struktur: Ein grässlicher Anblick jagt den nächsten, ohne dass das Tape zu irgendeinem Zeitpunkt einen anderen Eindruck erwecken würde als den, dass man sich wahllos durch ein Archiv voller Ekelbilder klickt. Tatsächlich antizipieren Shockumentaries wie diese bereits das digitale Zeitalter, indem sie in diachroner Manier realisieren, was sich im Laufe der 90er durch die Verbreitung der Internettechnologie auf synchroner Ebene erst recht entfalten werden wird. Vorbei sind die goldenen Tage eines Mondo-Kinos, das noch an die großen Erzählungen geglaubt hat. In TRACES OF DEATH ist nun wirklich jeder einzelne Frame entkontextualisiertes Fragment, absolute Kontinenz, eine plumpe Aneinanderreihung von Leichen, Autounfällen, Schlachtungen, die nichts anderes bezeichnen als sich selbst. Fast eineinhalb Stunden lang wirft Damon Fox uns audiovisuelle Fetzen vor die Füße, ohne sich auch nur ansatzweise die Mühe zu geben, dieses Suhlen in Grausigkeiten in welche Richtung auch immer zu transzendieren, (und sei es hin zu Parodie oder Pastiche). Die Sprüche aus dem Off sind markig, höhnisch, vor allem aber äußerst rar gesät: Wo im klassischen Mondo-Kino der Erzähler noch eine gottgleiche Position innehatte, wirken die Begleitkommentare in TRACES OF DEATH sowohl qualitativ wie quantitativ auf ein Minimum reduziert. „Ever wonder what the inside of a leg would look like? Sprayed, slayed, and filleted like a side of beef. Well, now you know!”, erklärt Fox beispielweise zu den Bildern eines Unfallopfers, oder verbreitet sich an anderer Stelle über einen Suizidanten, der sich mit der Schrotflinte den Kopf weggeschossen hat, der Mann habe in seinem „living room“ festgestellt, „that his life wasn’t worth living.“ Auch die teilweise wunderschönen Scores des klassischen Mondo-Kinos sind in TRACES OF DEATH endgültig enervierenden Geräuschkulissen gewichen, die, wie Kerekes und Slater in ihrem Standardwerk zum Thema, „Killing for Culture“, schreiben, zumindest zum Teil aus einer Direct-to-Video-Produktion namens ROBOT NINJA stibitzt wurden. Exakt zwei Modi der musikalischen Begleitung kennt TRACES OF DEATH: Entweder ein uninspiriertes Duett zwischen Computer-Drums und Synthies, das Assoziationen zum Endkampf eines martialischen Video-Games weckt, oder aber frenetisches Keyboard-Geklimper, als befänden wir uns in einer Quizshow kurz vor der Auflösung der 1-Million-Frage. Dass laut Abspann die Musik von einem gewissen „T.O.D.“ stammen soll, ist vielleicht die kreativste Eigenleistung dieses Tapes, was allein schon tief blicken lässt.

Zum Großteil setzt sich TRACES OF DEATH aus den erwähnten Autopsie-Aufnahmen zusammen: Geschätzte vierzig Prozent dürften zeigen, wie erwachsene Männer, greise Frauen, Säuglinge von Pathologen fachmännisch seziert werden. Ansonsten stützt sich das Tape auf Dia-Shows von Leichenphotographien, bei denen Fox aus dem Off sich zumindest kurzzeitig zu wahrhaft hanebüchenen Bemerkungen versteigt: Der zerfetzte Körper eines Mannes sei beispielweise Opfer ausgehungerter Ratten geworden, ein Kind wiederum in den Käfig eines Zoo-Eisbären gefallen und dort zwischen die Kiefer des Polarbewohners geraten, eine Frau schließlich von Wölfen attackiert und halbaufgefressen worden – allesamt Informationen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eher Foxens kranker Phantasie entstammen, als dass sie wirklich irgendetwas mit dem gezeigten Bildmaterial zu tun haben. Ein Segment widmet sich den obligatorischen Rennsportunfällen, Flugzeugabstürzen, Autocrashs; ein anderes spult die im Shockumentary-Kanon inflationär verwendete Selbsttötung des US-amerikanischen Politikers R. Budd Dwyer ab, der sich bei einer selbsteinberufenen Pressekonferenz vor den Kameras der anwesenden Journalisten Ende der 80er in den Mund schoss – wobei TRACES OF DEATH die graphische Szene aus gleich zwei Perspektiven zeigt, zusätzlich in Zeitlupe abspielt und dann noch zu einer kleinen Loopschleife zusammenmontiert: Da reichen sich die Gipfel der Videotechnik und die Gipfel der Pietätslosigkeit über den Kratern der Indiskretion die Hände.

Getoppt wird das eigentlich nur noch von einem äußerst billigen Effekt, den TRACES OF DEATH gleich mehrfach bei besonders furchtbaren Szenen einsetzt: Dann taucht ein schwarzer Balken am unteren Bildrand auf und animiertes Blut beginnt von diesem zu tropfen, bis er sich rot gefärbt hat. Dreimal bedient sich Fox zudem bei Klassikern des Genres: Die erwähnte geschlechtsangleichende Operation stammt ursprünglich aus einem der wenigen bundesdeutschen Mondos, nämlich Rolf Olsens SHOCKING ASIA, während die Erschießung eines philippinischen Guerilla-Kämpfers durch seine Kameraden bereits in der Originalfassung von Thierry Zénos (großartigem!) DES MORTS auftaucht. Das Schlusssegment, in dem ein Safari-Tourist von wilden Löwen zerfleischt wird, ist Antonio Climatis und Mario Morras L’ULTIMO GRIDA DALLE SAVANE entlehnt – und in Wirklichkeit keine authentische Aufnahme, sondern ein elaborierter Fake. Eine der alptraumhaftesten Szenen, die ich in meinem Leben jemals sehen musste, findet man schon in dem wenig bekannten Schocker TRUE GORE: Ich wüsste ja wirklich gerne, weshalb man in einer Laborsituation ein Schwein bei lebendigem Leib mit einem Bunsenbrenner zu Tode bringt!? Glaubt mir, das will niemand (zumal über mehrere Minuten hinweg!) sehen, und das ist nicht die einzige Szene in TRACES OF DEATH gewesen, die ich nur im Schnelldurchlauf überhaupt ertragen konnte…

Wenigstens Damon Fox hat am Ende von TRACES OF DEATH gut lachen: Während noch einmal als Standbilder die „Highlights“ der zurückliegenden achtzig Minuten an meinen entzündeten Augen vorbeidefilieren, freut sich der Narrator aus tiefster Brust: „See you soon when the reaper comes to you, ha ha ha!“ Im Abspann wird schlussendlich auf Artikel hingewiesen, nach denen der geneigte TRACES-OF-DEATH-Fan bereits lechzen dürfte: „For your official TRACES OF DEATH T-Shirts, buttons and other gruesome carnage collectables, including real human bones, human skulls, uncut videos, serial killer movie props and much more, send $5 for our giant 125+ page catalog to Foxx Entertainment Enterprises.” Eigentlich fassen Kerekes und Slater dieses Machwerk so perfekt zusammen, dass ich mir eigene finale Worte sparen kann: „TRACES OF DEATH is the product of too much BEAVIS AND BUTTHEAD. Naughty adolescents with technology at their fingertips. There is no attempt to correlate order to the film and the clips look to have been left in the order in which they were acquired.” Es spricht Bände, dass es die Serie bis ins Jahr 2000 auf, sage und schreibe, vier Fortsetzungen gebracht hat. Wo der Genuss bei derartigen Schlafzimmert-Tapes, die ausnahmslos die niedrigsten Instinkte befriedigen, liegen soll, wird sich mir wohl nie erschließen."

Übrigens bin ich vor ein paar Tagen mit einem Menschen, der mir viel bedeutet, durch die Parkanlagen Potsdams flaniert, und sie fragt, ob ich denn irgendeine weiterführende, also auf mein Leben selbst anwendbare Erkenntnis aus meiner Beschäftigung mit all den grausigen Dingen gewonnen hätte, denen ich jahrelang meine Zeit widmete: Konkret, ob mich das Ganze denn nicht nachhaltig verstört hat und ob ich nicht schlecht träumen würde dewesegen - und ich schlucke kurz, sage dann: Ich fühle mich nicht sensibilisierterer oder abgehärteteter als zuvor. Ich bin immer derselbe Junge, ob ich nun Fellini gucke oder FACES OF DEATH. Aber ich liebe Dich, und lass uns Schwäne an der Havel schauen...
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jogiwan
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Re: Traces of Death - Damon Fox (1993)

Beitrag von jogiwan »

Bäh! Mehr fällt mir dazu nicht ein. Verwunderlich, dass auch so ein Mist noch einen lesenswerten Text hervorbringen kann. :troest:
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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CamperVan.Helsing
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Re: Traces of Death - Damon Fox (1993)

Beitrag von CamperVan.Helsing »

Mir fehlt wirklich jegliches Verständnis sowohl für die Existenz dieses Sondermülls als auch für das Betrachten desselben.
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Dick Cockboner
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Re: Traces of Death - Damon Fox (1993)

Beitrag von Dick Cockboner »

ugo-piazza hat geschrieben: Do 20. Mai 2021, 15:21 Mir fehlt wirklich jegliches Verständnis sowohl für die Existenz dieses Sondermülls als auch für das Betrachten desselben.
Word!
Salvatore Baccaro hat geschrieben: Do 20. Mai 2021, 01:13 Dass laut Abspann die Musik von einem gewissen „T.O.D.“ stammen soll, ist vielleicht die kreativste Eigenleistung dieses Tapes, was allein schon tief blicken lässt.
"T.O.D." = Traces of death = der "Regisseur" fabriziert atonales Geisterbahngetöse auf der Heimorgel, oder...?
(zumindest stelle ich mir das so vor, kenne den Film nicht & werde ihn auch niemals kennenlernen :nixda: )
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Salvatore Baccaro
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Re: Traces of Death - Damon Fox (1993)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

Dick Cockboner hat geschrieben: Do 20. Mai 2021, 20:56
Salvatore Baccaro hat geschrieben: Do 20. Mai 2021, 01:13 Dass laut Abspann die Musik von einem gewissen „T.O.D.“ stammen soll, ist vielleicht die kreativste Eigenleistung dieses Tapes, was allein schon tief blicken lässt.
"T.O.D." = Traces of death = der "Regisseur" fabriziert atonales Geisterbahngetöse auf der Heimorgel, oder...?
(zumindest stelle ich mir das so vor, kenne den Film nicht & werde ihn auch niemals kennenlernen :nixda: )
Wie auch oben geschrieben, stammt mindestens eins der beiden Soundtrack-Stücke aus einem Trash-Streifen namens ROBOT NINJA von 1989. Laut IMDB-Inhaltsangabe: "A scientist helps a comic-book artist to become the superhero he has created in order to battle a vicious gang of rapists." Der Score zumindest ist wirklich furchtbar. Falls Du aber eine Shockumentary mit nervtötendem Heimorgel-Sound sehen möchtest, empfehle ich DEATH SCENES (mit Anton Szandor LaVey als Kommentator): Tinnitus vorprogrammiert! ;-)
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Dick Cockboner
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Re: Traces of Death - Damon Fox (1993)

Beitrag von Dick Cockboner »

Salvatore Baccaro hat geschrieben: Do 20. Mai 2021, 21:19 Falls Du aber eine Shockumentary mit nervtötendem Heimorgel-Sound sehen möchtest, empfehle ich DEATH SCENES (mit Anton Szandor LaVey als Kommentator): Tinnitus vorprogrammiert! ;-)
Hm, das klingt ja sehr verlockend...aber nö, denn wie schon gesagt ist meine Meinung bezüglich dieser Art Filme deckungsgleich mit der vom Ugo.
Hat denn bei "Death Scenes" vielleicht musikalisch sogar der Dr. La Vey persönlich seine Hände im Spiel? Ich mag den Kerl, der hat einen guten Sinn für Humor und hinter seiner Stirn wohnt(e) eine kleine Meise.
La Vey's Platte "Satan takes a holiday" läuft bei mir ab und an & entfaltet ihren spröden Charme, kontemplative Momente sind rar gesät aber vorhanden und für hartgesottene Kenner ist die gar nicht so nervig :wink:
[...eine ideale Retourkutsche an Leute, die einem christliche Cd's schenken... :kicher: ]
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Salvatore Baccaro
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Re: Traces of Death - Damon Fox (1993)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

Dick Cockboner hat geschrieben: Sa 22. Mai 2021, 18:41 Hat denn bei "Death Scenes" vielleicht musikalisch sogar der Dr. La Vey persönlich seine Hände im Spiel?
Auf der IMDB wird als Komponist ein gewisser Richard Gibson angegeben - seine einzige Stabangabe. Von daher fände ich es durchaus plausibel, dass LaVey die Orgel selbst bedient. - Dabei ist DEATH SCENES, (siehe meine Kritik in diesen "heiligen Hallen"), dann aber übrigens doch ein eher "seriöserer" Vertreter seiner Gattung: Komplett aus historischen Photographien der 40er, 50er modelliert, die sich posthum im Privatbesitz eines Homicide-Detectives finden ließen, stellt das Tape jedenfalls für meine Begriffe ein hochinteressantes Artefakt innerhalb der Transitionsphase vom klassischen Mondo zu Shockumentaries à la TRACES OF DEATH dar - und LaVey ist tatsächlich ein wesentlich unterhaltsamerer, eloquenterer und mit einem zwar rabenschwarzen, jedoch selten wirklich pietätlosen Humor gesegneterer Kommentator als die meisten übrigen Off-Sprecher derartiger Veranstaltungen Ende der 80er, Anfang der 90er.
Dick Cockboner hat geschrieben: Sa 22. Mai 2021, 18:41 La Vey's Platte "Satan takes a holiday" läuft bei mir ab und an & entfaltet ihren spröden Charme, kontemplative Momente sind rar gesät aber vorhanden und für hartgesottene Kenner ist die gar nicht so nervig :wink:
[...eine ideale Retourkutsche an Leute, die einem christliche Cd's schenken... :kicher: ]
Haha! Ich kenne nur die LP "Satanic Mass", die teilweise unter seinem Namen firmiert. Es handelt sich dabei, wenig verwunderlich, um eine 1968 aufgenommene Travestie einer christlichen Liturgie...
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