Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Moderator: jogiwan

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FarfallaInsanguinata
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Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von FarfallaInsanguinata »

Erfahrungen hierzu würden mich interessieren!

Ich fange mal an mit einem Telefonbericht eines Freundes von gestern, von ihm selbst erlebte Situation in einem Hamburger Supermarkt:
Ein junges Paar, beide mit Mundschutz, manövriert drei randvolle Einkaufswagen zur Kasse.
Was mich persönlich daran besonders erfreut, ist diese Mentalität "Hauptsache ich, jeder der nicht so viel Geld hat oder nach mir kommt, kann ruhig leer ausgehen und verrecken!". Solchen menschlichen Dreck sollte man einfach nur windelweich prügeln, für die ist Corona noch viel zu harmlos.
motstånd

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Tomaso Montanaro
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von Tomaso Montanaro »

Mich wundert, dass alle so sehr auf Nudeln und Klopapier aus sind.
Gibt es da ein leckeres Kochrezept, dass ich verpasst habe?
Nudeln an Klopapier in pikanter Tomatensauce?

Spaß beiseite...

Ich hab heute erlebt, wie man an der Kasse einer Kundin alles Mehl bis auf drei Packungen wieder abgenommen hat. Unter ihrem laustarken Protest versteht sich. Warum sind die Leute so scharf auf Mehl? Wenn ich mit dem Virus darniederliege werde ich mich bestimmt nicht an den Küchentisch stellen und Brotteig kneten, da bin ich froh, wenn ich's bis zur Toilette und zurück schaffe, mit einem kleinen Umweg über den Kühlschrank vielleicht. Weil mir nach dem Aufstehen sofort schwindlig und schlecht wird. Hatte vor 3 Jahren einen Virus und weiß wie sich das anfühlt.

Ich finde nicht dass das mit "menschlicher Dreck" zu tun hat, die Menschen handeln einfach manchmal irrational, wenn sie vor etwas unbekanntem Angst haben oder in Panik sind. Ist nicht schön und teilweise echt egoistisch, aber ist halt so...

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jogiwan
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von jogiwan »

Solche Situationen konfrontieren die Leute ganz einfach mit der Tatsache, dass unsere Wohlstandsgesellschaft auf bestimmte Ereignisse einfach nicht mehr eingestellt ist. Wer hat denn schon Lebensmittel für 14 Tage daheim. Sicher nicht die Generation Microwohnnung, die den Supermarkt vor der Türe hat. Dass jetzt viele einfach alles kaufen, ist für mich eher ein Zeichen der Hilflosigkeit, weil wohl keiner ernsthaft glaubt, dass die Versorgung derart gefährdet ist. Vor allem Klopapier für den Bedarf von zwei Jahren muss jetzt wohl keiner haben. Viel eher hätte ich Bedenken, dass mit das Bier ausgehen könnte. Aber noch was: bei uns gibt es sogar spontane Nachbarschaftshilfe und die Bereitschaft für Leutchen aus der Risikogruppe Einkäufe und Erledigungen zu machen. Man entschleunigt und rückt wieder etwas zusammen – schade, dass es dazu ein Virus benötigt.
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Dr. Monkula
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von Dr. Monkula »

Perfekte Zeit um ENDZEIT Filme zu schauen !

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Tomaso Montanaro
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von Tomaso Montanaro »

Dr. Monkula hat geschrieben:Perfekte Zeit um ENDZEIT Filme zu schauen!
The Crazies, Outbreak - Laulose Killer, The Stand, 12 Monkeys, Carriers...
Die Liste lässt sich noch stark erweitern.
:nick:

@Jogi:
Das mit der Nachbarschaftshilfe finde ich ja klasse. Kenne ich aus unserer Gegend (noch) nicht.
Meine Mutter (83) besteht weiterhin darauf, ihre Einkäufe selbst zu erledigen.
Von offizieller Seite heißt es, Einkaufen gehen sei weiterhin kein Problem, wenn man sich hinterher die Hände wascht. Aber wie glaubwürdig bzw. zuverlässig ist eine solche Aussage? Ich kann es nicht beurteilen...

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jogiwan
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von jogiwan »

In Österreich ist es derzeit so, dass alle Ü65 dazu angeraten sind, dass Haus nicht zu verlassen und der Rest auch nur dann, wenn es notwendig ist. Außerdem haben ab Montag alle Geschäfte zu, die nicht direkt mit Lebensmitteln und medizinischer und oder sonstiger Versorgung zu tun haben. Ab Dienstag dann auch die komplette Gastronomie. Kinos, Discos, viele Geschäfte und viele Lokale haben aber schon seit Freitag aus eigenem Antrieb geschlossen und die Innenstadt war gestern schon ausgestorben. Die Stimmung ist zwar seltsam, aber die Leute verhalten sich ruhig und zivilisiert.
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Arkadin
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von Arkadin »

Hier ist alles ruhig. Keine Panik, zumindest nicht im unmittelbaren Umfeld. Die Geschäfte sind noch gut gefüllt. Das Leben geht relativ normal weiter. War gestern im Baumarkt und im Fahradfachgeschäft. Überall war es so wie immer. Habe auch keine Hamsterkäufe mehr bemerkt. Das war wohl ein Phänomen der ersten Tage (wobei ich das eh nie kapiert habe - dass die Grundversorgung in Deutschland zusammenbricht kann ich mir nur sehr schwer vorstellen und es wurde auch von Anfang an gesagt, dass nie geplant ist, Lebensmittelgeschäfte zu schließen oder allgemein die Menschen zuhause einzusperren. Das ist Quatsch und wird auch nicht in Italien durchgezogen). Wie ich das sehe, verhalten sich die Menschen hier sehr rational und nicht besonders panisch. Man überlegt sich hat zweimal, ob man in große Menschenmassen muss oder nicht. Es geht ja auch nicht darum, sich nicht anzustecken, weil man dann sofort stirbt - sondern darum, die Zahl der Ansteckungen zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasst.
Was allerdings verunsichert (finde ich zumindest) ist die Tatsace, dass die Krise überall unterschiedlich gehandhabt wird (was z.B. gestern in Berlin abging, wo Leute von der Polizei aus Bars und Kinos geworfen wurden) vs, z.B. die recht entspannte Situation hier in Bremen (Kinos und Kneipen haben größtenteils noch geöffnet). Aber das ist ja selbst inenrhalb eines Unternehmens so. Bei us z.B. heißt es in einem Bereich "Wenn ihr nicht unbedingt anwesend sein müsst, bleibt bitte Zuhause und arbeitet von dort" und bei mir "Wechselt bitte nicht mehr täglich die Srbeitsplätze, wenn ihr morgens kommt".
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jogiwan
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von jogiwan »

Ich verstehe ja auch die Leute nicht, die jetzt quasi den Standpunkt vertreten, ihr Leben uneingeschränkt in der bisherigen Form weiter zu führen. Es sollte eigentlich klar sein, dass ich derzeit kein Lokal, keine Disco, kein Clubbing und kein Kino besuche, wenn es nicht notwendig ist. Es geht eben nicht darum, sich anzustecken, sondern eben um die Ansteckungskurve zu minimieren. In Graz funktioniert das mit der Eigenverantwortung auch ganz gut.
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karlAbundzu
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von karlAbundzu »

HIer auch: Nachbarschaftshilfgruppen in Bremen, um die Leute zu versorgen, die entweder in selbstgewählter Quarantäne sind, oder halt einer Risikogruppe gehören. Ansonsten wenig Panik. Allerdings habe ich auch lange überlegt, ob ich vorgestern zu einem Konzert gehe, das letzte und einzige,was stattfand. Und bin nicht hingegangen.
Hamsterkäufe sind ja auch ein Kreislauf: Ich sehe beinahe leere Regale und denke, oje, kauf mal lieber den Rest. Also ich nicht, aber ein Gedankengang, den ich sehe. Allerdings habe ich bis auf Nudeln (PS: Aus Mehl kann man einsA Nudeln machen ;))im absoluten Sonderangebot und frisches Gemüse gestern im Bioladen nichts leeres gesehen. Die allermeisten sind besonnen aber ohne Angst.
Ich ärgere mich nur, dass meine Urlaubspläne wahrscheinlich ins Wasser fallen, hab mich halt sehr drauf gefreut und hängt auch einiges an Euro dran.
Apropos Euro: Die ganzen Veranstalter, Caterer, Kreative, Künstler, die durch die Absagen wirklich an der Existenz nagen, bekümmern mich. Mit BGE wäre das nicht passiert.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.

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Arkadin
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Re: Wie Sars-CoV-2 den Menschen als Fehlkonstruktion entlarvt

Beitrag von Arkadin »

Ach ja: Auf den Sozialen Medien (lokale Facebook-Gruppen, nebenan.de) habe ich jetzt auch schon viele Angebote zur Nachbarschaftshilfe (Einkaufen etc.) gesehen.
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