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sid.vicious hat geschrieben: ↑Mo 1. Jul 2024, 15:38
Ist alles gut ausgegangen.
Das "Rock-o-Rama"-Buch wurde für schlappe 20 € angeboten, da werden einige zugeschlagen haben, sodass der Verlag noch die Kurve bekommen hat. Ebenfalls gut an der Aktion: Ich bin auf das Gesamtwerk von Klaus Farin aufmerksam geworden, der massig interessante Bücher verfasst hat. Bisher habe ich nur "Krieg in den Städten" und "Skinheads" gelesen.
Naja, zumindest bis zu den kommenden nächsten Monaten.
Meine Bestellung ist immer noch nicht da, das gibt 'ne richtig miese Bewertung... , nee, wohl eher nicht.
So, wie es bisher lief kann es nicht weitergehen, das haben die Verantwortlichen wohl kapiert.
Ich bin kein Fan von Klaus Farin, genauer gesagt mag ich den nicht besonders. Tja, is eben so.
Wenn es aber der Liquidität dient können gerne alle dat Zeuch kaufen. Mit meinem Segen.
“It’s hard to see things when you’re too close. Take a step back and look.”
Bob Ross
Mein Buchpaket kam Freitag an. Hatte zwischendurch mal per Mail nachgehakt. Antwort: Kommen mit der Abarbeitung der Bestellungen aufgrund ihrer Vielzahl kaum hinterher bzw. brauchen einfach noch etwas. Verständlich, aber eben auch ungewohnt, wenn man vom Buchhandel eine Lieferung am nächsten Tag gewohnt ist. Vielleicht auch ein bisschen Teil des Gesamtproblems.
@Dick: Jo, man braucht kein Farin-Fan zu sein, um den Verlag grundsätzlich unterstützenswert zu finden.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
buxtebrawler hat geschrieben: ↑Mo 15. Jul 2024, 15:31
Mein Buchpaket kam Freitag an. Hatte zwischendurch mal per Mail nachgehakt. Antwort: Kommen mit der Abarbeitung der Bestellungen aufgrund ihrer Vielzahl kaum hinterher bzw. brauchen einfach noch etwas. Verständlich...
Bei mir kam noch nix an.
Wenn man die Leute dazu auffordert Bücher etc. zu bestellen um den Verlag zu retten & dies dann auch geschieht, tja, dann sollte man auch entsprechend viele Hände zum einpacken und verschicken haben. Mir persönlich isses egal wie lang das dauert, anderen vielleicht nicht.
Ich sag's mal so: Beim Hirnkost -Verlag werden so einige Dinge nicht bis zum Ende gedacht.
“It’s hard to see things when you’re too close. Take a step back and look.”
Bob Ross
Weil ich grad in Stänkerlaune bin, auch von mir mit Verspätung einige überflüssige Worte:
Karl Nagel kenne ich ja schon lange, bereits seit Zeiten des "1983er Chaostage"-Sonderheftes in Hannover, zu seinem "Punk-Foto"-Projekt habe ich auch ab und zu etwas beigesteuert. Anstrengend finde ich allerdings seine Attitüde der permanenten Jammerei! Wenn einem ein Projekt eine Herzensangelegenheit ist, investiert man darin Energie, Zeit, Ausdauer und auch Geld, oft in der Gewissheit nicht genug zurückzubekommen. Das weiß man aber eigentlich!
Ist das Motto von Vereinen: einer ist immer der Arsch, der die Arbeit macht, alle anderen bedienen sich nur. War in der Punk-Szene nie anders!
Leute explizit nach finanzieller Unterstützung fragen, hat für mich sowas von dieser Penner-"Haste mal 'ne Mark"-Attitüde, als ich Punk bereits komplett scheiße fand. Da wäre ich schlicht zu stolz zu!
Klaus Farin kenne ich nur namentlich, seinen Onkelz-Faible fand ich immer komisch, da er ja aus einem komplett anderen Kontext stammt. Allerdings muss man auch sagen, dass er zu den wenigen Menschen außerhalb unserer Szene gehörte, die versuchten, Skinheads objektiv und in allen Facetten zu betrachten, als für 95% der Bevölkerung ausschließlich das Medien-Klischee der potentiellen KZ-Wächter bekannt war. Und gerade, dass er in seinen Publikationen alle Schattierungen, eben auch die rechten, zu Wort kommen ließ, rechne ich ihm hoch an. Menschen ausgrenzen ist verdammt einfach, auf allen Seiten.
Kleine unabhängige Verlage sind immer toll, sogar wenn man persönlich nichts oder wenig mit den Veröffentlichungen anfangen kann. Deshalb freue ich mich über die (vorläufige?) Rettung des Verlages, selbst wenn es mir persönlich am Hintern vorbeigeht.
Diktatur der Toleranz
Die Zeit listete den Film in einem Jahresrückblick als einen der schlechtesten des Kinojahres 2023. Besonders bemängelt wurden dabei die Sexszenen, die von der Rezensentin als „pornografisch“ und „lächerlich“ bezeichnet wurden.
Es gibt Neuigkeiten!
Meine Sendung hat mich erreicht, ganze 2 Monate nach der Bestellung!
Irgendwann hat es mir dann doch gereicht und ich schrieb den Hirni-Verlag mal an & nach drei unbeantworteten Mails erfuhr ich, das von 4 Mitarbeitern gerade 3 im Urlaub sind . Dann gab es wohl Probleme mit dem Zustelldienst , zu guter Letzt lieferte DPD (Husö) das Paket in einen Pick-Up Store, der nur wenige Kilometer entfernt war.
Ähnliches ist mir durchaus schonmal passiert, das waren aber immer unbedarft-doofe ebay-Privatverkäufertrottel und kein professioneller Verlag.
Ich sag's mal ganz nett: Bei der nächsten Rettung bin ich nicht mehr dabei!
Die Ware ist aber sehr gut und wertig!
Zuletzt geändert von Dick Cockboner am Sa 31. Aug 2024, 17:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Bob Ross
So, ein paar Tage später ist der Groll verschwunden.
Bei mir kamen da einige Dinge zusammen, die hoffentlich nicht repräsentativ für die Buchbutze sind. Die handeln gottseidank mit Büchern und nicht mit frischem Fisch. Auf Etwas warten ist ja nun auch keine aktive Tätigkeit, deshalb is das für mich abgehakt. Bemängeln würde ich aber dennoch die schleppende Kommunikation & zu DPD erübrigt sich jedes Wort...
(Möglicherweise isses auch so ein "Berlin-Ding", das einfachste Sachen immer etwas verkompliziert werden müssen )
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Bob Ross
ich habe heute leider keine schönen Nachrichten: Die Gesellschafterversammlung hat gestern Abend beschlossen, zum Jahresende für Hirnkost die Insolvenz zu beantragen.
In den neunziger Jahren gab es noch über 6.000 unabhängige Verlage in Deutschland – heute sind es nur noch knapp 3.000. Doch zwei Prozent dieser Verlage – Konzerne wie Random House/Bertelsmann und Bastei Lübbe oder Holtzbrinck bei den Fachverlagen – erwirtschaften zwei Drittel des Umsatzes. Romance, TikTok-gefeaturete Young/New Adults und biographische Promi-Bücher sind die Krisengewinnler, unabhängig davon, ob sie von KI oder menschlichen Ghostwritern verfasst wurden. Monat für Monat geben Independentverlage auf, einige wenige „retten“ sich als Imprints in die Arme großer Konzerne. Wenn Ihr ins Impressum der Bücher schaut, werdet Ihr feststellen, dass viele Eurer unabhängigen Lieblingsverlage inzwischen in das Eigentum von Konzernen übergegangen sind. Allein in diesem Jahr mussten schon mindestens vier unabhängige Verlage ihren Betrieb einstellen oder sogar in die Insolvenz gehen; zuletzt hat der Berliner Berenberg Verlag angekündigt, seine Geschäftstätigkeit nach 22 Jahren zum 31. März 2026 einzustellen.
Ähnlich schlecht geht es dem Buchhandel. Auch hier hat sich die Zahl der unabhängigen, oft familiengeführten Unternehmen halbiert. Heute gibt es nur noch rund 2.600 kleine, unabhängige Buchhandlungen, doch 80 Prozent des Umsatzes wird in den zehn größten Ketten erzielt. Mindestens 20 Buchhandlungen sind allein in 2025 eingegangen, einige wurden von Thalia geschluckt. Die 1713 gegründete A. Stein'sche Mediengruppe, zu der neben mehreren Buchhandlungen auch der Stuttgarter A. Müller Verlag gehört, musste im Oktober in die Insolvenz und wird vermutlich ebenfalls von Thalia übernommen. Die größte evangelische Alpha Buchhandelskette mit 15 Buchhandlungen, 1908 gegründet, musste im Frühjahr in die Insolvenz; einige ihrer Filialen wurden nun ebenfalls von anderen übernommen oder von den Mitarbeiter:innen gerettet.
Die Politik schweigt. Sie hat andere Prioritäten. Zum Beispiel, Deutschland wieder kriegsfähig zu machen oder unfähige Autokonzern-CEOs zu unterstützen.
Nun hat es auch Hirnkost erwischt. Bereits 2024 standen wir kurz vor der Insolvenz. Eure beispiellose Solidarität hat uns damals gerettet. Wir konnten unsere akuten Schulden zahlen, weitermachen. Doch wir haben es niemals geschafft, Rücklagen zu bilden. Seit einem Jahr drehen wir jede Rechnung dreimal um, bevor wir sie zahlen; mal überweisen wir die Miete zu spät, mal die Gehälter, mal andere Rechnungen. Von den fünf Stellen musste ich im letzten Jahr drei abbauen. Und doch hat es nicht gereicht. Ich hatte gehofft, die starken Titel unseres Herbstprogramms würden uns wieder etwas Spielraum verschaffen. Doch das Weihnachtsgeschäft lief erschreckend schlecht. Science Fiction haben wir im Grunde gar nicht verkauft, nur ein einziger Punk-Titel lief erwartungsgemäß gut – Bestellungen dafür gehen nach wie vor täglich ein, doch uns fehlt das Geld, um ihn nachzudrucken.
Nun sind wir wieder zahlungsunfähig. Doch mir fehlt die Kraft für eine erneute Spendenkampagne. Ich gebe auf – und gehe in die Privatinsolvenz. Denn auch wenn wir nicht die Einzigen sind, denen es schlecht geht, und der Literaturmarkt generell in einer Strukturkrise steckt, die, wenn die Politik nicht eingreift, dazu führen wird, dass es schon in zwanzig Jahren nur noch eine Handvoll Verlagskonzerne und viele Selfpublisher geben wird, aber kaum noch unabhängige mittelständische Verlage, und der Handel von drei oder vier großen Ketten organisiert wird (amazon, Thalia, Hugendubel …), bin ich letztlich für das Scheitern von Hirnkost verantwortlich: zu viele vielleicht wichtige, aber schlecht verkäufliche Titel, zu wenige vielleicht schlechte, aber gut verkäufliche Titel. Der Fokus auf „engagierte Literatur“, auf Themen wie Klimakrise, Flucht oder Punk und das immer noch im Handel und Feuilleton verpönte Genre Science Fiction waren wirtschaftlich nicht förderlich.
Wir werden schließen. Wer sich noch mit Hirnkost-Titeln eindecken möchte, sollte dies kurzfristig tun.
Ich habe versagt; es tut mir sehr leid.
Klaus Farin"
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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