Hölle im Frauengefängis - Gianni Siragusa (1984)

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Hölle im Frauengefängis - Gianni Siragusa (1984)

Beitrag von jogiwan »

Hölle im Frauengefängnis

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Originaltitel: Perverse oltre le sbarre

Alternativtitel: Girls in Hell / Hell behind the bars

Herstellungsland: Italien / 1984

Regie: Sergio Garrone Gianni Siragusa

Darsteller: Ajita Wilson, Rita Silva, Linda Jones, Alessandro Freyberger, Leo Annibali

Story:

Die hübsche Laura erschießt ihren Freund um sich die gemeinsame Beute eines Überfalls alleine unter den Nagel zu reissen. Sie wird jedoch von der Polizei geschnappt und in ein Frauengefängnis auf einer entlegenen Insel gesteckt. Dort herrschen harte Haftebedingungen und unter den Gefangenen befinden sich Spitzel der Gefängnisleitung. Gemeinsam mit anderen Frauen plant Laura die Flucht... (quelle: ofdb.de)
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jogiwan
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Re: Hölle im Frauengefängis - Sergio Garrone (1984)

Beitrag von jogiwan »

Typischer WIP-Film aus italienischer Produktion mit Schwerpunkt Sleaze, der aber inhaltlich eher durchschnittlich ausgefallen ist und nicht nur in der deutschen Video-Fassung auf gröbere Geschmacklosigkeit größtenteils verzichtet. Die Geschichte über die kriminelle Conchita alias Laura ist ja nur ein loser Aufhänger für die üblichen Entwicklungen aus Intrigen, Cat-Fights und Lesbeleien bzw. wie man sich als männlicher Zuschauer den harten Alltag in einem Frauengefängnis nun einmal so vorstellt. Die Kleidervorschriften sind wie immer sehr liberal und neben kurzen Miniröcken scheinen verurteilte Straftäterinnen ohnehin den ganzen Tag am liebsten nackt durch die Gefängnisflure zu schlendern und sich gegenseitig zu befummeln. Ajita Wilson ist wie üblich einen Kopf größer wie ihre Leidensgenossinnen, die Direktorin macht auf Ilsa und bedient sich gerne selbst am männlichen Personal und irgendwann gibt es von den Insassen die obligatorische Flucht, die wie üblich nicht ganz so wie geplant über die Bühne geht. Insgesamt lässt sich „Hölle im Frauengefängnis“ dann natürlich auch gut gucken und der Streifen befriedigt mit seiner Mischung aus Sex und Gewalt auch mühelos die ohnehin niedrigen Erwartungen des Fans, auch wenn die schmuddelige Kiste der WIP-Filme sicherlich Besseres zu bieten hat.
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Dick Cockboner
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Re: Hölle im Frauengefängis - Sergio Garrone (1984)

Beitrag von Dick Cockboner »

jogiwan hat geschrieben: Intrigen, Cat-Fights und Lesbeleien.
...mit geradezu unfassbar hässlichen Insassinnen.Bei Intrigen is mir das egal,aber bei Catfights und Lesbeleien erwarte ich schon ein gewisses Mindestmaß an Attraktivität.
Isdochso!
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Nello Pazzafini
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Re: Hölle im Frauengefängis - Gianni Siragusa (1984)

Beitrag von Nello Pazzafini »

Übrigens ist der Film, wie auch der nahezu gleichzeitig entstandene Hell Penitentiary (gleiche Settings, nahezu selbe Cast etc) NICHT von Sergio Garrone (der ist nur für das „Drehbuch“ verantwortlich) sondern von Gianni Siragusa!
Sonst hat Jogschi alles gesagt, etwas unterdurchschnittlich und wirklich hässliche Weiber......
Das beste ist fast der seicht sleazige Score von „Francis Taylor“ welcher Franco Micalizzi ist....

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Salvatore Baccaro
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Re: Hölle im Frauengefängis - Gianni Siragusa (1984)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

Nachdem mir vorgestern Gianni Siragusas DETENUTE VIOLENTE den Rest dahingehend gegeben hat, dass ich mich nicht erinnere, jemals eine solche Parade unerotischer Sexsimulationen erduldet zu haben, zögere ich natürlich nicht, mir einen Tag später auch noch PERVERSE OLTRE LE SBARRE einzuschenken. Da dieser mit DETENUTE VIOLENTE back-to-back gedreht worden ist, stimmen die grundlegenden Dinge zwischen beiden Filmen überein: Es sind dieselben Schauspieler und Schauspielerinnen, (wenn auch in anderen Rollen); es sind dieselben Kulissen (ärmliche Kellerräume, die Gefängniszellen vorstellen sollen; ein karger Innenhof mit Treppe, den man so oft sieht, dass man sich fast schon heimisch fühlt; ein paar Innenräume, die ebenfalls wenig mit dem Bild übereinstimmen, das ich mir von einem Frauenknast mache, und wohl eher die privaten Wohnungen irgendwelcher am Film Beteiligter sein dürften); es ist derselbe limitierte Score (derart inflationär eingesetzt, dass ich ein bestimmtes Synthie-Thema bereits nach einer halben Stunde nicht mehr hören mochte); es ist dieselbe Abwehrhaltung, die Sergio Garrone einnimmt, wenn er auf dieses WIP-Diptychon angesprochen wird: Nein, er habe damit nichts zu tun; nur das Drehbuch habe er geschrieben; hinter der Kamera habe jemand anderes gestanden, Gianni Siragusa nämlich - und der, so mein Eindruck, siedelt als Regisseur noch weit unterhalb des Parterres, während Garrone im Gegensatz dazu king-kong-gleich auf der Spitze des Empire State Building thront.

Im Ernst: PERVERSE OLTRE LE SBARRE wirkt über weite Strecken wie eine verhinderte Hardcore-Produktion, ein Film, der tatsächlich so strukturiert hätte sein sollen, dass in ihm eine explizite Sexszene atemlos auf die nächste folgt, und dazwischen höchstens mal ein paar vernachlässigbare Dialogzeilen fallen, der dann aber - aus welchen Gründen auch immer - doch zum Softsexstreifen mit Handlung ausgebaut werden musste. Wer weiß, vielleicht existieren ja irgendwo auch HC-Fassungen von Siragusas Doppel, die mehr Sinn ergeben, weil sie sich gar nicht erst darum bemühen müssen, eine (wenn auch noch so redundante und rudimentäre) Geschichte zu erzählen. In der Form, in der ich PERVERSE OLTRE LE SBARRE begegnen durfte, ist der Film jedenfalls genauso ungenießbar wie DETENUTE VIOLENTE - und möglicherweise hat er mir noch mehr zugesetzt, weil mir von Anfang an klar gewesen ist, dass ich sämtliche Hoffnung fahrenlassen darf, und mich keinerlei inszenatorische oder inhaltliche Überraschung erwarten wird: Diesmal geht es um Diamantenschmuggel, darum, dass Ajita Wilson ihren kriminellen Boyfriend über den Haufen schießt, um sich die kostbaren Steinchen selbst zu sichern, darum, dass ihr wiederum ein Hinterhalt von ebenfalls an den Klunkern interessierten Gangstern gestellt wird, der sie geradewegs in den härtesten Frauenknast der Welt (TM) befördert, darum, dass sie sich dort ihrer Haut erwehren muss, Freundschaften und Fickbekanntschaften knüpft, schließlich in eine Revolte verwickelt wird usw. usf. Catfights, Duschszenen, Folterungen, ausgeübt von der grimmigen Wärterin, die man schon aus DETENUTE VIOLENTE kennt, und die diesmal nicht zum Glüheisen greift, sondern ihren Spaß daran hat, ihre Schützlinge mit Elektroschocks zu malträtieren oder ihnen Schraubenzieher rektal/vaginal einzuführen. Im Paralleluniversum, das der Film zeichnet, steht indes SEX über allem: Die Inhaftierten schlendern problemlos von Zelle zu Zelle, immer auf der Suche nach brünstigen Gespielinnen; man trägt nicht etwa Gefängnisuniform, sondern, wenn überhaupt, flattrige Shirts und Höschen, die mehr offenlegen als verhüllen; man hängt den halben Tag an der oben erwähnten Treppe herum, plaudert ganz offen und lautstark über Ideen, wie man den ganzen Laden in den Luft jagen und den Ausbruch bewerkstelligen könnte. Irgendwo innerhalb dieser Männerphantasie-Manifestationen wabert da auch noch ein Noir-Plot voller Intrigen und falschen Fährten, aber, puh, wie soll man dem folgen, wenn die Kamera jede Gelegenheit nutzt, sich am nächsten Schambein oder Brustpaar festzusaugen? Die allzu haarsträubenden Einlagen von DETENUTE VIOLENTE (ich sage nur: Treppensturz, oder: die sexuellen Vorlieben des Gefängnisdirektors) fehlen leider auch, und Freude hat es mir eigentlich nur bereitet, wenn einzelne Darsteller und Darstellerinnen Rollen bekleiden, die denjenigen in DETENUTE VIOLENTE diametral entgegendlaufen: So agiert zum Beispiel eine Dame, die in DETENUTE VIOLENTE das pure Opfer verkörperte, und pausenlos die schlimmsten Martern erdulden musste, nun selbst als Folterknechtin, und flößt Ajita, um zu erfahren, wo die heißbegehrten Diamanten versteckt sind, eine "Wahrheitsdroge" ein, die angeblich noch jede Zunge gelöst hat.

Eine Szene fasst dieses Machwerk ganz gut in der Nussschale zusammen: Ajita hat gerade ihren Lover umgelegt und plant, sich mit der Beute ins Ausland abzusetzen. Sie schlendert eine triste Dorfstraße entlang, als links von ihr aus einem Mauereingang zwei Gestalten auftauchen. Einer der Gesellen packt sie am Arm, sie zieht eine Waffe, erschießt ihn - und wie aus dem Nichts sind plötzlich zwei Polizisten zur Stelle, um sie festzunehmen. Das Spektakel ist so anti-klimatisch wie möglich gefilmt: Die Kamera steht sich langweilend mitten auf der staubigen Straße und hält einfach drauf auf das Gerangel; Personen treten auf eine Weise in den Kamerafokus, dass man merkt, sie haben nur auf das Go! des Regisseurs gewartet; alle wirken unglaublich unbeholfen bei dem, was sie da schauspielern sollen. Nur einmal gibt es kurz eine Amerikanische Einstellung, in der Ajita die Waffe zückt - und die wurde offensichtlich vor oder nach der Plansequenz gedreht, in die sie eingebettet ist, da jetzt nämlich von ihren Widersachern, die sich eigentlich ganz dicht bei ihr befinden, keinerlei Spur mehr zu sehen ist. Man staunt, wie man selbst eine potentiell actionreiche, spannende Szene derart in den Sand setzen kann. Aber wen wundert dieses Desinteresse, wenn der Fokus sowieso nur darauf liegt, sich hebende und senkende Lenden ins Auge zu fassen...
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Pippolino
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Re: Hölle im Frauengefängis - Gianni Siragusa (1984)

Beitrag von Pippolino »

Nello Pazzafini hat geschrieben: Fr 12. Jun 2020, 18:17 und wirklich hässliche Weiber......
Das haben Frauenknäste an sich. :lol:

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